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Der ewige Gärtner

Elektrisierende Verfilmung des Bestsellers von John le Carré über einen britischen Diplomaten, der den Mord an seiner Frau aufdecken will und in Afrika einem skrupellosen Pharmakonzern auf die Spur kommt.

Der ewige Gärtner Großansicht
(Bild: Kinowelt)
Verleih Studiocanal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, Deutschland 2005
Regie Fernando Meirelles
Darsteller Ralph Fiennes, Daniele Harford, Rachel Weisz
Kinostart 12.01.2006
Einspielergebnis D € 3.408.216
Bes. (EDI) 528.666
Bes. (FFA) 554.486
Charthistory
Boxoffice USA $ 33.565.375
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 11.10.2008 (Sat.1)

nach oben Inhalt & Info

Diplomat Justin Quayle verabschiedet sich von seiner Frau Tessa. Wenig später muss Justin ihre schrecklich zugerichtete Leiche identifizieren. Er erinnert sich an die Anfänge ihrer Beziehung und das Engagement Teresas, den Praktiken eines rücksichtslosen Pharmakonzerns auf die Spur zu kommen. Weil Justin nach ihrem Tod auf Ungereimtheiten stößt, wird auch er zum Detektiv und kann im Verlauf der Ereignisse ungeahnte Machenschaften aufdecken und ihm bislang verborgen gebliebene Aspekte von Tess' Lebenswerk entdecken.

Oscar-nominiert für sein elektrisierendes Jugendbanden-Drama "City of God", legt der brasilianische Filmemacher und Ex-Werbefilmer Fernando Meirelles mit seiner Verfilmung des Bestsellers von John le Carré eine weitere cineastische Tour-de-Force vor. Die heruntergekommenen Shantytowns von Nairobi dienen als nahezu dokudramatische Kulisse für die zentrale intensive Liebesgeschichte, die mit Thrillerelementen durchsetzt ist und von Mereilles mit verschiedenen Erzählsträngen durchaus ambitioniert und erfrischend wild präsentiert wird.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Oscar-nominiert für sein elektrisierendes Jugendbanden-Drama "City of God", legt der brasilianische Filmemacher und Ex-Werbefilmer Fernando Meirelles nun eine weitere cineastische Tour-de-Force vor. Von den Favelas in Rio geht es diesmal, basierend auf dem Roman von John le Carré, in die heruntergekommenen Shantytowns von Nairobi, wo Aids und Armut in die Hände von skrupellosen Pharmakonzernen und korrupten Regierungen spielen. Dies dient als nahezu dokudramatische Kulisse für die zentrale intensive Liebesgeschichte zwischen einem besonnenen britischen Diplomaten (Ralph Fiennes) und seiner jungen sozialpolitisch engagierten Ehefrau (Rachel Weisz). Ihre Ermordung und dessen Aufklärung fügt das für Spionage-Spezialist le Carré typische Thriller-Element hinzu.

Die verschiedenen Erzählstränge wurden dabei von Meirelles ohne chronologische Einschränkungen verwoben - dieselbe ungezügelte Struktur verwandte er bereits in "City of God". Auch die dynamische Kameraarbeit (erneut von Cesar Charlone) mit diversen Jumpcuts und handgehaltener Kamera fällt ähnlich, wenn auch nicht mehr ganz so extrem aus. Ruhigere Bilder erlauben mehr Zeit für eine detailliertere Bestandsaufnahme der angeprangerten Verhältnisse im Aids-gebeutelten Afrika, sowie der zärtlichen Momente von ergreifender Intimität und Verspieltheit zwischen den beiden großartig agierenden Protagonisten. Den Anfang macht eine Abschiedsszene am Flughafen, bei der sich Diplomat Justin Quayle von seiner Frau Tessa und ihrem schwarzen Kollegen (und, wie später impliziert wird, Liebhaber) Arnold Bluhm verabschiedet. Wenig später identifiziert Justin die schrecklich zugerichtete Leiche seiner Frau und erinnert sich in einer weiteren Plotschlaufe an ihre erste Begegnung in England. Nach dem smarten Skript von Jeffrey Caine werden konzentriert die kontrastierenden Charaktereigenschaften der beiden zukünftigen Eheleute skizziert: Im Maße wie Justin höflich und zurückhaltend ist und seine Pflanzen hegt und pflegt, hat Tess ein hitzköpfig-feuriges Temperament und keine Scheu, ihre (für das steife Establishment, in dem Justin beruflich verkehrt) radikalen Ansichten zu vertreten. So kommt sie den skandalösen Praktiken eines britischen Pharmakonzerns auf die Spur, der ein neues Medikament an nichts ahnenden Patienten mit oftmals fatalen Folgen austestet. Als Justin nach ihrem Tod auf einige Ungereimtheiten stößt, wird auch er zum Detektiv und kann im Verlauf der komplexen Ereignisse nicht nur ungeahnte Machenschaften aufdecken, sondern erkennt auch die ihm bislang verborgen gebliebenen Aspekte von Tess' Lebenswerk. Dadurch vertieft sich nicht nur posthum seine Liebe, sondern er taut auch auf als würde der passionierte Funke von Tess auf ihn überspringen.

