Das Zimmer meines Sohnes

Bewegendes, mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Melodram über eine italienische Familie, die mit dem Unfalltod des Sohnes fertigwerden muss.

Das Zimmer meines Sohnes Großansicht
(Bild: Prokino (Fox))
Verleih Prokino (Fox)
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Italien 2001
Regie Nanni Moretti
Darsteller Nanni Moretti, Laura Morante, Jasmine Trinca
Kinostart 22.11.2001
Einspielergebnis D € 656.268
Bes. (EDI) 113.051
Bes. (FFA) 145.309
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Boxoffice USA $ 737.565
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Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 07.05.2007 (arte)

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Psychoanalytiker Giovanni führt ein perfektes Mittelstandsleben, in dessen Zentrum der liebevolle Umgang mit seiner Frau und seinen zwei Kindern steht. Als Giovannis Sohn bei einem Tauchunfall ums Leben kommt, gerät Giovannis Leben aus den Fugen. Doch nachdem Trauer und Verlust den Familienkern zu sprengen drohen, wagt er einen ersten Schritt in eine neue Normalität.

Anders als in vorangegangenen Filmen wie "Liebes Tagebuch" oder "Aprile" klammert Nanni Moretti in "Das Zimmer meines Sohnes" autobiographische Züge aus und erzählt eine fiktive Geschichte über eine Familie, die mit einer Katastrophe fertig werden muss. Ohne auf seine gewohnte Intelligenz und Scharfsinnigkeit zu verzichten, ist das hemmungslose Melodram vor allem ein Film, der den Zuschauer emotional packt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Es konnte nur einen geben für die Goldene Palme: Nanni Moretti erhielt die begehrte Trophäe für sein kongenial verfilmtes Drama "La stanza del figlio" über eine Durchschnittsfamilie, die durch den Tod des geliebten Sohnes fast auseinanderbricht, Trauer und Verlust durchlebt und durchleidet, bevor sie mit leiser Hoffnung eine neue Normalität wagt.

