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Inland Empire

Kryptischer Dreistunden-Trip von David Lynch um eine in Schwierigkeiten steckende Schauspielerin.

Inland Empire Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Polen u.a. 2006
Regie David Lynch
Darsteller Laura Dern, Jeremy Irons, Harry Dean Stanton
Kinostart 26.04.2007
Einspielergebnis D € 309.052
Bes. (EDI) 45.054
Bes. (FFA) 45.711
Charthistory
Boxoffice USA $ 100.056
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 15.11.2009 (Tele 5)

nach oben Inhalt & Info

Nikki Grace, eine einst gefeierte Schauspielerin, wird für die Hauptrolle im neuen Film von Regisseur Kingsley Stewart engagiert. Kurz vor dem Dreh erfahren Nikki und ihr Co-Star Devon, dass der Film ein Remake ist. Er wurde vor einigen Jahren schon einmal gedreht, aber nie fertiggestellt, weil die Hauptdarsteller vor dem Ende der Dreharbeiten ums Leben kamen. Bald schon beginnen für Nikki, Fiktion und Realität miteinander zu verschmelzen.

Mit seinem kryptischsten, verwirrendsten Film seit seinem Debüt "Eraserhead" dürfte Kultregisseur David Lynch selbst eingefleischte Fans auf eine harte Probe stellen. Die nichtlineare Erzählweise und der ständige Perspektivwechsel des digital gedrehten Films verlangen dem Zuschauer im Verbund mit der fast dreistündigen Laufzeit alles ab. Lynch-Muse Laura Dern ("Blue Velvet", "Wild at Heart") fasziniert mit facettenreicher Darstellung.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

David Lynchs dreistündiges Werk fasziniert als wundersame und erschreckende Reise durch das Unterbewusstsein, wo Realitäts- und Zeitebenen miteinander verschmelzen. Ein kryptisches, exzentrisches Kunstwerk.

Der 61-jährige Regisseur finanzierte den Film nicht nur aus eigener Tasche, sondern musste in den USA auch Verleih und Vertrieb selbst übernehmen - ein wahrlich trauriger Umstand. Umso erfreulicher ist das Ergebnis seiner Arbeit, das, erstmals auf DV gedreht, unmittelbar und befreit wirkt. Und zugleich so experimentell ist wie keiner seiner Filme mehr seit seinem Debüt "Eraserhead".

Wie eine Fortsetzung von "Mulholland Drive" abzüglich der Noir-Elemente beginnt die Quintessenz seines Schaffens bei dem verblassten Star Nikki Grace (Laura Dern), der eine wohl letzte Chance auf ein Comeback erhält. Für den Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons) soll sie die Hauptrolle in einem Film an Seite von Devon Berk (Justin Theroux) übernehmen. Aber die hexenhafte Nachbarin prophezeit ihr Unheil. Schon bei den Proben zu "On High in Blue Tomorrows" häufen sich die Merkwürdigkeiten, entpuppt sich das Projekt als Remake eines nie fertiggestellten deutschen Films aus den 30ern, dessen zwei Hauptdarsteller ermordet wurden.

Hollywood wird Lynchland mit geheimnisvollen Traumeinschüben, Märchen und Szenen von polnischen Prostituierten: Subplots, die ein Eigenleben entwickeln und wie Geister herumspuken. Die Handlung wird zum Labyrinth, das durch die alptraumhaften Abgründe der Seele führt, wenngleich nicht mehr so freudianisch und sadistisch wie einst, dafür irritierender und hypnotischer.

