Der unglaubliche Hulk

Reboot der "Hulk"-Franchise, in der diesmal Edward Norton als grünes Muskelpaket mit der eigenen Identität und dem bösen Abominable fertig werden muss.

Der unglaubliche Hulk Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2008
Regie Louis Leterrier
Darsteller Edward Norton, Liv Tyler, Tim Roth
Kinostart 10.07.2008
Einspielergebnis D € 1.563.689
Bes. (EDI) 244.663
Bes. (FFA) 245.031
Charthistory
Boxoffice USA $ 134.518.390
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 19.09.2010 (RTL)

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Bruce Banner hält sich in Brasilien versteckt und sucht von dort nach einem Heilmittel gegen die Gamma-Verstrahlung, die ihn zum grünen Wutpaket The Hulk werden lässt. Er wird in die USA gelockt, wo General Ross den kampfgeilen Blonsky rekrutiert hat. Mit Banners Virus infiziert, wird der zu Abominable, der schnell nicht mehr zu kontrollieren ist und das Duell mit dem Hulk sucht.

Das Reboot der vor fünf Jahren von Ang Lee vorgelegten Comic-Adaption ist eine aufgepumpte Steroid-Action-Variante, die Hulks Wahlspruch "Hulk Smash!" unter der versierten Regie von "Transporter"-Macher Louis Leterrier alle Ehre macht. Dabei gefällt der muskulöse, elegante Stil, subtile Figurenzeichnung sucht man trotz Starbesetzung allerdings vergebens.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Im Rahmen ihrer Offensive 2008 schrauben die von der Einflussnahme von Studios nunmehr weitgehend befreiten Marvel Comics auch die Saga vom grünen Wüterich auf Null zurück und verfolgen als Ziel nicht nur die kommerzielle Rettung eines lukrativen Franchise, sondern verstehen den rundum erneuerten Hulk auch als elementaren Baustein einer inhaltlichen Neuausrichtung, die schon in Bälde Früchte tragen soll.

"Iron Man" hat den Anfang gemacht, mit einem strahlend schönen, prächtigen Film, der geschickt wie keine Comicverfilmung zuvor die Balance hielt zwischen augenzwinkernder One-Man-Show (mit Betonung auf "Show") und aufrichtigem Versuch, der Herkunft und Komplexität des Stoffs gerecht zu werden. Auf Ang Lees (über)ambitionierter Interpretation der Saga vom Superhelden im Krieg mit sich selbst als griechische Tragödie im Stil eines klassischen Universal-Monstermovies, die von Fans als zuviel Freud und zu wenig Freude empfunden wurde und entsprechend am Boxoffice abgestraft wurde, präsentiert sich nur fünf Jahre später das 08er-Modell als aufgepumpte Steroid-Action-Variante. Jetzt macht der Grüne seinem Wahlspruch "Hulk Smash!" unter der versierten Regie von "Transporter"-Macher Louis Leterrier alle Ehre: Anders als bei Lee, der mehr an einer raffinierten visuellen Übersetzung von Comic auf Film und der Psyche der Figuren interessiert war, während die Action wie pflichtbewusstes Beiwerk wirkte, blüht Leterrier dann auf, wenn er Vollgas geben darf. Nicht, dass das immer seine Absicht gewesen wäre: Speziell zu Beginn sieht man dem Film seine mit harten Bandagen zwischen dem Studio Universal und dem Kreativteam Leterrier und Hauptdarsteller Edward Norton, der auch am in erster Linie von Zak Penn geschriebenen Drehbuch mitarbeitete, ausgefochtenen Scharmützel um Ton, Rhythmus und inhaltliche Ausrichtung an. Da läuft der Film auffallend unrund, zunächst sorgfältig eingeführte Nebenfiguren verschwinden ohne plausible Gründe im Nichts, Motivationen sind mehr behauptet als ausgearbeitet: Regisseur und Star hatten offensichtlich ein Epos im Sinn, Universal wollte knackiges Spektakel. Nicht selten wirkt Norton wie ein Gast im eigenen Vehikel, der dazu verdammt ist, Stichwortgeber für das große Krawumm zu sein. So muss man sich erst einmal hereinkämpfen in einen Film, der ebenso Mutant ist wie sein Held und sich in der vorliegenden Variante darauf beschränkt, Figuren mit derart breiten Pinselstrichen zu zeichnen, als hätte man dem Hulk selbst einen Eimer grüne Farbe in die Hand gedrückt. Dass man "Der unglaubliche Hulk" dennoch sogar bereitwillig verzeiht, dass das Monstrum die Frisur von Jogi Löw trägt, unterstreicht Leterriers Fertigkeiten als Actionregisseur, die er im Verlauf der 112-minütigen Handlung mehrfach aufblitzen und schließlich von der Leine lässt, in einem denkwürdigen und sehr langen Showdown zwischen Hulk und der entfesselten Kampfmaschine Abominable, der in seiner grimmigen Körperlichkeit auch bei den "Transformers" nicht fehl am Platze gewesen wäre.

