Fear and Loathing in Las Vegas

Drogengeschwängerter Trip in das dunkle Herz Amerikas, der alle filmischen Gesetze mißachtet.

Fear and Loathing in Las Vegas Großansicht
(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 1998
Regie Terry Gilliam
Darsteller Johnny Depp, Benicio Del Toro, Craig Bierko
Kinostart 24.09.1998
Einspielergebnis D € 948.244
Bes. (EDI) 172.529
Bes. (FFA) 192.726
Charthistory
Boxoffice USA $ 10.355.340
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Journalist Raoul Duke soll über ein Autorennen in der Wüste von Nevada berichten. Mit seinem Anwalt Dr. Gonzo und einer Unmenge von Drogen im Gepäck macht er sich auf den Weg nach Las Vegas, um dort seinem eigentlichen Ziel nachzugehen und nach den Überresten des amerikanischen Traums zu fahnden - auch wenn Hotelangestellte, Polizisten und Horrortrips ihm die Arbeit erschweren.

Nach Hunter S. Thompsons 1971 erschienenem Kultroman entstand Terry Gilliams drogengeschwängerter Trip in das dunkle Herz Amerikas, der alle filmischen Gesetze mit einem Handstreich vom Tisch fegt. In einer schauspielerischen Tour de Force suchen Johnny Depp und Benicio Del Toro nach den Ursachen für den Niedergang der einst großen Nation USA. Ein filmischer Kraftakt, den man nur lieben oder hassen kann.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Daß Hunter S. Thompsons Subkulturbibel aus dem Jahr 1971 als unverfilmbar galt, hat seinen Grund: Begleitet von seinem Anwalt, sucht der Journalist Raoul Duke ohne offenkundigen dramatischen Bogen in der Glitzermetropole Las Vegas unter Einsatz seines Lebens und jeder erdenklichen Droge nach dem amerikanischen Traum, bis Traum und Buch unter der Last des pausenlosen Drogenkonsums geradezu disintegrieren und jede Hoffnung der Love & Peace-Generation endgültig ad acta gelegt werden darf. Exzeß ist kein Fremdwort für Terry Gilliam, und so nimmt er die Vorlage bei den Hörnern: Entsprechend ist seine außer Rand und Band geratene, häufig nur vom Voiceover-Kommentar Johnny Depps zusammengehaltene Kollage aus Thompsons und eigenen, seit "Brazil" bestens bekannten Motiven und den berühmten Skizzen Ralph Steadmans, die den Erstabdruck des psychedelischen Gonzo-Werkes im Rolling Stone begleiteten, nicht Jedermanns Sache.

"Wir waren gerade hinter Barstow, irgendwo in der Wüste, als die Drogen zu wirken begannen." Mit dem berühmten Einstieg des Romans beginnt auch Gilliams filmischer Kraftakt: Danach erleben Duke und sein Anwalt Dr. Gonzo, die Don Quichote und Sancho Pansa-artigen, traurigen Helden in dieser "wilden Reise zum Herz des amerikanischen Traums" keinen klaren Moment mehr. Der Film auch nicht. Wie ein "Easy Rider", der den Verstand verloren hat, taumelt "Fear and Loathing in Las Vegas" von Drogentrip zu Drogentrip, visualisiert Gilliam alle Halluzinationen seiner beiden Helden, die von Fledermäusen attackiert werden, miterleben müssen, wie die Teppiche eines Casinos die Wände auf- und abkriechen und sich alle Menschen in der Lobby eines Hotels in Echsen, echte "Lounge Lizards", verwandeln - und das in den ersten 20 Minuten des Films. Danach geht es erst richtig rund, wenn Duke als Journalist ein Wüstenrennen, bei dem man vor lauter Staub weniger erkennt als in "Heaven's Gate", und später die nationale Drogenkonferenz der US-Polizei besucht.

Dennoch ist diese Dante-artige Tour durch die Hölle mehr als eine beliebige Aneinderreihung von abgefahrenen Motiven. In diesem Wahnsinn steckt Methode: Wie in "12 Monkeys" suchen auch hier die Helden nach dem Ursprung des Untergangs der einst großen Nation USA. War Gilliams Hit von 1995 aber noch ein reiner Fantasyfilm, nennt "Fear and Loathing" die Dinge beim realen Namen: Allgegenwärtig sind Vietnamkrieg, die Rassenkonflikte in Los Angeles, die Desillusion nach dem Sommer der Liebe, der Verlust der Unschuld, und sie treiben Johnny Depp und Benicio Del Toro immer weiter an in ihren Drogeneskapaden, die anstatt Erleuchtung nur Kopfschmerzen und Enttäuschung bringen.

