Kaltes Land

Mit Charlize Theron perfekt besetztes Drama um amerikanische Minenarbeiterinnen, die sich gegen sexuelle Belästigung wehren.

Kaltes Land Großansicht
(Bild: Warner)
Verleih Warner
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2005
Regie Niki Caro
Darsteller Charlize Theron, Elle Peterson, Thomas Curtis
Kinostart 09.02.2006
Einspielergebnis D € 175.165
Bes. (EDI) 27.628
Bes. (FFA) 25.376
Charthistory
Boxoffice USA $ 18.324.242
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 14.08.2009 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Mit ihrem Job in einer Mine soll für die zweifache Mutter Josey nach gescheiterter Ehe ein neues Leben beginnen. Doch mehr als die harte Arbeit zermürben sie die sexuellen Anspielungen und Demütigungen der Männer, die sogar in körperliche Attacken münden. Geschockt zieht Josey vor Gericht, braucht aber die Solidarität ihrer Kolleginnen, um von der Verleumdungsstrategie der Verteidigung nicht überrollt zu werden.

Mit ihrem US-Debüt unterstreicht Niki Caro die Qualitäten, die ihr bereits in "Whale Rider" internationale Anerkennung bescherten. "Kaltes Land" ist ein Themen- und Schauspielerfilm, der milieustark fotografiert, konventionell, aber spannend dramatisiert, eine wahre Geschichte mit fiktiven Ergänzungen nacherzählt. Kämpferische Unterhaltung mit Anspruch - irgendwo zwischen "Harlan County, USA" und "Norma Rae".

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Das US-Debüt von Niki Caro zeigt die Qualitäten, die schon "Whale Rider" nicht nur zu einem Neuseelandhit machten: Ein starkes Ensemble, naturalistische Bilder und die packende Geschichte einer Frau, die sich in der Welt der Männer behaupten muss.

"Inspiriert von einer wahren Geschichte" signalisiert zu Beginn, dass der Film den authentischen Fall der ersten Sammelklage wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz nur als Richtschnur benutzt. Die von einer Anwältin und einer Journalistin verfasste Vorlage "Class Action" widmet sich detailliert auch dem juristischen Behauptungskampf der Protagonistin. Caro reduziert diese Schlacht in "Troja"-Manier von 14 Jahren auf wenige Wochen, konzentriert sich auf die Ereignisse, die zur Klage führten und auf die Veränderung einer Frau, die ihr Leben erstmals selbst in die Hand nimmt. Josey, von Charlize Theron verletzlich, aber nicht passiv angelegt, zieht nach gescheiterter Ehe mit zwei Kindern in das kalte Minnesota. Als sie auf Anraten einer Freundin (Frances McDormand) im Bergwerk zu arbeiten beginnt, bläst ihr der eisige Wind der Männer entgegen, die ihr angestammtes Territorium verteidigen. Wie schon die anderen Frauen in der Mine erwartet Josey eine Tour der Demütigungen: die Zwangsuntersuchung beim Gynäkologen, die billigen Zoten, die verbalen und körperlichen Annäherungen, bei denen es vordergründig um Sex, tatsächlich um Dominanz und Rollenverhalten geht. Wie auch im Fall Lois Jensons, dem realen Vorbild, potenziert sich der Druck auf Josey, weil sie attraktiv, am Arbeitsplatz reserviert, privat aber keine Frustfee ist. Frauen, die viele Männer hatten oder haben könnten, werden als Bedrohung erlebt, als Freiwild betrachtet. Gerade diesen Punkt arbeitet Caro gut heraus, bietet mit McDormands Mann und auch Therons späterem Anwalt positive Figuren als Gegengewicht zu den Minenmännern an. Man kann sich fragen, ob Caros Expedition ins Revier von "Harlan County, USA" oder "Matewan" einen romantischen Sideplot, die Krankheit McDormands, die übereilte Läuterung eines distanzierten Vaters, vor allem aber den Vorfall in der Schulzeit der Protagonistin wirklich braucht, der das Motiv für die Klage noch verstärken soll. Man kann all das für überflüssig halten und trotzdem resümieren, dass "Kaltes Land" in den Bildern von Veteran Chris Menges Milieu und Klima (nicht nur meteorologisch) perfekt spiegelt und zuschauerfreundlich Qualitätsunterhaltung mit Anspruch bietet. kob.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Warner
O-Titel North Country
Alternativ-/Arbeitstitel Class Action
Land / Jahr USA 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Industry Entertainment
Drehort New Mexico, Minnesota
Drehzeit 14.02.2005
Kinostart 09.02.2006
Laufzeit 126
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 175.165
Bes. (EDI) 27.628
Bes. (FFA) 25.376
Charthistory
USA-Start 21.10.2005, bei Warner Bros.
Boxoffice USA $ 18.324.242
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.kaltesland.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Nana Greenwald, Nick Wechsler, Jeff Skoll
Ausf. Produzenten Helen Bartlett, Nana Greenwald, Doug Claybourne, Jeff Skoll
Regie Niki Caro
Drehbuch Michael Seitzman
Buchvorlage Clara Bingham, Laura Leedy
Darsteller Charlize Theron (Josey Aimes), Elle Peterson (Karen Aimes), Thomas Curtis (Sammy Aimes), Frances McDormand (Glory), Sean Bean (Kyle), Woody Harrelson (Bill White), Jeremy Renner (Bobby Sharp), Richard Jenkins (Hank Aimes), Sissy Spacek (Alice Aimes), James Cada (Don Pearson), Rusty Schwimmer (Big Betty), Linda Emond (Leslie Conlin), Michelle Monaghan (Sherry), Brad Henke (Lattavansky), Jillian Armenante (Peg), Amber Heard (Josey, jung), John Aylward (Richter Halsted), Xander Berkeley (Arlen Pavich), Corey Stoll (Ricky Sennett), Cole Williams (Bobby, jung), Bryan Fagerstrom (Mac), Chris Mulkey (Earl Slangley), Arron Shiver (junger Arzt), Clif Stokes, Sage Coy (Stacey), Marcus Chait (Wayne)
Kamera Chris Menges
Schnitt David Coulson
Musik Gustavo Santaolalla
Produktionsdesign Richard Hoover, Gregory S. Hooper
Ton William Sarokin
Kostüme Cindy Evans
Casting Mali Finn
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Kaltes Land
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 121 Min. Kauf
Kaltes Land
Nicht lieferbar
Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 121 Min. Kauf
Kaltes Land Warner Home Video Germany DVD, ab 12, 121 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Nach gescheiterter Ehe mit einem brutalen Trinker kehrt die Josey mit ihren beiden Kindern in ihr Elternhaus nach Minnesota zurück. Um die Familie über Wasser zu halten, nimmt sie einen Job in einer Mine an. Doch im rauen, männerdominierten Berufsalltag sind Frauen nicht gern gesehen, und so muss Josey sich jeden Tag aufs Neue den Beleidigungen, Demütigungen und Übergriffen ihrer Kollegen stellen. Nachdem selbst Beschwerden bei ihren Vorgesetzten nicht fruchten, zieht die entnervte Mutter gegen ihre Arbeitgeber vor Gericht.

