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Sony Pictures Entertainment Deutschland

Programm


Die Goldfische

Aberwitzige und emotionale Komödie über einen Investmentbanker, der sich mit einer Behinderten-WG arrangieren muss.

Die Goldfische Großansicht
(Bild: Sony Pictures)
Verleih Sony Pictures
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2019
Regie Alireza Golafshan
Darsteller Tom Schilling, Jella Haase, Axel Stein
Kinostart 21.03.2019
Einspielergebnis D € 5.068.660
Bes. (EDI) 634.448
Bes. (FFA) 608.058
Charthistory

nach oben Ausführliche Besprechung

Aberwitzige und emotionale Komödie über einen Investmentbanker, der sich mit einer Behinderten-WG arrangieren muss.

Ein Händchen für neue Talente hatten Wiedemann & Berg schon immer: "Das Leben der Anderen" war ein Debüt; Simon Verhoeven und Baran Bo Odar - heute längst Stützen des deutschen Filmemachens - realisierten jeweils ihre zweiten Filme für die Münchner Produktionsfirma. Also heißt es aufgemerkt, wenn sie nun mit Alireza Golafshan, in Iran geborener, aber seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland lebender Absolvent der HFF, wieder einem jungen Regisseur und Drehbuchautor erstmals eine große Bühne bieten. Wie ein Erstlingswerk fühlt sich "Die Goldfische" jedenfalls nicht an. Dafür ist die Erzählung zu souverän, die Bildgestaltung zu ausgeklügelt, der Umgang mit den wunderbar besetzten Schauspielern - jeden einzelnen von ihnen hat man so ziemlich garantiert noch nie gesehen - zu geschickt. Und vor allem hat man den Eindruck, dass Golafshan bereits bei seinem ersten Spielfilm - er hatte zuvor mit seinem Studentenfilm "Behinderte Ausländer" die Aufmerksamkeit der W&B-Produzentin Justyna Müsch erregt - über eine ganz eigene Handschrift verfügt, und über eine beachtliche Ambition.

Denn eine Haha-Komödie ist diese Ballade vom immer gestressten Investmentbanker, der sich nach einem Autounfall nicht nur querschnittsgelähmt an einen Rollstuhl gefesselt wiederfindet, sondern auch in einer ziemlich wilden WG mit anderen Behinderten, nicht geworden, sondern ein schlitzohriger Spaß mit hintergründigem Humor und einigen aberwitzigen Szenen, die an das Kino der Coen-Brüder erinnert. Tom Schilling erweist sich als feinsinniger Komödiendarsteller, der sozusagen als Straight Man in einen Käfig voller Narren gerät - und im Verlauf der Story, in der er die anderen Behinderten ausnutzen will, um in der Schweiz deponiertes Geld nach Deutschland zu schmuggeln, selbst erkennen muss, dass er der größte Narr ist. Eine regelrechte Offenbarung sind außerdem Birgit Minichmayr als blinde Schnapsdrossel mit Schandmaul und Axel Stein als lustigster Autist der Filmgeschichte ("Mach ma kein Stress"). Und doch stiehlt ihnen allen die wirklich an Down-Syndrom leidende Luisa Wollisch die Schau: Wenn sie ihrer Lust auf Glamour freien Lauf lässt, ist "Die Goldfische" regelrecht außer Rand und Band; ein Comedy-Highlight. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Sony Pictures
O-Titel Die Goldfische
Alternativ-/Arbeitstitel Plan A
Land / Jahr Deutschland 2019
Kategorie Spielfilm
Genre Komödie
Produktionsfirmen Wiedemann & Berg Film GmbH & Co. KG
Koproduktionsfirmen SevenPictures Film, Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH
Förderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 445.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg,
FFA - Filmförderungsanstalt,
DFFF - Deutscher Filmförderfonds
Produktionsförderung FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 480.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 350.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 100.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 200.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 170.000)
Drehzeit 26.07.2018
Kinostart 21.03.2019
Laufzeit 112
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 5.068.660
Bes. (EDI) 634.448
Bes. (FFA) 608.058
Charthistory
Web-Link http://www.DieGoldfische.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Quirin Berg, Justyna Muesch, Max Wiedemann
Koproduzenten Dr. Stefan Gärtner, Martin Bachmann, Eva van Leeuwen
Regie Alireza Golafshan
Drehbuch Alireza Golafshan
Darsteller Tom Schilling (Oliver Overrath), Jella Haase (Laura Ferber), Axel Stein (Rainer 'Rainman' Schnellinger), Kida Khodr Ramadan (Eddy Patzke), Birgit Minichmayr (Magda Grabowski), Jan Henrik Stahlberg (Michael 'Michi' Wolter), Luisa Wöllisch (Franzi Maier), Christian Ammermuller, Angelo Borer, Andreas Dubois, Thomas Gräßle, Stephan Buschmann
Kamera Matthias Fleischer
Schnitt Denis Bachter
Musik Carlos Cipa
Produktionsdesign Josef Brandl
Kostüme Anisha Koebner
Herstellungsleitung David Vogt
Casting Iris Baumüller
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
21. Bunte New Faces Award Film   2019, Berlin, 02.05.2019 Bester Debütfilm  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Die Goldfische Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH DVD, ab 12, 108 Min. Kauf
Die Goldfische Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH Blu-ray Disc, ab 12, 112 Min. Kauf
Die Goldfische Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH DVD, ab 12, 108 Min. Leih
Die Goldfische Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH Blu-ray Disc, ab 12, 112 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Oliver führt als Portfolio-Manager ein Leben auf der Überholspur. Buchstäblich. Als er nach einem Autounfall an den Rollstuhl gefesselt ist und zur Reha in die Behinderten-WG "Die Goldfische" verfrachtet wird, denkt er nur daran, wie er sein Schweizer Schließfach mit illegalem Geld leerräumen kann, bevor er auffliegt. Und hat den Geistesblitz, seine Mitbehinderten für seine Zwecke auszunutzen. Der gemeinsame Autoausflug in die Schweiz erweist sich allerdings als komplizierter und unvorhergesehener als Oliver dachte.