Davor gefällt bereits der muskulöse und doch elegante Stil, wie der deutlich enger als Ang Lees "Hulk" kadrierte und in dunkleren Farben gemalte Film die Kamera durch die Favelas von Rio schweifen lässt, wo sich der von der US-Armee geflohene Bruce Banner versteckt hält, um mit Hilfe eines zunächst anonymen Wissenschaftlers in den USA nach einem Heilmittel für seine Erkrankung zu suchen. Weil aber General Ross (William Hurt übernimmt von Sam Elliott) genau sie nutzen will, um die Schlagkraft des Militärs zu verstärken, wird Banner aus seinem Versteck gelockt. Während er in die USA zurückkehrt und sich seiner Liebe Betty (Liv Tyler statt Jennifer Connelly), Tochter von General Ross, zu erkennen gibt, um der fortgesetzten Variante von der Schönen und dem Biest Vorschub zu leisten, hat Ross bereits den kampfgeilen Blonsky (Tim Roth mit dem Charme eines Pitbulls) rekrutiert: Er wird mit Banners Virus infiziert und wird zu Abominable, der schnell nicht mehr zu kontrollieren ist und das Duell mit dem Hulk sucht. "Der unglaubliche Hulk" ist ein grimmiger Film, der nur wenig Humor bietet. Am schönsten ist das beim Hochfahren eines Computers gestartete Norton-Anti-Virus-Programm. Dafür führt er wichtige Figuren der Hulk-Saga ein. Und er hat die entscheidende letzte Szene, die Programm ist für das, was Marvel zukünftig in seinen Kinounternehmungen vorhat: das Erschaffen eines Universums, das sich aus sämtlichen Filmen speist. Also sieht man hier Robert Downey Jr. alias Tony Stark, der auf einen sichtlich deprimierten General Ross zutritt und ihn für ein Team - sprich: "Die Rächer" - zu gewinnen versucht. Allein das rechtfertigt die Existenz dieses wüsten Action-Tornados - kein guter Film, aber ein klasse "Hulk". ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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  • Szene aus Der unglaubliche Hulk
  • Szene aus Interview mit Regisseur Louis Leterrier
  • Szene aus Interview mit Tim Roth (Emil Blonsky)
  • Szene aus Interview mit Liv Tyler (Betty Ross)
 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Concorde
O-Titel The Incredible Hulk
Alternativ-/Arbeitstitel Hulk 2
Land / Jahr USA 2008
Kategorie Spielfilm
Genre Action / Fantasy
Produktionsfirmen Marvel Enterprises/Universal Pictures/Valhalla Motion Pictures
Kinostart 10.07.2008
Laufzeit 110
FSK ab 12 Jahre
Einspielergebnis D € 1.563.689
Bes. (EDI) 244.663
Bes. (FFA) 245.031
Charthistory
USA-Start 13.06.2008, bei Universal
Boxoffice USA $ 134.518.390
Filmtrailer Video
Web-Link http://incrediblehulk.marvel.com http://www.hulk-derfilm.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Avi Arad, Gale Anne Hurd, Kevin Feige
Ausf. Produzenten David Maisel, Stan Lee, Jim van Wyck
Regie Louis Leterrier
Drehbuch Zak Penn
Darsteller Edward Norton (Bruce Banner/ Hulk), Liv Tyler (Betty Ross), Tim Roth (Emil Blonsky/ Abomination), William Hurt (Gen. Thaddeus 'Thunderbolt' Ross), Tim Blake Nelson (Samuel Sterns), Christina Cabot (Major Kathleen 'Kat' Sparr), Robert Downey Jr. (Tony Stark), Ty Burrell (Leonard)
Kamera Peter Menzies jr.
Schnitt John Wright, Rick Shaine, Vincent Tabaillon
Musik Craig Armstrong
Produktionsdesign Kirk M. Petruccelli
Kostüme Denise Cronenberg
Effekte Kurt Williams
Casting Laray Mayfield
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Der unglaubliche Hulk (Uncut US-Kino-Version, Special Edition, 2 DVDs) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 108 Min. Kauf
Der unglaubliche Hulk (Uncut US-Kino-Version) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 108 Min. Kauf
Der unglaubliche Hulk (Steelbook, 2 DVDs, Uncut US-Kino-Version) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 108 Min. Kauf
Der unglaubliche Hulk EuroVideo Bildprogramm Blu-ray Disc, ab 16, 113 Min. Kauf
Der unglaubliche Hulk (US-Version) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 108 Min. Leih
Der unglaubliche Hulk (US-Version) EuroVideo Bildprogramm Blu-ray Disc, ab 16, 113 Min. Leih
nach oben Games zum Film
Title Art System Vertrieb
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle VideospielVideo Game PC Sega
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle VideospielVideo Game PlayStation 2 Sega
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle VideospielVideo Game PlayStation 3 Sega
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle VideospielVideo Game Xbox 360 Sega
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle VideospielVideo Game Nintendo Wii Sega
Der unglaubliche Hulk - Das offizielle Videospiel Game Nintendo DS Sega
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Bruce Banner hält sich in Brasilien versteckt und sucht von dort nach einem Heilmittel gegen die Gamma-Verstrahlung, die ihn zum grünen Wutpaket The Hulk werden lässt. Er bleibt nicht lange genug unentdeckt und wird in die USA gelockt. Dort gibt er sich seiner Liebe Betty, Tochter seines Gegenspielers General Ross, zu erkennen, während Ross bereits den kampfgeilen Blonsky rekrutiert: Er wird mit Banners Virus infiziert und wird zu Abominable, der schnell nicht mehr zu kontrollieren ist und das Duell mit dem Hulk sucht.

