L.A. Crash

Drama, das mit einem Unfall beginnt und In "Short Cuts"-Manier eine Bestandsaufnahme menschlicher Beziehungen im Schmelztiegel von L.A. liefert.

L.A. Crash Großansicht
(Bild: Universum (Central))
Verleih Universum (Central)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2004
Regie Paul Haggis
Darsteller Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon
Kinostart 09.03.2006
Einspielergebnis D € 1.370.571
Bes. (EDI) 240.845
Bes. (FFA) 257.581
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Boxoffice USA $ 54.557.348
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Ein Unfall in Los Angeles. Direkt und indirekt darin verwickelt: Eine Asiatin, zwei junge Schwarze, die das Auto eines Bezirksstaatsanwalts geklaut haben; der junge Vater und Latino Daniel, den ein iranischer Ladenbesitzer für die Verwüstung seines Ladens verantwortlich macht; die rassistischen Cops Ryan und Tom und das schwarze Ehepaar, das sie zuvor gedemütigt haben.

Ensembledrama und Regiedebüt von Paul Haggis, der für sein "Million Dollar Baby"-Drehbuch mit einem Oscar nominiert wurde. In "Short Cuts" nachempfundener Mosaik-Struktur wird eine komplexe Bestandsaufnahme menschlicher Beziehungen im Schmelztiegel von Los Angeles ausgerollt. Das teils gewalttätige Aufeinanderprallen mehrerer Figuren von unterschiedlichem ethnischen und sozialen Background wird von einer exzellenten Besetzung porträtiert.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Nicht mit David Cronenbergs gleichnamigen Thriller zu verwechseln, handelt es sich bei diesem Ensembledrama um das packende Regiedebüt von Paul Haggis, der für sein "Million Dollar Baby"-Drehbuch mit einem Oscar nominiert wurde. In "Short Cuts" oder "Magnolia" nachempfundener Mosaik-Struktur wird eine komplexe Bestandsaufnahme menschlicher Beziehungen im molochartigen Schmelztiegel von Los Angeles ausgerollt. Das teils gewalttätige Aufeinanderprallen mehrerer Figuren von unterschiedlichem ethnischen und sozialen Background wird von einer exzellenten Besetzung porträtiert. Dabei zieht sich als roter Faden durch die zahlreichen, oftmals miteinander verwobenen Storystränge sowohl krasser als auch unterschwelliger Rassismus.

Haggis und sein Koautor Bob Moresco legen ihr smartes Dramaskript als Studie von Kontrasten und Parallelen an, wobei tiefe Tragik, aber auch kathartische Hoffnung zum Tragen kommt. Das multikulturelle Spektrum besteht aus weißen, hispanischen, asiatischen, arabischen und afroamerikanischen Figuren, die sich größtenteils gegenseitig verachten oder zumindest misstrauen. Ausgangspunkt für die (Zufalls)Begegnungen, die von Rassenvorurteilen und Intoleranz unterminiert werden, bildet der Prolog eines Massenunfalls. Eine asiatische Fahrerin beschuldigt zu Unrecht die hispanische Ria (Jennifer Esposito), die mit ihrem Partner Detective Graham (Don Cheadle gewohnt souverän) zur Stelle ist, um einen Mordfall zu untersuchen. Auf den Vortag zurückgeblendet, werden die vorangegangen Ereignisse dargelegt.

Zwei junge Schwarze (Larenz Tate und Rapper Chris "Ludacris" Bridges) beklagen sich nach einem Restaurantbesuch in einem Nobelviertel (fast schon zu pointiert, um als Alltagsdialog durchzugehen) über Rassendiskriminierung. Anschließend entführen sie in einer cleveren Wendung das Auto von Bezirksstaatsanwalt Rick Cabot (Brendan Fraser) und seiner Frau Jean (Sandra Bullock als Zicke reizvoll gegen den Strich besetzt). Zu Hause zetert Jean lautstark über den anwesenden jungen Latino Daniel (Michael Pena) vom Schlüsseldienst, den sie für ein Gangmitglied hält. Er erweist sich in einer rührenden Szene als zärtlicher und verantwortungsbewusster Vater eines kleinen Mädchens. Sein Weg kreuzt sich tragisch mit einem iranischen Ladenbesitzer, der glaubt, die Verwüstung seines Ladens sei Daniels Schuld. An die Nieren geht auch die Story der beiden Cops Ryan (meisterhaft: Matt Dillon als verbitterter Rassist) und Tom (Ryan Phillippe fabelhaft als idealistisches Greenhorn). Ryan benutzt den Routinestopp eines wohlhabenden schwarzen Ehepaars (Terrence Howard und Thandie Newton), um den Mann zu demütigen, indem er dessen Frau Christine unsittlich betatscht. Nur wenige Stunden später werden Christine und Ryan in einem gefühlswuchtig inszenierten Unfall erneut miteinander konfrontiert.