Kaum zu glauben, dass es sich bei dieser von Wiedemann & Berg produzierten Komödie um ein Regiedebüt handelt: Alireza Golafshan, der auch das Drehbuch verfasste, ist ein pfiffig respektloser Spaß mit tollen Kinobildern gelungen, der über Strecken geradezu aberwitzig lustig ist. Er profitiert aber auch von seinem großartigen Ensemble, an dessen Spitze Tom Schilling ("Werk ohne Autor") ungeahntes komisches Talent aufblitzen lässt. Wir freuen uns schon auf Golafshans nächsten Film!

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Ein an den Rollstuhl gefesselter Protfolio-Manager will mit Hilfe anderer Behinderter seine schwarze Kasse in der Schweiz leerräumen. Hinreißende Komödie mit respektlosem Humor, in der sich Tom Schilling als hervorragender Comedian empfiehlt.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Als ein Roadmovie der etwas anderen Art erzählt DIE GOLDFISCHE von Regisseur Alireza Golafshan von einem erfolgreichen Portfolio-Manager, der mit Hilfe einer Behinderten-WG sein Schwarzgeld von der Schweiz nach Deutschland schmuggeln will.

Oliver ist Portfolio-Manager und lebt ein Leben auf der Überholspur. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis er sich bei einem gefährlichen Überholmanöver überschlägt. Die Diagnose: Querschnittslähmung. Doch statt sich seiner neuen Lebenssituation in einer Reha-Klinik zu stellen, ergibt sich für den erfolgsverwöhnten Karrieremenschen ein ganz anderes Problem: Er muss irgendwie in die Schweiz kommen, um von dort seine illegalen Rücklagen über die Grenze zu schmuggeln, bevor die Behörden davon Wind bekommen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch dann begegnet Oliver den Bewohnern einer Behinderten-WG, die von ihrer Betreuerin liebevoll "Die Goldfische" genannt werden. Getarnt als Gruppenausflug will Oliver die Truppe in die Schweiz eskortieren und so seine Haut retten. Doch er hat die Rechnung ohne die liebenswerten Querdenker der Goldfische-WG gemacht. Das Langfilmdebüt von Alireza Golafshan begeistert von der ersten Minute mit Witz, Tempo und seinem herrlich unkorrekten Umgang mit allem, was "normal" ist. Denn obwohl zu Beginn der Geschichte noch Oliver, den Tom Schilling gewohnt souverän als charismatisch schmierigen Karrieretypen verkörpert, im Zentrum der Geschichte steht, verlagert sich die Erzählperspektive immer mehr auf die eigentlichen Hauptfiguren der Geschichte: die Autisten Michi, gespielt von Jan-Hendrik Stahlberg, und "Rainman", dessen autistische Behinderung Axel Stein präzise und einfühlsam darstellt; die blinde Magda, der Birgit Minichmayr mit großer Schnoddrigkeit dennoch viel Liebenswürdigkeit verleiht; und Franzi, die von Luisa Wöllisch als selbstbewusste junge Frau mit Down Syndrom dargestellt wird, die nicht nur ihren eigenen Kopf hat, sondern diesen auch durchsetzt. Ganz ohne Berührungsängste macht der Film die Menschen, denen in der Realität oftmals jegliche Lobby fehlt, zu Helden der Geschichte, ohne sie jemals lächerlich zu machen. Jella Haase als liebenswerte Betreuerin und Kida Khodr Ramadan als ausgebuffter Pfleger komplettieren das großartige Ensemble. Als Komödie und Road Movie besitzt DIE GOLDFISCHE alles, was das Genre verlangt: Temporeiche Verfolgungsjagden, jede Menge spritzige Dialoge und absurde Szenen, unterlegt von einem launemachenden Soundtrack. Und doch spürt man als Zuschauer in jeder Szene, was diesen Film darüber hinaus zu etwas ganz Besonderem macht: Dass er seine Figuren liebt und ernstnimmt - in all dem, was sie besonders macht. DIE GOLDFISCHE ist ein Film, der sein Thema ohne Samthandschuhe, aber mit jeder Menge Herz und Verstand anpackt! Einfach besonders wertvoll!

