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Glück ist was für Weicheier

Rührende Tragikomödie um ein burschikoses Mädchen, das mit der tödlichen Krankheit seiner Schwester zurechtkommen muss.

Glück ist was für Weicheier Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2018
Regie Anca Miruna Lazarescu
Darsteller Ella Frey, Martin Wuttke, Emilia Bernsdorf
Kinostart 07.02.2019
Einspielergebnis D € 39.083
Bes. (EDI) 5.185
Bes. (FFA) 4.716
Charthistory

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Die zwölfjährige, burschikose Jessica hat ein paar Ticks. Kein Wunder, das patente Mädchen hat die Mutter verloren und die ältere Schwester leidet an einer tödlichen Krankheit. Ihr Vater, er arbeitet als Bademeister und Sterbebegleiter, versucht sein Bestes, hat aber selbst mit der Trauer zu kämpfen. Jessica versucht alles, damit ihre Schwester am Leben bleint - und wenn es mit einem Zauber ist.

Rührende Tragikomödie, die eine tragische Familien- und leicht skurrile Coming-of-Age-Geschichte mischt, die Regisseurin und Drehbuchautorin Anca Miruna Lazarescu mit viel Witz auflockert und mit Einfühlungsvermögen in ihre sympathischen Hauptfiguren erzählt. Mit Martin Wuttke als Vater, Emma Bading als ältere Schwester und der jungen Ella Frey als Hauptfigur hat sie ein starkes Ensemble.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel Glück ist was für Weicheier
Land / Jahr Deutschland 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Komödie
Produktionsfirmen Walker+Worm Film
Koproduktionsfirmen ZDF - Zweites Deutsches Fernsehen
Senderbeteiligung ARTE G.E.I.E.
Förderung Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 250.000),
Film- und Medienstiftung NRW (EUR 250.000),
Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film (EUR 27.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 30.000)
Drehort Bielefeld, Rinteln, Bad Salzuflen und München
Drehzeit 26.09.2017 - 01.11.2017
Kinostart 07.02.2019
Laufzeit 96
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 39.083
Bes. (EDI) 5.185
Bes. (FFA) 4.716
Charthistory
Web-Link http://www.glueckistwasfuerweicheier-film.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Tobias Walker, Philipp Worm
Redaktion Jörg Schneider
Regie Anca Miruna Lazarescu
Drehbuch Silvia Wolkan
Darsteller Ella Frey (Jessica), Martin Wuttke (Stefan Gabriel), Emilia Bernsdorf (Sabrina), Christian Friedel, Sophie Rois, Tina Ruland, Stephan Grossmann, Emma Bading, Tim Dieck
Kamera Christian Stangassinger
Schnitt André Bendocchi-Alves, Hansjörg Weißbrich
Musik Ketan Bhatti, Vivan Bhatti
Produktionsdesign Iris Trescher
Kostüme Anna Wübber
Casting Suse Marquardt
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Glück ist was für Weicheier EuroVideo Medien DVD, ab 12, 92 Min. Kauf
Glück ist was für Weicheier EuroVideo Medien Blu-ray Disc, ab 12, 95 Min. Kauf
nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: WertvollKurztext:

Berührend tragikomisches Drama über ein junges Mädchen, das seiner todkranken Schwester helfen will, wieder gesund zu werden. Und dabei auch mit den eigenen Unsicherheiten des Erwachsenwerdens kämpfen muss.

