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Isle of Dogs - Ataris Reise

Skurriler Stop-Motion-Animations-Film um Hunde, die auf eine Insel verbannt werden.

Isle of Dogs - Ataris Reise Großansicht
(Bild: Fox)
Verleih Fox
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Deutschland 2018
Regie Wes Anderson
Kinostart 10.05.2018
Einspielergebnis D € 419.755
Bes. (EDI) 57.324
Charthistory
Boxoffice USA $ 30.743.143
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Filmtrailer Video

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Wes Anderson eröffnet nach "Grand Budapest Hotel" erneut die Berlinale mit seinem zweiten Animationsfilm nach "Der fantastische Mr. Fox". Look und Ästhetik mögen anders sein und sich eher an japanischen Vorbildern orientieren, was der für den Regisseur typischen strengen Kadrage sehr entgegenkommt, trotzdem ist er ein typischer Anderson. Wie gewohnt konnte er ein All-Star-Cast für die Stimmen gewinnen, die ihren Anteil dazu beitragen, diese Geschichte eines Jungen und seines besten Freundes zu einem großen Vergnügen zu machen.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Skurriler Stop-Motion-Animations-Film um Hunde, die auf eine Insel verbannt werden.

Nie hat Wes Anderson mehr Zeit zwischen zwei Projekten verstreichen lassen wie zwischen "Grand Budapest Hotel", der die Berlinale im Jahr 2014 eröffnete, und "Isle of Dogs - Ataris Reise", sein zweiter Ausflug in die Welt der Animation nach "Der fantastische Mr. Fox" und sein insgesamt neunter Film. Die Zeit wurde optimal genutzt, denn die Geschichte eines Jungen in einem futuristischen Japan, der alles aufs Spiel setzt, um seinen auf eine Müllinsel verbannten Hund wiederzufinden, ist die schönste, penibelste und perfekteste Arbeit des amerikanischen Filmemachers: ein Wunderwerk der Stopmotion-Animation, das durch seinen Einfallsreichtum und visuelle Gestaltung ebenso besticht wie durch seine Erzählung, die kaum überraschender sein könnte.

Hinreißend sind auch die vielen Verweise auf das japanische Kino, wobei die Anime-Filme von Hayao Miyazaki ein ebenso großes Vorbild waren wie Großmeister Akira Kurosawa, insbesondere dessen Großstadtfilme der Sechzigerjahre. Letzten Endes ist das aber Makulatur, denn "Isle of Dogs - Ataris Reise" ist Wes Anderson durch und durch, dessen wie mit dem Geodreieck gezogenen Kadragen und immer leicht gestelzte literarische Erzählhaltung eine so wunderbare Mimikry mit dem strengen japanischen Minimalismus und der prägnanten Ästhetik eingehen, dass man kaum weiß, wo das eine beginnt und das andere aufhört. Ein bisschen schwingen auch, um bei den Sechzigern zu bleiben, Godard und Truffaut mit, "Alphaville" und "Fahrenheit 451", weil auch dieser Film eine Dystopie erzählt, in der der Bürgermeister von Megasaki City, der despotische Kobayashi, alle Hunde aus der Stadt deportieren lässt.

Um mit gutem Beispiel voranzugehen, ist Kobayashis eigener Leibwächterhund Spots der erste, der auf eine gewaltige Mülldeponie verbannt wird. Was den Pflegesohn des Bürgermeisters auf den Plan ruft, Atari, der nicht ohne seinen vierbeinigen Freund auskommen will. Als Atari allerdings mit einer Bruchlandung auf der Insel der Hunde aufschlägt, ist von Spots keine Spur zu finden. Dafür freundet sich der Junge mit fünf zerzaust aussehenden Alphahunden an, die auf die Namen Chief, King, Boss, Duke und Rex hören und Atari bei seiner Suche helfen, während sich in Megasaki City Widerstand regt gegen die Pläne der Regierung, die Hunde radikal auszumerzen. Es gibt wilde Verstrickungen, schicksalhafte Fügungen und viele trockene Gags, wie man es von Anderson gewohnt ist, Familien werden wieder zusammengeführt und die Tür zu einer schöneren Zukunft geöffnet auf dem Weg zum Showdown.