Sie sind wie Laurel & Hardy, wenn sie von Cheech und Chong dargestellt werden würden: Depp hampelt enthemmt und grunzt, als gelte es nicht nur, den wahren Hunter S. Thompson zu emulieren, sondern schauspielerisch auch noch das Erbe von Gilliams eigenen grotesken Gastauftritten in den Monty-Python-Filmen anzutreten. So verrückt er auch sein mag, er ist doch der vergleichsweise normale Gegenpart zu dem durchgeknallten Dr. Gonzo, der von Benicio Del Toro ohne Rücksicht auf Verluste zu vollbreitem Leben erweckt wird. Ein wenig erinnert das Duo an Jeff Bridges und Robin Williams in "König der Fischer" oder Bruce Willis und Brad Pitt in "12 Monkeys", und erneut vertritt Gilliam den Standpunkt, daß man die Realität nur verrückt oder in dichtem Zustand ertragen kann. Nur: So konsequent, so bildbesessen und so wahnsinnig war der visionäre Regisseur noch nie, daß selbst die von Depp im Off vorgetragenen Originalpassagen des Romans wie Rettungsringe im Inferno wirken. Ein mutiger, entfesselter Film, der zu Unrecht in Cannes gescholten wurde, weil er sich nicht damit aufhält, Regeln zu brechen, sondern schlicht und einfach keine Regeln kennt. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Tobis
O-Titel Fear and Loathing in Las Vegas
Land / Jahr USA 1998
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie / Drama
Produktionsfirmen Rhino Films/Laila Nabulsi
Kinostart 24.09.1998
Laufzeit 128
FSK ab 16 Jahre
Bildformat Cinemascope
Einspielergebnis D € 948.244
Bes. (EDI) 172.529
Bes. (FFA) 192.726
Charthistory
USA-Start 22.05.1998, bei Universal
Boxoffice USA $ 10.355.340
nach oben Cast & Crew
Produzenten Patrick Cassavetti, Stephen Nemeth, Laila Nabulsi
Koproduzenten Elliot Rosenblatt
Ausf. Produzenten Harold Bronson, Richard Foos
Regie Terry Gilliam
Drehbuch Tony Grisoni, Terry Gilliam, Tod Davies, Alex Cox
Buchvorlage Hunter S. Thompson
Darsteller Johnny Depp (Raoul Duke), Benicio Del Toro (Dr. Gonzo), Craig Bierko (Lacerda), Ellen Barkin (Bedienung im North Star), Gary Busey (Highway Polizist), Cameron Diaz (Blonde Fernsehreporterin), Flea (Musiker), Mark Harmon (Zeitungsreporter), Katherine Helmond (Angestellter für Reservierungen), Michael Jeter (L. Ron Bumquist), Penn Jillette (Carnie Talker), Lyle Lovett (Road Person), Tobey Maguire (Hitchhiker), Christina Ricci (Lucy), Harry Dean Stanton (Richter), Tim Thomerson (Hoodlum)
Kamera Nicola Pecorini
Schnitt Lesley Walker
Musik Ray Cooper
Produktionsdesign Alex McDowell, Chris Gorak
Ton Jay Meagher
Kostüme Julie Weiss
Effekte Rob Bottin
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Fear and Loathing in Las Vegas (Limited Edition, Steelbook) Universum Film Blu-ray Disc, ab 16, 118 Min. Kauf
Fear and Loathing in Las Vegas (Director's Cut) Universum Film DVD, ab 16, 113 Min. Kauf
Fear and Loathing in Las Vegas Universum Film DVD, ab 16, 112 Min. Kauf
Fear and Loathing in Las Vegas Universum Film Blu-ray Disc, ab 16 Kauf
Fear and Loathing in Las Vegas
Nicht lieferbar
Universum Film DVD, ab 16, 123 Min. Kauf
Fear and Loathing in Las Vegas
Nicht lieferbar
Universum Film VHS, ab 16, 112 Min. Kauf
Enthalten in:
Große Kinomomente - Gesamtausgabe (50 DVDs)
Nicht lieferbar
Große Kinomomente - Gesamtausgabe (46 DVDs)
Nicht lieferbar
Universum Film
Universum Film
DVD, nicht unter 18
DVD, ab 16
Kauf
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Los Angeles, 1971: Der Journalist Raoul Duke erhält von Magazin "Sports Illustrated" den hochdotierten Auftrag, über das 400-Meilen-Wüstenrennen von Nevada zu berichten. Gemeinsam mit seinem Freund und Anwalt Dr. Gonzo fährt Duke zum Ausgangspunkt der Motorrad-Rallye: Las Vegas. Mit sich führt das Gespann Unmengen von Drogen. Am Ziel angekommen, können die beiden kaum noch stehen, das Rennen verschwindet hinter undurchdringlichen Nebelwolken und die Glitzermetropole mutiert zum Hort des Grauens...

Der hypnotische Bildersturm des "Twelve Monkeys"-Regisseurs Terry Gilliam entspricht perfekt den Wahn-Visionen des Journalisten Hunter S. Thompson, Autor der gleichnamigen Buchvorlage. Unterstützt von einem mitreißenden Sixties-Soundtrack und dem entfesselten Spiel der Stars Johnny Depp ("Donnie Brasco") und Benicio del Toro ("The Fan") entwickelt sich dieses temporeiche Road Movie zu einem vehementen Angriff auf die kleinbürgerliche US-Moral. In witzigen Cameos sind unter anderem Cameron Diaz, Ellen Barkin und Christina Ricci zu sehen.

Quelle: mediabiz.de

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