Jessica ist 12 und glaubt, dass vieles im Leben Unglück bringt. Gewisse Zahlen zum Beispiel. Die sind böse und sollten nicht benutzt werden. Aber manchmal kann man nicht anders. Und dann kommt das Unglück. Deswegen ist auch Jessicas Mutter gestorben. Und ihre ältere Schwester Sabrina krank geworden. Aber Jessica hat einen Plan. Denn in einem Buch über das Mittelalter hat sie gelesen, dass eine schlimme Krankheit verschwindet, wenn man sie auf einen anderen Menschen überträgt. Und während Jessica versucht, ihren Plan in die Tat umzusetzen, sucht Jessicas Vater Stefan Trost in der Arbeit als Sterbebegleiter. Doch wie kann er Menschen in den Tod begleiten, wenn er den Tod seiner Frau und die Krankheit seiner Tochter selbst nicht verarbeiten kann? Der Tragikomödie GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER, dem Langfilmdebüt der Regisseurin Anca Miruna Lazarescu, gelingt es, dem schwierigen Thema Tod auf berührende Weise zu begegnen. Dies schafft der Film dank des Drehbuchs und der konsequent eingenommenen und einfühlsam erzählten Perspektive einer absolut ungewöhnlichen Protagonistin. Denn Jessica, großartig gespielt von der Newcomerin Ella Frey, ist kratzbürstig, dickköpfig und unnahbar. Und doch kann sich der Zuschauer in ihre Situation hineinfühlen, wenn sie der älteren Schwester, mit der sie eine liebevolle Beziehung verbindet, helfen will, ihre Krankheit zu besiegen. Auch Martin Wuttke überzeugt mit der einfühlsamen Darstellung als Jessicas Vater. Der Film stellt sich dem Schmerz des Verlustes, den die Familie erleidet, und doch wirkt der Film nie als ein Trauergesang auf den Tod, sondern wie eine Feier für das Leben. In dem Traurigkeit einen ebenso großen Platz einnehmen darf wie das Glück. Und das ist längst nicht nur etwas für Weicheier.

Gutachten:

In ihrem zweiten Spielfilm nach REISE MIT VATER erzählt die 39-jährige deutsch-rumänische Regisseurin eine komplexe und vielschichtige Coming-of-Age-Geschichte, die die Zielgruppe in ihren Erfahrungen mit der Pubertät und der ersten Liebe abholt. Sie kombiniert dies mit einer einfallsreichen Auseinandersetzung mit dem Umgang mit dem Tod in der modernen Gesellschaft. Das sensibel beobachtete, hervorragend gespielte und tiefgründige Melodrama eröffnete die renommierten Hofer Filmtage 2018.
Die 12-jährige Jessica - herausragend: Ella Frey - hat die Probleme vieler Teenagerinnen. Ihr Körper steckt noch in der Kinderfigur, aber die Pubertät hat in ihr die ersten Gefühle für das andere Geschlecht geweckt. Sie ist unsterblich in einen Mitschüler verliebt, Eistänzer, den sie heimlich beobachtet.
Das gesamte Leben Jessicas ist vom Umgang mit dem Tod überlagert. Ihre Mutter starb vor 11 Jahren bei einem Autounfall, die ältere Schwester Sabrina leidet unter einer unheilbaren Krankheit und wird zu Hause gepflegt. Jessicas Vater kann ihr keinen Halt bieten. Er ist selbst mit den eigenen Gefühlen überfordert, zerrissen von der Sorge um die beiden Töchter, seinem Schmerz und der Angst vor dem nahenden Tod Sabrinas. Statt mit einer neuen Partnerschaft versucht er, sich dem Problem über die Begleitung von Sterbenden anzunähern. Dabei nutzt er die reichhaltige, zum Teil fragwürdige Literatur, die auf dem Markt ist. Er lernt im Laufe des Films, den Tod nicht als von Gott gewollten Schicksalsschlag, sondern als Teil der Natur anzunehmen.
Jessica leidet auf Grund der seelischen Belastungen an irrationalen Phobien und Ängsten, die sie über eine Therapie in den Griff kriegen soll. Sie entwickelt mit deren Hilfe die Resilienz, um Niederlagen in der Pubertät ebenso wie den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren.
Die Familiengeschichte lebt von den grandiosen Leistungen der Schauspieler, auch wenn Martin Wuttke manchmal die Grenze zum Pathetischen kratzt. Mit dieser Brillanz können das Buch, das in den Augen der Jury zu überladen ist, und die künstlerische Umsetzung nicht immer mithalten. Die Bilder erreichen bedauerlicherweise niemals wirklich Kinoniveau, was wohl auch den Budgetbeschränkungen der Produktion geschuldet ist.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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