Wie zuletzt schon "Grand Budapest Hotel" findet sich auch in dieser adrett angerichteten Puppenhauswelt auch eine politische Dimension: Ausgrenzung, Populismus, Identität, aber auch der Wille zur Veränderung spielen wichtige Rollen, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Aber als Unterfütterung reichern sie den ohnehin schon so verschwenderisch üppigen Film zusätzlich an und machen ihn zu einem Vergnügen mit doppeltem Boden. Und einem optimalen und würdigen Eröffnungsfilm für die 68. Berlinale. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Fox
O-Titel Isle of Dogs
Land / Jahr USA/Deutschland 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Trickfilm / Komödie
Produktionsfirmen Indian Paintbrush (USA)
Koproduktionsfirmen Babelsberg Film
Produktionsförderung Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 300.000)
Drehort 3 Mills Studios London
Kinostart 10.05.2018
Laufzeit 102
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 419.755
Bes. (EDI) 57.324
Charthistory
USA-Start 23.03.2018, bei Fox Searchlight
Boxoffice USA $ 30.743.143
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.fox.de/isle-of-dogs
nach oben Cast & Crew
Produzenten Wes Anderson, Jeremy Dawson, Steven M. Rales, Scott Rudin
Koproduzenten Henning Molfenter, Eli Bush, Octavia Peissel
Ausf. Produzenten Christoph Fisser, Henning Molfenter, Dr. Carl Woebcken
Ausf. Co-Producer. Ben Adler, Molly Cooper, John Peet
Regie Wes Anderson
Drehbuch Wes Anderson, Roman Coppola, Jason Schwartzman, Kunichi Nomura
Sprecher Courtney B. Vance (Erzähler), Koyu Rankin (Atari), Bryan Cranston (Chief), Edward Norton, Bob Balaban, Bill Murray, Jeff Goldblum, Greta Gerwig, Frances McDormand, Scarlett Johansson, Harvey Keitel, F. Murray Abraham, Tilda Swinton, Liev Schreiber, Fisher Stevens, Anjelica Huston
Sprecher D Anton Ehrhorn, Torsten Michaelis, Andreas Fröhlich, Lutz Mackensy, Klaus-Dieter Klebsch, Tom Vogt, Anke Reitzenstein, Christian Brückner, Axel Malzacher, Wolf Frass
Kamera Tristan Oliver
Schnitt Andrew Weisblum, Edward Bursch, Ralph Foster
Musik Alexandre Desplat
Produktionsdesign Paul Harrod, Adam Stockhausen
Kostüme Susanne Morthorst Staal
Line Producer Simon Quinn
Casting Douglas Aibel, Kunichi Nomura
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
68. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2018, Berlin, 18.02.2018 Silberner Bär für die Beste Regie Wes Anderson
nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

ISLE OF DOGS - ATARIS REISE erzählt die Geschichte von Atari, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein in einem Miniatur-Junior-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island auf der Suche nach seinem Bodyguard-Hund Spots. Dort freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an und bricht mit ihrer Hilfe zu einer epischen Reise auf, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird. Mit ISLE OF DOGS - ATARIS REISE hat Wes Anderson einen aufwendig gestalteten und visionären Animationsfilm vorgelegt, dessen einmaliger Look und fantasievolles Setdesign sofort die typischen künstlerischen Merkmale des großen Regisseurs erkennen lassen. Eine akkurat symmetrische Bildgestaltung, skurrile Charaktere, schnelle lakonische Dialoge und immer wieder überraschende Plotelemente erschaffen eine originelle Welt, die in sich stimmig ist und sich vieler interessanter Aspekte der japanischer Kultur bedient. Doch neben all den skurril-komischen Momenten versteht sich Andersons Film auch als ein aktueller Kommentar auf zeitgenössische gesellschaftliche Phänomene und politische Entwicklungen. Die immer stärkere Kontrolle durch Maschinen, die Zerstörung der Umwelt durch Gifte, die Marginalisierung der Kranken und Schwachen - all das fließt in diese Fabel ein, ohne aber den Humor aus den Augen zu verlieren. Für den sorgen allen voran die unterschiedlichen Hundecharaktere, deren verschiedene Wesenszüge durch die die Riege prominenter Schauspieler stimmlich prägnant herausgearbeitet werden. Wes Andersons ISLE OF DOGS - ATARIS REISE unterhält von Anfang bis Ende großartig und lädt uns gleichzeitig dazu ein, über all seine Facetten, vielfachen Referenzen und klugen Anspielungen zu staunen und dabei einen wahren Filmschatz zu entdecken.

