Der Felsen

Unkonventionell und spannend erzählte Lovestory um eine Frau, die sich nach einer Trennung mit einem jugendlichen Straftäter einlässt.

Der Felsen Großansicht
(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2001
Regie Dominik Graf
Darsteller Karoline Eichhorn, Antonio Wannek, Sebastian Urzendowsky
Kinostart 25.07.2002
Einspielergebnis D € 245.611
Bes. (EDI) 42.800
Bes. (FFA) 42.943
Charthistory
Erstausstrahlung 09.02.2004

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Katrin verlässt ihren verheirateten Liebhaber, der zu seiner schwangeren Frau zurückkehren will, noch vor Ablauf ihres letzten gemeinsamen Urlaubs auf Korsika. Sie will nicht nach Hause und lässt sich auf ein verstörendes sexuelles Abenteuer mit zwei Wildfremden und auf eine Amour fou mit einem straffälligen Jungen ein, der mit seinem Bruder ein paar Wochen in einem Resozialisierungscamp verbringt.

Nach acht Jahren Kinopause legt Dominik Graf mit "Der Felsen" eine ebenso unkonventionell wie spannend erzählte, mit der DV-Kamera gefilmte Lovestory vor. Ein ambivalenter Off-Kommentar und assoziative (Traum-)Bilder kommentieren die Geschichte, die intelligent unterhält, emotional tief berührt und geradezu lustvoll verunsichert.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Acht Jahre hat sich Dominik Graf Zeit gelassen, bis er nach seiner wohl traumatischen Erfahrung mit dem unterschätzten Genrefilm "Die Sieger" wieder eine Geschichte für die Leinwand erzählt hat. "Der Felsen" ist ein formal wie inhaltlich kompromissloser Film über die emotionale Krise einer jungen Frau, die sich nach der Trennung von ihrem Freund radikal auf eine neue Liebe und einen ganz anderen Lebensentwurf einlässt. Dominik Grafs so unkonventionell wie spannend erzählte Lovestory wird im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt und hat inzwischen einen engagierten Verleih gefunden.

Acht Jahre hat Dominik Graf nun mit ungewöhnlich brillanten TV-Movies Fernsehgeschichte geschrieben und die Möglichkeiten des Mediums mit seiner Kunst zu Erzählen fortentwickelt. Immer wieder, ob bei "Frau Bu lacht" oder "Der Skorpion", hätte man sich gewünscht, diese Geschichten auf der Leinwand zu sehen. Mit der Großproduktion "Die Sieger" hatte Graf zuletzt die Konventionen des deutschen Genrefilms überstrapaziert. Sowohl die Produktionsbedingungen als auch die katastrophale Vermarktung des Films scheinen bei ihm das Gefühl bewirkt zu haben, grandios gescheitert zu sein. Umso konsequenter ist der formale Ansatz seines neuen Films. Weil kurz vor Produktionsstart offenbar wurde, dass das Budget nicht erlauben würde, den Film auf 35mm zu drehen, entschieden sich Regisseur und Produktion dafür, das Projekt trotzdem zu realisieren: mit digitaler Technik auf Mini-DV. Auch wenn Graf keine Ambitionen hat, nun Dogma-inspiriert eine besondere Authentizität und eine größere Direktheit der Bilder zu schaffen, so profitiert seine Geschichte doch durch die Unmittelbarkeit der Umsetzung. Kein riesiger Produktionstross, kein Korsett aufwändiger Arbeitsstandards schiebt sich zwischen ihn, die Darsteller und die Geschichte. Auch komplizierte Szenen können vor Ort entwickelt und spontan umgesetzt werden. Für den Regisseur Graf, den nun besonders das Durchbrechen von Erzählkonventionen beschäftigt, muss diese Arbeitssituation wie eine Befreiung gewirkt haben.

Ohne große Zugeständnisse an die Erwartungen des Publikums entwickelt er seine spannende Story, der er verstärkt durch einen oft ambivalenten Off-Kommentar während des Erzählflusses scheinbar die Option lässt, sich in die eine oder andere Richtung zu entwickeln. Eine junge Frau verlässt ihren verheirateten Liebhaber, der zu seiner schwangeren Frau zurückkehren will, noch vor Ablauf ihres letzten gemeinsamen Urlaubs auf Korsika. Eine Rückkehr in ihr Leben zuhause, scheint ihr unmöglich. Stattdessen lässt sie sich treiben, lässt sich erst auf ein verstörendes sexuelles Abenteuer mit zwei Wildfremden und dann auf eine Amour fou mit einem straffälligen Jungen ein, der mit seinem kleineren Bruder ein paar Wochen in einem Resozialisierungscamp verbringt. Die verzweifelte Zärtlichkeit des Siebzehnjährigen, der um ihre Liebe mit existentieller Risikobereitschaft kämpft, führt bei ihr zu einer nicht vorhersehbaren Abenteuerreise in ihre Gefühlswelt, die sie von tiefer Verunsicherung hin zu neuer Verantwortung führt.