Das Ergebnis ist kein Film im herkömmlichen Sinne, mehr ein Mysterium, ein Kunstprojekt, das vorab im Internet gezeigtes Material (die "Rabbits"-Sitcom) beinhaltet. Lynch fordert mit seiner verpuzzelten, abstrakten Erzählweise die Interpretationsvielfalt nur so heraus, schlüssige Deutungen haben es schwer, sich zu behaupten. Und von Laura Dern, die fast in jeder Einstellung zu sehen ist, verlangt er alle Nuancen ihres Könnens. Er startete für seine Muse, die schon in "Blue Velvet" und "Wild at Heart" mitspielte, gar eine Oscar-Kampagne (samt Kuh), die leider nicht für eine Nominierung reichte. Zu wünschen wäre es ihr gewesen. tk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Concorde
O-Titel Inland Empire
Land / Jahr USA/Polen/Frankreich 2006
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller / Drama
Produktionsfirmen Studio Canal/Fundacja Kultury/Camerimage Festival
Kinostart 26.04.2007
Laufzeit 180
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 309.052
Bes. (EDI) 45.054
Bes. (FFA) 45.711
Charthistory
USA-Start 08.12.2006, bei 518 Media
Boxoffice USA $ 100.056
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten David Lynch, Mary Sweeney
Koproduzenten Jeremy Alter
Regie David Lynch
Drehbuch David Lynch
Darsteller Laura Dern (Nikki Grace/ Susan Blue), Jeremy Irons (Kingsley Stewart), Harry Dean Stanton (Freddie Howard), Justin Theroux (Devon Berk/ Billy Side), Ian Abercrombie (Henry), Karolina Gruszka (Mädchen), Peter Lucas (Piotrek Krol), Krzysztof Majchrzak (Phantom), Julia Ormond (Doris Side)
Kamera Odd-Geir Saether
Schnitt Mary Sweeney
Musik Angelo Badalamenti
Kostüme Heidi Bivens
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Inland Empire EuroVideo Medien DVD, ab 12, 173 Min. Kauf
Inland Empire EuroVideo Medien DVD, ab 12, 173 Min. Leih
Enthalten in:
David Lynch Box (3 Discs)David Lynch Box (3 Discs)
EuroVideo Medien GmbH
EuroVideo Medien GmbH
DVD, ab 16, 449 Min.
Blu-ray Disc, ab 16, 462 Min.
Kauf
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Diverse Inland Empire Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Nikki Grace, eine einst gefeierte Schauspielerin, wird für die Hauptrolle im neuen Film von Regisseur Kingsley Stewart engagiert. Kurz vor dem Dreh erfahren Nikki und ihr Ko-Star Devon, dass der Film ein Remake ist. Er wurde vor einigen Jahren schon einmal gedreht, aber nie fertiggestellt, weil die Hauptdarsteller vor dem Ende der Dreharbeiten ums Leben kamen. Bald schon beginnen für Nikki, Fiktion und Realität miteinander zu verschmelzen.

Mit seinem kryptischsten, verwirrendsten Film seit seinem Debüt "Eraserhead" stellt Kultregisseur David Lynch selbst eingefleischte Fans auf eine harte Probe. Die nichtlineare Erzählweise und der ständige Perspektivwechsel des digital gedrehten Films verlangen dem Zuschauer im Verbund mit der fast dreistündigen Laufzeit alles ab. Wem es gelingt, sich auf den eigentümlich spannenden Film einzulassen, wird allemal mit Bildern belohnt, wie man sie noch nie gesehen hat.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollIn einem enttäuscht David Lynch seine Anhänger - oder nennen wir sie seine Kultgemeinde - nicht: Der Meister der Mystifikationen und surrealen Arrangements wird seinem Ruf gerecht. "Inland Empire", eine fast dreistündige "Tour de force", erweist sich als schillernder, facettenreicher Psycho-Trip, ein vielschichtiges Puzzle aus filmischen Mythen und Traumata.

David Lynch reproduziert hier einmal mehr seine Affinitäten zum Horrorfilm- und Vampirfilm-Genre, natürlich zum klassischen Avantgardefilm (Maya Deren, Richter und andere), assoziiert das surreale und absurde Theater, aber auch (und das ist wahrlich neu und überraschend) seine Entdeckungen im polnischen Kino des Wojciech Has (etwa seine Filme "Handschrift von Saragossa" oder "Sanatorium zur Todesanzeige").