Dies ist nur einer von mehreren Zufällen, die als Plotmechanismus eingesetzt werden, um die Storyfragmente miteinander zu verknüpfen. Weitere angeschnittene Themen behandeln die Bürokratie des LAPD und Vorurteile im angeblich liberalen Entertainment-Business. Etliche Figuren dieser vielschichtigen Moralfabel sind nicht so, wie sie zunächst scheinen, womit die Spannung aufrechterhalten und rassistische Vorurteile bloßgestellt werden. Die Stimmung ist dabei deprimierend, was sich akustisch hervorragend im stimmungsvollen "Traffic"-verwandten Electronic-Score von Mark Isham widerspiegelt. So ist der schneidende Sozialkommentar, der die Kommunikationsschwierigkeiten unserer Gesellschaft anprangert, sicherlich keine leichtverdauliche Popcorn-Unterhaltung, dafür jedoch kraftvolles Gedankenfutter. ara.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Universum (Central)
O-Titel Crash
Land / Jahr USA 2004
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen EvaApollo Media, Bull's Eye Entertainment, Stratus Film, DEJ Prods.
Drehort Los Angeles
Drehzeit 08.12.2003
Kinostart 09.03.2006
Erster Start 04.08.2005
Laufzeit 113
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm/1:2,35/Widescreen
Tonformat Dolby-SRD/DTS/SDDS
Einspielergebnis D € 1.370.571
Bes. (EDI) 240.845
Bes. (FFA) 257.581
Charthistory
USA-Start 06.05.2005, bei Lionsgate
Boxoffice USA $ 54.557.348
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.crash-film.de/
nach oben Cast & Crew
Produzenten Bob Yari, Cathy Schulman, Tom Nunan, Mark R. Harris, Don Cheadle, Paul Haggis, Robert Moresco
Koproduzenten Betsy Danbury
Ausf. Produzenten Andrew Reimer, Tom Nunan, Jan Körbelin, Marina Grasic, Sarah Halley Finn, Randi Hiller
Regie Paul Haggis
Drehbuch Paul Haggis, Robert Moresco
Buchvorlage Paul Haggis
Darsteller Sandra Bullock (Jean Cabot), Don Cheadle (Graham Walters), Matt Dillon (Officer Ryan), Brendan Fraser (Rick Cabot), Jennifer Esposito (Ria), Ryan Phillippe (Officer Thomas Hansen), Thandie Newton (Christine Thayer), Terrence Howard (Cameron Thayer), Ludacris (Anthony), Larenz Tate (Peter), Shaun Toub (Farhad), Michael Peña (Daniel), William Fichtner (Flanagan), Nona Gaye (Karen), Loretta Devine (Shaniqua), Beverly Todd (Graham's Mutter), Keith David (Lt. Dixon)
Kamera J. Michael Muro
Schnitt Hughes Winborne
Musik Mark Isham
Produktionsdesign Laurence Bennett, Brandee Dell'Aringa
Ton Richard Robert van Dyke, Sandy Gendler
Kostüme Linda Bass
Casting Sarah Halley Finn, Randi Hiller
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
78. Oscar-Verleihung - Academy Awards
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2005, Los Angeles, 05.03.2006 Bester Film  
78. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2005, Los Angeles, 05.03.2006 Bester Schnitt Hughes Winborne
78. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2005, Los Angeles, 05.03.2006 Bestes Originaldrehbuch Paul Haggis, Robert Moresco
59. British Academy Awards   2006, London, 19.02.2006 Beste Nebendarstellerin Thandie Newton
59. British Academy Awards   2006, London, 19.02.2006 Bestes Originaldrehbuch Paul Haggis, Robert Moresco
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
L.A. Crash Universum Film Blu-ray Disc, ab 12 Kauf
L.A. Crash Focus Magazin Verlag DVD, ab 12, 108 Min. Kauf
L.A. Crash (Director's Cut, 2 DVDs im Steelbook) Universum Film DVD, ab 12, 110 Min. Kauf
L.A. Crash Universum Film DVD, ab 12, 108 Min. Kauf
L.A. Crash (Director's Cut) Universum Film DVD, ab 12, 110 Min. Leih
L.A. Crash Universum Film DVD, ab 12, 108 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Mark Isham L.A. Crash Nicht lieferbar
Musik zum Film Diverse L.A. Crash - Music From And Inspired By The Film Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Ein Autounfall bildet den explosiven Abschluss von dramatischen Stunden in L.A. Zwei Schwarze klauen das Auto des Bezirksstaatsanwalts und seiner zickigen Frau, woraufhin dessen pseudo-liberale Fassade zu bröckeln beginnt. Andernorts lebt der verbitterte Polizist Ryan seinen Fremdenhass aus, indem er bei einer Routinekontrolle eine Schwarze befummelt. Der junge Latino Daniel gerät mit einem iranischen Ladenbesitzer aneinander und Polizist Graham muss sich eigene Schwächen eingestehen. Alle treffen sich irgendwann wieder.

Der für "Million Dollar Baby" mit dem Drehbuch-Oscar ausgezeichnete Paul Haggis zeigt mit seinem fulminanten, an Altmans "Short Cuts" erinnernden Regiedebüt, dass er nicht nur Talente als Autor besitzt. Dramatisch, spannend und höchst pointiert gespielt, besticht das Drama als messerscharfe Sozialstudie mit Top-Besetzung. Stars wie Don Cheadle, Matt Dillon, Brendan Fraser, Sandra Bullock und Ryan Phillippe geraten in dem herausragenden Werk aneinander, das Anhänger anspruchsvollen Unterhaltungskinos begeistern kann.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Das packende Ensembledrama um das Aufeinanderprallen mehrerer Figuren von unterschiedlichem ethnischen und sozialen Background war der Oscar-Gewinner 2005. Im Director's Cut um knapp 3 Minuten länger.

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