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Kissed

In hypnotisch-schöne Bilder verpackter Film über das Tabuthema Nekrophilie und die Geschichte einer absoluten Liebe.

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(Bild: Kinowelt (Filmwelt))
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Kanada 1996
Regie Lynne Stopkewich
Darsteller Molly Parker, Peter Outerbridge, Jay Brazeau
Kinostart 20.11.1997
Einspielergebnis D Bes. (FFA) 14.727
Boxoffice USA $ 251.739

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Sandra ist eine junge Frau mit ungewöhnlichen Vorlieben. Ihr Traumjob ist Leichenbestatterin, den sie sich mit Hartnäckigkeit erkämpft. Schon als Kind zelebrierte sie äußerst lebendige Totenmessen für Vögel und anderes totes Getier. In Medizinstudent Matt scheint sie jemanden gefunden zu haben, der ihre geheime Leidenschaft teilt. Um ihre hundertprozentige Liebe zu gewinnen, bleibt Matt nur eines...

Lynne Stopkewich nähert sich dem Tabuthema Nekrophilie auf eine völlig neue Art: höchst sensibel und poetisch (im Gegensatz zum Splatter-Beitrag "Nekromantik"). In hypnotisch-schöne Bilder bettet die Spielfilmdebütantin ihre ungewöhnliche Liebesgeschichte und die Suche nach Transzendenz ihrer Protagonistin, die, von Molly Parker auf natürliche Art verkörpert, nie pervers wirkt. Faszinierend.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Die längste Standing Ovation beim Festival International du Film in Cannes erhielt nicht etwa einer der Wettbewerbsfilme, sondern Lynne Stopkewichs hypnotisches, im Rahmen der "Quinzaine" aufgeführtes Erstlingswerk "Kissed". Sie hat sich den Applaus verdient: Fernab jeglicher Trends oder angesagter Stile benutzt die junge Kanadierin eine außergewöhnliche Boy-meets-Girl-Konstellation, um sich dem Tabuthema Nekrophilie zu nähern. Dabei ist ihr ein kraftvoller, unprätentiöser und in höchstem Maße origineller Film gelungen, der fasziniert, fesselt, bewegt und überraschenderweise nie abstößt - der Geheimtip beim diesjährigen Filmfest München.

Anders als Jörg Buttgereit in seinem deutschen, längst zum Kultfilm aufgestiegenen Splatterbeitrag zu diesem heiklen Thema, "Nekromantik", gelingt es Stopkewich, das Tabu mit Chuzpe und Ernsthaftigkeit auf eine Weise bei den Hörnern zu packen, daß Sex mit Leichen nie als Perversion wirkt, sondern als aufrichtiger Versuch, den Tod zu transzendieren und eine Verbindung mit dem Kosmischen zu erzielen. Damit nicht genug. Die Regisseurin ist selbstbewußt genug, sich nicht mit Zustandsbeschreibungen zufrieden zu geben: Hat man sich als Zuschauer erst einmal vorsichtig an die so surreal und doch sehr poetische Welt von Stopkewichs Hauptfigur Sandra herangetastet, wird man mit einer Lovestory konfrontiert, bei der man schon bald ahnt, daß es um Leben und Tod gehen wird.

Schon in den ersten Bildern des Films erklärt Sandra ihre Faszination für alles Tote mit den Worten, sie habe Leichen gesehen, die wie Sterne schienen. Sehr deutlich ist diese Besessenheit auch sexuell motiviert, und Stopkewich scheut nicht davor zurück, ihre Heldin beim intimen Pas de deux mit ihren Objekten der Begierde zu zeigen. Diese traumhaften, surrealen Szenen sind von einer inneren Stärke und fragilen Zärtlichkeit, die nur wenig Zweifel daran lassen, daß Sandras Orgasmen als Freisetzung spiritueller Energie zu deuten sind. Von ihren Tagen als Schulmädchen, deren pathologisches Interesse an toten Tieren sie zur Außenseiterin macht, folgt "Kissed" Sandra zu ihrer Reifung zur jungen Frau, die als Lehrling in einem Leichenschauhaus ihre Passion zum Beruf machen kann. Kompliziert wird die Situation erst, als sie mit dem Medizinstudenten Matt erstmals einen lebenden Menschen kennenlernt, der nicht nur nicht von ihren sexuellen Preferenzen abgestoßen ist, sondern sogar bereit ist, sie mit ihr zu teilen. Der Versuch schlägt fehl, und sein verzweifeltes Bestreben, Sandra nicht nur körperlich nahe zu sein, endet in einem dramatischen Showdown, in dem die Grenzen zwischen Sex und Tod endgültig verwischen.