Undenkbar ist die Wirkung dieser gleichzeitig linear und assoziativ erzählten, sehr bewegenden Liebesgeschichte ohne die großartigen Bilder von Kameramann Benedict Neuenfels und die herausragenden Leistungen der Hauptdarsteller Karoline Eichhorn und Antonio Wannek, die durch die fast intime Produktionssituation mit der Mini-DV und ohne große Sets wohl wesentlich begünstigt wurden. Schon bei seinem "München"-Film hat Dominik Graf einen Erzählstil entwickelt, der die eigentliche Geschichte durch assoziative Bilder, erinnerte Momente oder Traumbilder kommentiert und in Frage stellt. Auch "Der Felsen" erreicht dadurch seine stärksten Momente. Gerade weil die Story so offen angelegt ist, gewinnt sie zunehmend Spannung und Tempo, suggeriert sie doch immer stärker, dass alles geschehen kann. Am Ende gelingen nicht nur Momente, die noch lange nachwirken, wie die vergebliche Suche des jüngeren Bruders nach neuen Eltern, wie die gemeinsame wilde Flucht in die rauhe Landschaft Korsikas, wie die intensiven Blicke wachsender Intimität des vom Schicksal gezeichneten Liebespaars. Es gelingt vor allem ein Film, der seine Zuschauer ernst nimmt, der intelligent unterhält, emotional tief berührt und geradezu lustvoll verunsichert. Viel mehr als die Dogma-Filme grüßen von Ferne Bernhard Wickis "Eroberung der Zitadelle" oder die Filme Bernardo Bertoluccis und Jean-Luc Godards. Im Kino wird "Der Felsen" sein erwachsenes Publikum finden. Gleichzeitig macht dieser brillante "kleine" Film Lust auf mehr Kino von Dominik Graf. hoe.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Concorde
O-Titel Der Felsen
Land / Jahr Deutschland 2001
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen BurkertBareissDevelopment
Koproduktionsfirmen Kinowelt Filmproduktion, Bavaria Film
Senderbeteiligung ZDF - Zweites Deutsches Fernsehen
Drehbuchförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 30.000)
Projektförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 100.000)
Produktionsförderung FilmFernsehFonds Bayern (DM 2.000.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (DM 1.000.000)
Verleihförderung FilmFernsehFonds Bayern (EUR 100.000)
Drehort Korsika
Drehzeit 22.08.2000 - 08.10.2000
Kinostart 25.07.2002
Laufzeit 122
FSK ab 16 Jahre
Bildformat digital
Einspielergebnis D € 245.611
Bes. (EDI) 42.800
Bes. (FFA) 42.943
Charthistory
Weltvertrieb Global Screen
Promo-Material Der Felsen Trailer (10,46 MB)
nach oben Cast & Crew
Produzenten Gloria Burkert
Koproduzenten Ulrich Limmer, Prof. Thilo Kleine, Michael Weber
Redaktion Caroline von Senden
Regie Dominik Graf
Drehbuch Markus Busch, Dominik Graf
Darsteller Karoline Eichhorn (Katrin), Antonio Wannek (Malte), Sebastian Urzendowsky (Kai), Peter Lohmeyer (Robert), Ralph Herforth (Jürgen), Soraya Gomaa, Christian Munteanu, Max Richter, Marlon Kittel, Martin Reinhold
Kamera Benedict Neuenfels
Schnitt Hana Müllner
Musik Dieter Schleip, Dominik Graf
Produktionsdesign Claus-Jürgen Pfeiffer
Kostüme Barbara Grupp
Produktionsleitung Christine Carben-Stotz

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Filmmusik Dieter Schleip (Preis der deutschen Filmkritik)
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
52. Deutscher Filmpreis
Deutscher Filmpreis Großansicht
2002, Berlin, 14.06.2002 Bester Schnitt Hana Müllner
23. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2001, München, 18.01.2002 Beste Darstellerin Karoline Eichhorn
23. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2001, München, 18.01.2002 Produzentenpreis Gloria Burkert
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Titel Vertrieb System Handelsform
Der Felsen
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 117 Min. Kauf
Der Felsen EuroVideo Bildprogramm VHS, ab 16, 117 Min. Leih
Der Felsen EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 16, 117 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Diverse Der Felsen Nicht lieferbar
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Die Mittdreißigerin Katrin verlässt im gemeinsamen Korsika-Urlaub ihren verheirateten Liebhaber. Während sie sich wahllos sexuellen Abenteuern hingibt, läuft ihr der 17-jährige Malte über den Weg. Der unberechenbare, straffällige Junge verliebt sich Hals über Kopf in die Erwachsene und reißt sie durch seine bedingungslose Liebe in einen Strudel der Gefühle. Katrin lässt sich dazu überreden, mit Malte ins Innere der Insel zu reisen. Der Beginn eines Alptraums, der auch nach ihrer Rückkehr an die Küste kein Ende nimmt...

Dominik Grafs ("Die Sieger") erste Kinoarbeit nach acht Jahren, wurde von Publikum wie Kritik zwiespältig aufgenommen. Nichts desto Trotz brillieren Karoline Eichhorn ("Nichts als die Wahrheit") und das Nachwuchstalent Antonio Wannek ("So weit die Füße tragen") in diesem verstörenden, dramaturgisch wie visuell unkonventionellen Drama. Mit Peter Lohmeier und Ralph Herforth in den Nebenrollen prominent besetzt, dürfte das schwierige, an Tatsachen orientierte Werk dennoch hauptsächlich Arthouse-Fans zum Zugriff bewegen.

Quelle: mediabiz.de

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