Das Reboot der vor fünf Jahren von Ang Lee vorgelegten Comic-Adaption ist eine aufgepumpte Steroid-Action-Variante, die Hulks Wahlspruch "Hulk Smash!" unter der versierten Regie von "Transporter"-Macher Louis Leterrier alle Ehre macht. Dabei gefällt der muskulöse, elegante Stil, subtile Figurenzeichnung sucht man trotz Starbesetzung allerdings vergebens.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Pressestimmen

Ausgewiesene Schauspielgrößen verstärken das 150 Millionen teure Spektakel, das bei aller Rasanz nie die komplexen Figuren vernachlässigt.

Treffpunkt Kino

Kein guter Film, aber ein klasse "Hulk".

Blickpunkt:Film

Die Qualitäten, die Louis Leterriers Film (...) durchaus entwickelt, haben jedoch mit Personenregie nicht viel zu tun. Hier entsteht ein visuelles Kino, das an einer Sprache arbeitet, die sich wortlos erklärt.

Frankfurter Rundschau, 10. Juli 2008

(...) Louis Leterriers "Unglaublicher Hulk" erweist sich dann doch nicht als Nachfolger von Ang Lees etwas grüblerischer Comicadaption aus dem Jahr 2003, in welcher sich der bei Wutanfällen zum Monster mutierende Wissenschaftler Bruce Banner vor allem mit Vaterproblemen herumschlagen musste, sondern als actionsatte Rückkehr zur eher naiven Superheldenstory, die nur die computergenerierte Gestalt des Hulk übernimmt.

Stuttgarter Zeitung, 10. Juli 2008

Leterrier verzichtet in seiner Hulk-Version zu Gunsten spektakulärer Actionszenen auf spannende Charakterstudien. Deshalb lässt den Zuschauer die aufgesetzte Liebesgeschichte zwischen Tyler und Norton kalt. Gelungen ist Leterrier aber der packende Einstieg voller temporeicher Jagdszenen durch die heruntergekommenen Favelas.

Abendzeitung, 10. Juli 2008

Über weite Strecken aber ist der Film richtiggehend langweilig. Niemand bangt oder fühlt mit Bruce Banner, die Charaktere sind eindimensional und plattitüdenhaft. Der hoch geachtete Edward Norton verramscht seine Kunst mit billigen Tricks, als digital animierter Hulk erkennt man ihn nicht wieder, man fragt sich auch, warum er die Haarfarbe wechseln muss.

Die Welt, 10. Juli 2008

Selten fühlte sich der männliche Kinogänger, wenn man dem resultierenden "Fight Club"-Kult glauben will, so gut verstanden wie in diesem Film. Norton ist nun also endgültig der Stellvertreter des von seinem Körper entfremdeten Büromachos.

Süddeutsche Zeitung, 10. Juli 2008

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