Gutachten:

Gleich mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm ist Alireza Golafshan ein Volltreffer auf dem Gebiet der vielgescholtenen deutschen Filmkomödie gelungen. DIE GOLDFISCHE vermag in nahezu allen Belangen zu überzeugen - und ganz besonders in der für integrative/inklusive Komödien heikelsten Frage nach der Tonalität. In DIE GOLDFISCHE wird niemand, ob Menschen mit Behinderung oder ohne, ob Homosexuelle, Kapitalisten oder Migranten, mit Samthandschuhen angefasst. Keine der treffend und vielschichtig gezeichneten Figuren wird in einen Schutzraum gestellt, mit niemandem wird besonders vorsichtig verfahren, sondern alle Figuren erfahren den gleichen Umgang und werden auf gleiche Weise innerhalb der komödiantischen Welt ernstgenommen. Die Figuren haben Witz, ohne Witzfiguren zu sein. Dieses Ergebnis erfreut natürlich besonders, da - inklusiv eben - Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen vor der Kamera agieren. Es ist dem Debütregisseur Alireza Golafshan hoch anzurechnen, dass etwa das Wagnis, einen vorrangig als Komödienschauspieler bekannten Akteur wie Axel Stein einen Autisten spielen zu lassen und ihn neben Luisa Wöllisch, einer Schauspielerin mit Down-Syndrom, zu inszenieren, vollends aufgegangen ist. Während sich Axel Stein enorm gut einfügt, ist Luisa Wöllischs Franzi die wohl klarste Figur des Films, die immer ganz genau weiß, was sie will.
Doch das herausragende Drehbuch hat noch mehr zu bieten als die im beschriebenen Sinne spannenden Figuren: eine ganze Reihe äußerst komischer Szenen, sehr pointiert geschriebene Dialoge und einen gewissen subversiven Touch der Grundhandlung, in der recht unverhohlen deftige Kritik am Sozialstaat geübt wird. Auch die gelungene Mischung zwischen Komik und einigen durchaus ernsten Momenten zeugt für ein hervorragendes Gespür in Buch und Inszenierung. Zu den schönsten Augenblicken etwa zählt, wie die zentrale und sehr turbulente Szene auf dem Jahrmarkt plötzlich mit absoluter Stille erzählt wird - ein äußerst wirkungsvoller Bruch, der belegt, mit welcher Sicherheit hier die Klaviatur filmischer Atmosphäre und Tonalität gespielt wird.
Außer Luisa Wöllisch und Axel Stein müssen auch die restlichen Mitglieder des Ensembles positiv hervorgehoben werden, eine sehr prominente Schauspielerriege, die bis ins Detail Ton und Geist von Buch und Inszenierung verinnerlicht und umgesetzt hat. Ein wohltemperiertes hohes Erzähltempo, ein effektvoller Musikeinsatz und zahlreiche gute visuelle Einfälle machen das feine Unterhaltungspaket komplett.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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