Eine wichtige Nebenrolle wurde an den schwarzen Kontinent selbst vergeben, der, unterlegt von einem hypnotischen Score mit vorwiegend afrikanischen Rhythmen, gleichermaßen erschreckend in seiner Not als auch atemberaubend in seiner Naturschönheit porträtiert wird. All dies trägt dazu bei, ein mitreißendes Kinoerlebnis mit aufwühlender Botschaft zu schaffen. Und auch wenn sich in Meirelles Filmen viel Tod und Elend findet, sind sie doch vor allem voller prickelnder Lebendigkeit. ara.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Studiocanal
O-Titel The Constant Gardener
Land / Jahr Großbritannien/Deutschland 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Thriller
Produktionsfirmen Focus Features
Drehort Kenia, London, England, Berlin, Winnipeg
Drehzeit 10.05.2004
Kinostart 12.01.2006
Erster Verleiher Kinowelt
Laufzeit 129
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 3.408.216
Bes. (EDI) 528.666
Bes. (FFA) 554.486
Charthistory
USA-Start 31.08.2005, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 33.565.375
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Simon Channing Williams
Koproduzenten Tracey Seaward, Henning Molfenter
Ausf. Produzenten Gail Egan, Donald Ranvaud, Julia Blackman, Jeff Abberley, Robert Jones
Regie Fernando Meirelles
Drehbuch Jeffrey Caine
Buchvorlage John Le Carré
Darsteller Ralph Fiennes (Justin Quayle), Daniele Harford (Miriam), Rachel Weisz (Tessa Quayle), Danny Huston (Sandy), Pete Postlethwaite (Marcus Lorbeer), Gerard McSorley (Sir Kenneth Curtiss), Anneke Kim Sarnau (Birgit), Hubert Koundé (Arnold Bluhm), Richard McCabe (Ham), Eva Plackner (Crossing Guard), John Keogh (Einwanderungsbeamter), Archie Panjabi, Donald Sumpter, Bill Nighy, Sidede Onyulo
Kamera César Charlone
Schnitt Claire Simpson
Musik Alberto Iglesias
Produktionsdesign Mark Tildesley, Chris Lowe
Ton Leon Johnson
Kostüme Odile Dicks-Mireaux
Casting Leo Davis
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
78. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2005, Los Angeles, 05.03.2006 Beste Nebendarstellerin Rachel Weisz
59. British Academy Awards   2006, London, 19.02.2006 Bester Schnitt Claire Simpson
63. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2006, Los Angeles, 16.01.2006 Beste Nebendarstellerin Rachel Weisz
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Der ewige Gärtner STUDIOCANAL Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 12, 128 Min. Kauf
Der ewige Gärtner STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 123 Min. Kauf
Der ewige Gärtner STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 123 Min. Kauf
Der ewige Gärtner (Special Edition, 2 DVDs) STUDIOCANAL Home Entertainment Germany DVD, ab 12, 123 Min. Kauf
Der ewige Gärtner
Nicht lieferbar
Kinowelt Home Entertainment DVD, ab 12, 123 Min. Leih
Enthalten in:
Arthaus Collection - Gesamtedition (50 DVDs)
STUDIOCANAL Home Entertainment
DVD, ab 16
Kauf
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Justin Quayle, wenig ambitionierter Diplomat in Nairobi, ist an seinen Pflanzen mehr interessiert als am Rest des Lebens. Bis seine geliebte, unkonventionelle und politisch engagierte Frau tot aufgefunden wird. Fanatisch beginnt er, die Hintergründe des Unglücks zu erforschen und kommt dabei einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur, in die nicht nur ein langjähriger Freund und Kollege, sondern auch ein mächtiger Pharmakonzern sowie hochrangige britische Politiker verwickelt sind.

Als probates Gegenstück zu den formelhaften 007-Abenteuern besticht Fernando Meirelles' ("City of God") subversiver Politthriller, zu dem John Le Carré die Vorlage geliefert hat. Um die existenzielle Erfahrung der Desillusionierung geht es, um moralische Probleme des Patriotismus und den Zweck, der die Mittel heiligt. Furios die entfesselte Kamera von César Charlone, ruhelos der Schnitt von Claire Simpson. Und mittendrin glänzen, als Blickfang und Brennpunkt, Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Spannendes Klassenkampfkino mit Köpfchen!

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvoll"Der ewige Gärtner" nach dem gleichnamigen Roman von John le Caré ist politisches Kino der Extra-Klasse.

(...) Wie ein Puzzle setzt sich der packend-intelligente Film zusammen, pendelt ständig zwischen Gegenwart und Rückblenden in die Vergangenheit - und dies auch noch zwischen London, Berlin und Kenia. All das ist erzählerisch und dramaturgisch stringent und emotional bewegend. Das Bewegungsmoment des Films ist die Suche eines Mannes nach jener Wahrheit, die seiner Frau das Leben gekostet hat. So ist der Film eine Thriller- und eine Liebesgeschichte zugleich. (...)

Afrika als kostengünstiges Versuchslabor für Medikamente mit gefährlichen Nebenwirkungen? Dieses heiße Thema packt der Film unerschrocken an, mehr als nur pure, platte Betroffenheit ist dabei seine Haltung. Hier wird differenziert, geprüft und hinterfragt - das ist nicht platter Agitprop, hier offenbart sich, und dafür stehen die Namen des Romanautors John le Carré und des Filmregisseurs Fernando Meirelles, ein Humanismus großen Gewichts.

Alle kleinen wie auch großen Rollen sind mit hervorragenden Schauspielern besetzt, an ihrer Spitze mit eindrucksvollen Leistungen Ralph Fiennes und Rachel Weisz. Ihre Liebesgeschichte berührt. Das ist neben aller Schauspielkunst auch das Verdienst einer aufregend guten Kamera. Der für "City of God" bereits "Oscar"-nominierte Kameramann César Charlone ist verantwortlich für eindrucksvolle Landschaftspanoramen Afrikas wie auch erschütternde Bilder aus den Slums. Und er ist der Mann hinter dem eindrucksvollen und ungewöhnlichen visuellen Konzept des Films: Handkamera über weite Strecken.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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