Nach ihrem Arthaus-Hit "Whale Rider" gibt die Neuseeländerin Niki Caro ihr Hollywood-Debüt. Es geht ihr um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung im "Land der Freien", wo Grundrechte immer noch mit Füßen getreten werden. Trotz aller "Botschaft" gerät das Werk jedoch nie zum Pamphlet, bleibt immer Film - angedeutete Love Story und tragische Krankheitsgeschichte inklusive. Zusammen gehalten wird das Drama von den vorzüglichen Bildern des Kameraveteranen Chris Menges und der wie immer brillanten Charlize Theron.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollJosey Aimes (Charlize Theron in einer erneut oscar-würdigen Rolle) hat es nicht leicht als Mutter von zwei Kindern, die von ihrem Mann verprügelt wird, mit Kollegen, die sie in einem "typischen Männerjob" nicht akzeptieren wollen, hängen gelassen von einer Gewerkschaft, die ihr den Rücken nicht stärkt, und mit einem Vater, der ihr in den Rücken fällt und sie verachtet. Nein, Josey hatte es nie leicht, aber sie weiß, dass sie Recht hat, und als das Maß der Demütigung selbst ihre Toleranzgrenze übersteigt, verlangt sie von ihrem Arbeitgeber und ihrem sozialen Umfeld nur eines: Akzeptanz.

(...) Die kunstvolle Montage der unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen, die eindrucksvollen Aufnahmen der Natur- und Industrielandschaften, aber vor allem die herausragende Führung der Schauspieler ergeben einen Film, der in seiner Intensität überwältigend ist. So gelingt es, die Zuschauer an einer Geschichte teilhaben zu lassen, die sich jenseits der üblichen großen Hollywood-Themen bewegt.

Trotz der Konzentration auf ein individuelles Schicksal bleibt die Geschichte von "Kaltes Land" jederzeit universell übertragbar auf die feministische Emanzipation der achtziger Jahre innerhalb der industriellen Arbeitswelt der westlichen Industriestaaten. Ja mehr noch, sie erzählt, warum und wozu die Schwachen sich wehren müssen, wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen.

(...) Beeindruckend, wie es der Regisseurin Caro gelingt, einen Focus auf Charlize Theron zu legen und trotzdem dem weiteren, brilliant agierenden Ensemble Platz für individuelle darstellerische Höchstleistungen einzuräumen, die jenseits von großen ausgewalzten Dialogen auch durch Mimik und Gestik zu überzeugen vermögen. Sissy Spacek etwa als Mutter hat eine ziemlich stumme und zurückgenommene, aber nichts destotrotz starke Rolle. Und selbst die breite Masse der männlichen Belegschaft innerhalb der Minengesellschaft ist absolut glaubhaft besetzt und geführt.

Empörung und Mitgefühl der Zuschauer werden nicht anhand einfacher handwerklicher Kniffe erzeugt, sondern durch eine emotionale Involvierung, die an Grenzen geht, ohne peinlich zu werden. Das Vertrauen der Regisseurin in das hohe Können von Cast und Crew führt den Film zu einer gemeinsamen, beispielhaften Meisterleistung dessen, was Hollywood jenseits industrieller Kinomassenware zu leisten im Stande ist.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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