Zu keinem Zeitpunkt fällt Lynne Stopkewich ein Urteil über ihre exzeptionelle Protagonistin, die von der herausragenden Molly Parker mit einer bemerkenswerten Verletzlichkeit zum Leben erweckt wird: Wenn sie die aufgebahrten Leichen in tiefer Stille mit beruhigenden Worten tröstet, dann stellt sich Gänsehaut nicht ein, weil man Ekel empfindet, sondern weil man in diesen Momenten mit ihr empfindet. Die Intimität von Sandras Obsession, die sie selbst als etwas Heiliges erachtet, macht "Kissed" zu einem atemberaubenden Trip: Nie zuvor hat ein Filmemacher die alte Weisheit, daß Liebe niemals stirbt, so konsequent auf Zelluloid gebracht. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Studiocanal
O-Titel Kissed
Land / Jahr Kanada 1996
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Boneyard/British Columbia/Canada Council Media Art
Kinostart 20.11.1997
Erster Verleiher Kinowelt
Laufzeit 80
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D Bes. (FFA) 14.727
USA-Start 17.04.1997, bei Samuel Goldwyn Company
Boxoffice USA $ 251.739
nach oben Cast & Crew
Produzenten Dean English, Lynne Stopkewich
Koproduzenten Jessica Fraser
Ausf. Produzent John Pozer
Regie Lynne Stopkewich
Drehbuch Lynne Stopkewich, Angus Fraser
Buchvorlage Barbara Gowdy
Darsteller Molly Parker (Sandra Larson), Peter Outerbridge (Matt), Jay Brazeau (Mr. Wallis), Natasha Morley (Sandra (als Kind)), Jessie Winter Mudie (Carol), James Timmons (Jan), Joe Maffei (Lehrer), Robert Thurston (Detective), Annabel Kershaw (Mutter Larson), Tim Dixon (Vater Larson), Amber Warnat (Lisa), Bill Finck (Minister), Janet Craig (Mourner), Edward Davey (Professor), Hamish Wilson, Valerie Boeke
Kamera Gregory Middleton
Schnitt John Pozer, Lynne Stopkewich, Peter Roeck
Musik Don MacDonald
Produktionsdesign Eric McNab
Kostüme Barb Nixon
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Kissed - Todeskuss
Nicht lieferbar
Kinowelt Home Entertainment VHS, ab 16, 75 Min. Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Schon als Schulmädchen hatte Sandra ein geradezu pathologisches Interesse an toten Tieren. Jetzt hat die junge Frau als Lehrling in einem Leichenschauhaus die Gelegenheit, ihre absonderliche Leidenschaft zum Beruf zu machen. Zudem findet sie in dem Medizinstudenten Matt jemanden, der von ihren sexuellen Präferenzen nicht abgestoßen ist, sondern sogar bereit ist, sie mit ihr zu teilen. Doch um Sandras Liebe ein für alle Mal zu gewinnen, muß Matt auch bereit sein, bis zum Äußersten zu gehen.

Das Tabuthema Nekrophilie stellt die junge kanadische Filmemacherin Lynne Stopkewich ins Zentrum ihrer ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die auf dem letztjährigen Festival von Cannes für Furore sorgte. Dabei wirkt ihr sensibler, fast schon poetischer Film nie abstoßend, die Obsessionen der Protagonistin erhalten durch Molly Parkers natürliche Spielweise und die hypnotisch-schönen Bilder eine Faszination, der man sich nur schwer entziehen kann. Das kraftvolle, bewegende und streckenweise auch originelle Regiedebüt dürfte für Freunde unkonventioneller Love Stories durchaus von Interesse sein.

Quelle: mediabiz.de

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In hypnotisch-schöne Bilder verpackter Film über das Tabuthema Nekrophilie und die Geschichte einer absoluten Liebe.

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