Gutachten:

Auch Wes Andersons neuer Film ISLE OF DOGS sprüht vor Ideen, Bezügen und einer kreativen Energie, wie sie selten so konzentriert zu erleben ist. Nach Spielfilmen wie GRAND BUDAPEST HOTEL und MOONRISE KINGDOM wendet sich der Regisseur in ISLE OF DOGS neuen Herausforderungen zu. Nicht nur ist er komplett im Stop-Motion-Verfahren entstanden, sein Film stellt auch eine umfassende Hommage an die jüngere japanische Populärkultur dar. Wie in einem bunten großen Wimmelbild reihen sich entsprechende Bezüge und Anspielungen auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den kreativsten Formen in Setting und Handlung. Besonders Reminiszenzen an Akira Kurosawa erscheinen allgegenwärtig, sei es die Musik aus DIE SIEBEN SAMURAI, das Setting aus ENGEL DER VERLORENEN oder auch die Würdigung des Kurosawa-Schauspielers Toshiro Mifune, der offensichtlich Modell stand für die Figur des Bürgermeisters. Doch auch Ishiro Hondas GODZILLA-Filme oder die Animes von Hayao Miyazaki spiegeln sich überdeutlich in Handlung und Gestaltung von Andersons eigenwilliger Filmwelt. Begeisternd erscheint dabei besonders Andersons Konsequenz, nicht nur Texte in kunstvollen Grafiken in der Originalsprache zu gestalten, sondern auch die Menschenfiguren japanisch sprechen zu lassen. Um das Verständnisproblem zu lösen, wird gleich am Anfang eine Simultandolmetscherin eingeführt, die - ausschließlich an uns Zuschauer gewandt - fleißig übersetzt.
Auch wer all diese Bezüge nicht erkennt, muss inhaltlich keinen Mangel erleiden, denn die kulturelle Bezugsebene stellt beileibe nicht das einzige Narrativ dar. Vielmehr werden im Film jenseits der puren Story Themen wie Krankheit, Verfolgung, Deportation und Euthanasie verhandelt und so geschickt neben die dem Film eigene skurrile Komik gestellt, dass sie niemals deplatziert wirken.
Wie bei Wes Anderson üblich, bereitet auch die Filmgestaltung großes Vergnügen. Ausgestattet mit viel Humor, entfaltet sich eine eigene Welt, in der insbesondere die Hunde mit großer Sorgfalt und Detailliebe entworfen und animiert wurden. Ihre Vermenschlichung fällt begrenzter aus als es in Animationsfilmen mit Tieren sonst üblich ist. Die Figuren bleiben, auch wenn sie sprechen, doch Hunde, was sich insbesondere an ihren gattungstypischen Blicken und Bewegungen zeigt. Nicht nur in dieser Hinsicht wird der Film speziell Hundefreunden zusagen, auch inhaltlich schwingt sich der Film zu einem warmherzigen Plädoyer für den Hund auf. Im Bereich von Inszenierung und Bildkomposition ist Wes Anderson wesentlichen Elementen seiner Handschrift treu geblieben, allem voran der symmetrisch gestalteten Zentralperspektive als bestimmendes Mittel, das neben Splitscreen und dem Einsatz grafischer Elemente einen Großteil der visuell überwältigenden Wirkung ausmachen. Da auch die deutsche Synchronfassung ausdrücklich hervorragend gelungen ist, möchte die Jury ISLE OF DOGS speziell für einen Besuch im Kino empfehlen, wo sich Sound und Bild der bemerkenswerten Arbeit in ihrer Wirkung voll entfalten können.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
15.02.2018 - 25.02.2018 Berlin 68. Internationale Filmfestspiele Berlin

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