Ein Triumph für das europäische Kino und Standing Ovations für dieses berührende Meisterwerk des Italieners, der nach "Ecce Bombo!" (1978), "Liebes Tagebuch" (Regie-Preis 1994) und "Aprile" (1998) zum vierten Mal am Wettbewerb teilnahm, beendeten die 54. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Im Gegensatz zu Morettis früheren Filmen gibt es keine autobiographischen Züge, "La stanza del figlio" erzählt eine fiktive Geschichte. Verschwunden ist der für Moretti typisch satirische Blick auf Italiens Politik, eine Ironie, dass gerade jetzt sein "Intimfeind" Berlusconi die Wahlen gewann. "Ich wollte zeigen, dass ein Unglück Menschen, die sich lieben, oft nicht näher zusammenbringt, sondern entfremdet", beschreibt Moretti sein filmisches Anliegen. Zu Beginn zeichnet er das harmonische Leben einer Mittelstandsfamilie in seiner Alltäglichkeit - der Vater Psychoanalytiker, die Mutter Verlegerin, Tochter Irene und Sohn Andrea im Teenager-Alter, aber eigentlich ganz brav. Die familiäre Idylle zerbricht, als Andrea bei einem Tauchunfall stirbt. Die Überlebenden verarbeiten die Tragödie jeder auf seine Weise. Der Vater macht sich Selbstvorwürfe, dass er einen Patienten besuchte, statt mit dem Sohn zu joggen und so die Tragödie hätte vielleicht vermeiden können, die Mutter beisst sich daran fest, unbedingt die Urlaubsbekanntschaft Andreas kennenzulernen und flüchtet sich hinter eine Mauer des Schweigens, Irene lässt ihre Aggressionen auf dem Basketball-Feld aus. Es herrschen Sprachlosigkeit, Vereisung der Gefühle, Hilflosigkeit. Erst nach einem schmerzhaften Reflexionsprozess keimt am Ende leise Hoffnung auf einen gemeinsamen Neuanfang. "La stanza del figlio", der im vergangenen Monat den Donatello als Bester italienischer Film erhielt, auch Laura Morante wurde als Beste Schauspielerin ausgezeichnet, ist das reifste Werk des Autorenfilmers, der selbst den Pater Familias mimt. Ohne falsche Töne gelingt die Gratwanderung zwischen heiterer Leichtigkeit und tiefster Trauer. Mit großer Menschlichkeit und Sensibilität geht Moretti universelle Themen wie Tod und Verlust an, Abschied von einem geliebten Menschen, und leistet bewegende Trauerarbeit. Kein Film in Cannes wühlte die Gemüter so auf, nirgends flossen mehr Tränen. Nie schlägt jedoch die Emotionalität in Kitsch oder Sentimentalität um. Es sind Kleinigkeiten, die diesen Film groß machen, Momente, die man nicht vergisst: Wenn vor den Augen der Familienmitglieder mit lautem Lärm die Schrauben in den Sarg gedreht werden, hallt dieses Geräusch noch lange nach, bedeutet es doch auch Endgültigkeit. Eine französische Zeitung forderte nicht nur die Palme d'Or, sondern gleichzeitig die "Palme du coeur" (Herzens-Palme). Mit Recht. mk.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Prokino (Fox)
O-Titel La stanza del figlio
Land / Jahr Italien 2001
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Sacher Film/Bac Films/StudioCanal
Produzenten Angelo Barbagallo, Nanni Moretti
Regie Nanni Moretti
Drehbuch Linda Ferri, Nanni Moretti, Heidrun Schleef
Darsteller Nanni Moretti (Giovanni), Laura Morante (Paola), Jasmine Trinca (Irene), Giuseppe Sanfelice di Monteforte (Andrea), Silvio Orlando (Oscar), Claudia Della Seta (Raffaella), Stefano Accorsi (Tommaso), Sofia Vigliar (Arianna), Stefano Abbati, Toni Bertorelli, Dario Cantarelli, Eleonora Danco, Luisa De Santis, Alessandro Infusini, Renato Scarpa, Roberto Nobile, Paolo De Vita, Roberto De Francesco, Claudio Santamaria, Antonio Petrocelli
Kamera Giuseppe Lanci
Schnitt Esmeralda Calabria
Musik Nicola Piovani
Produktionsdesign Giancarlo Basili
Ton Alessandro Zanon
Verleihförderung FilmFörderung Hamburg (DM 130.000)
Kinostart 22.11.2001
Laufzeit 100
FSK ab 12 Jahre
Bildformat 35 mm/1:1,66
Tonformat Dolby
Einspielergebnis D € 656.268
Bes. (EDI) 113.051
Bes. (FFA) 145.309
Charthistory
USA-Start 25.01.2002, bei Miramax
Boxoffice USA $ 737.565
Filmtrailer Video
Promo-Material Das Zimmer meines Sohnes Trailer (8,82 MB)
Web-Link www.lachambredufils.com
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Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
54. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2001, Cannes, 09.05.2001 - 20.05.2001 Goldene Palme  
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Titel Vertrieb System Handelsform
Das Zimmer meines Sohnes
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany VHS, ab 12, 96 Min. Kauf
Das Zimmer meines Sohnes
Nicht lieferbar
Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 96 Min. Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Nicola Piovani Das Zimmer meines Sohnes Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Als der heranwachsende Sohn Andrea bei einem Tauchunfall stirbt, gerät das Leben einer italienischen Mittelstandsfamilie aus dem Ruder. Vater Giovanni macht sich Vorwürfe, für seine Psychoanalytikerpraxis den Sohn vernachlässigt zu haben, Mutter Paola versucht manisch, Andreas letzte Urlaubsbekanntschaften ausfindig zu machen, und Tochter Irene lässt ihren Aggressionen beim Basketball freien Lauf. Erst nachdem die drei ihre Trauer bis zum Äußersten ausgereizt haben, erscheint am Horizont ein Schimmer der Normalität.

Auf den letztjährigen Filmfestspielen in Cannes wurde das bewegende Drama von Regisseur und Hauptdarsteller Nanni Moretti mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Nicht die einzige Trophäe für Morettis ("Aprile") bislang gelungenste und unpolitischste Arbeit. Neben ihm liefert auch die brillante Laura Morante als Paola eine wahre Tour de Force der Gefühle ab. Trotzdem gleitet dieses anrührende Werk nie ins kitschige ab. Nicht zuletzt wegen der vielen messerscharf beobachteten Details ein Top-Tipp für Cineasten. Taschentücher bereithalten!

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Als der heranwachsende Sohn bei einem Tauchunfall stirbt, läuft das Leben einer italienischen Mittelstandsfamilie aus dem Ruder. Bewegendes Drama von Regisseur und Hauptdarsteller Nanni Moretti, das in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.

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TV-Ausstrahlungen (im deutschen Fernsehen seit Frühjahr 2005)

Sender Datum Zeit
ARTE 07.05.2007 20:45:00

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