Ein Mälstrom der Motive und ein mehrfaches Wechseln der Erzählperspektiven, ein Brechen der Stile durchzieht den Film, ständig ist der Boden schwankend. Kurzum ein psychoanalytisches Vexierspiel, das sich sein eigenes Universum schafft - unter konsequenter Missachtung traditioneller Logik, immer im Widerstreit mit dem konventionellen Erzählkanon. "Mein Hirn spielt verrückt", lässt Lynch es einmal seine Heldin Nikki Grace leitmotivisch formulieren.

"Inland Empire" gleicht so einem magischen Würfel, der nur einem Gesetz zu folgen scheint: Alle Gewissheiten zu verunsichern und zu verzerren. Lynchs Manie ist dabei manches Mal dabei zu angestrengt und adressiert, auf alle Fälle aber auch ein ständiges Kokettieren mit der eigenen Virtuosität.

Dominant in "Inland Empire" ist David Lynchs Auseinandersetzung mit Hollywood - als Institution und als Kino-Mythos. Man denkt durchaus an Brechts berühmtes "Hollywood"-Gedicht:

"Jeden Morgen, mein Brot zu verdienen

Gehe ich auf den Markt, wo Lügen gekauft werden.

Hoffnungsvoll

Reihe ich mich ein zwischen die Verkäufer."

Lynch beschwört Hollywood als einen Ort der Zombies, der lebenden Leichname. Er lässt seine Visionen auf dem "Walk of Fame" kulminieren, in einem Danse macabre. Eine Sequenz voller Angst, Müll und Tod. Das Ego des Regisseurs wird hier zu einer Mixtur von Selbstzweifel und Selbsthass.

Für die Analyse der künstlerischen Welten eines David Lynch ist "Inland Empire" sicherlich ein Muss. Das Maßlose als Erkennungszeichen, das Irritierende als Banner.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


nach oben Pressestimmen

Mit seinem kryptischsten, verwirrendsten Film seit seinem Debüt "Erasehead" dürfte Kultregisseur David Lynch selbst eingefleischte Fans auf eine harte Probe stellen.

Treffpunkt Kino

David Lynchs dreistündiges Werk fasziniert als wundersame und erschreckende Reise durch das Unterbewusstsein, wo Realitäts- und Zeitebenen miteinander verschmelzen. Ein kryptisches, exzentrisches Kunstwerk.

Blickpunkt:Film

Wie ein Gemälde ist dieser Film, eine einzige labyrinthische Verstrickung, ein Vexierbild.

Süddeutsche Zeitung, 26. April 2007

(...) besser ist es, die Suche nach dem Sinn aufzugeben und das Werk als das zu genießen, was es auch ist: ein Katalog der filmischen Möglichkeiten, unbehagliche Atmosphären zu schaffen.

Stuttgarter Zeitung, 26. April 2007

"Inland Empire" ist ein dreistündiges, quälendes Szenenwirrwarr, dem auch durch den analytischen Versuch, die Geschichte zu durchschauen, nicht geholfen werden kann.

Abendzeitung, 26. April 2007

Dies ist David Lynchs "Amerikanische Nacht", sein "Sunset Boulevard", sein "Le Mépris": ein Film über das Filmemachen selbst.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. April 2007

Aber wenn man mal die Momente der Verwirrung, der Verstörung, der Verzweiflung hinter sich hat, möchte man von seinen fast 180 Minuten auf keine einzige verzichten.

Süddeutsche Zeitung, 25. April 2007

Was Lynchs Film mit herkömmlicher Kinoware verbindet, ist, dass er einen Anfang und ein Ende hat. Dazwischen aber herrscht ein - meisterlich dargebotenes - Chaos.

Frankfurter Rundschau, 26. April 2007

Sinnsucher aufgepasst: Dieser Film wird Sie verwirren - und enttäuschen.

Spiegel Online, 25. April 2007

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