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Das Tagebuch der Anne Frank

Verfilmung eines der wohl berühmtesten und erschütternsten Dokumente über die Gräuel der Naziverbrechen.

Das Tagebuch der Anne Frank Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Deutschland 2016
Regie Hans Steinbichler
Darsteller Lea van Acken, Martina Gedeck, Ulrich Noethen
Kinostart 03.03.2016
Einspielergebnis D € 2.721.245
Bes. (EDI) 386.659
Bes. (FFA) 409.557
Charthistory
Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Nachdem sie bereits von Frankfurt nach Amsterdam emigrierte, wird die jüdischen Familie Frank nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen auch in ihrer neuen Heimat von den Nazis verfolgt. Um einer Deportation zu entgehen, versteckt sich die Familie gemeinsam mit vier Leidensgenossen im Hinterhaus von Vater Franks Firma. Über zwei Jahre harrt Anne, die kurz vor dem Einzug ihren 13. Geburtstag feiert, dort aus und hält den Alltag, ihre Gedanken und Sehnsüchte in ihrem Tagebuch fest.

Eines der berühmtesten Dokumente des Holocaust ist erstmals als deutsche Produktion verfilmt worden. Hans Steinbichlers Neuverfilmung ist alles andere als eine verstaubte Geschichtsstunde, da Annes Sprache unmittelbar und modern ist. Ein interessantes Stilmittel sind die zum Teil direkt in die Kamera gesprochenen Originalzitate. Anne Frank streitet und verliebt sich, wird als lebenslustiges Mädchen mit typischen Teenager-Nöten dargestellt, deren Ermordung umso mehr erschüttert. Absolut herausragend ist Lea van Acken ("Kreuzweg") in der Hauptrolle.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Gelungene Neuverfilmung des berühmten Zeitdokuments, die Anne Frank als Teenager mit typischen Freuden und Nöten porträtiert.

"Tu so, als wärst du nicht da", ermahnt die Mutter die junge Anne. Ein Ratschlag, der so gar nicht zu einer 13-Jährigen passt, die mit voller pubertärer Kraft ins Leben drängt. Schnell wird bei Hans Steinbichlers "Anne Frank"-Verfilmung klar: Hier wird kein dröger Geschichtsunterricht abgehalten, sondern aus dem Leben eines frühreifen Teenagermädchens erzählt mit den typischen Freuden und Nöten: Die Emanzipation von den Eltern, die rebellische Verteidigung eigener Standpunkte, die Entdeckung der Sexualität. Nur mit einem Radio als einzigem Draht zur Außenwelt spielt sich diese wichtige Phase des Erwachsenwerdens für Anne in der Enge eines Amsterdamer Hinterhaus-Verstecks ab, in dem sich die Familie Frank mit vier Leidensgenossen versteckt, um der Deportation der Nazis zu entkommen. Ihre Gedanken hält Anne in einem Tagebuch mit rotkariertem Stoff-Umschlag fest.

"Ich glaube nicht, dass sich später Mal jemand für die Ergüsse eines 13-jährigen Schulmädchens interessiert", notiert Anne auf den ersten Seiten jenes Tagebuchs. Wie hätte sie auch ahnen können, dass ihre Aufzeichnungen zu einem der bekanntesten Dokumente des Holocaust werden sollten? Annes Tagebuch wurde schon mehrfach fürs Kino und Fernsehen adaptiert. Der neue Film, basierend auf einem neu aufgelegten Text, ist nun die erste Kinoproduktion aus Deutschland und ganz auf ein junges Publikum von heute zugeschnitten.

Lea van Acken, die mit "Kreuzweg" auf sich aufmerksam machte, verkörpert Anne mit einer Mischung aus Altklugheit, Trotz und Verletzlichkeit - als ganz normales Mädchen und nicht als sakrosante Figur. Als Eltern überzeugen Martina Gedeck und Ulrich Noethen. Der Film beginnt ungewöhnlich mit einem extremen Close-Up auf Lea van Acken, die eine Passage aus dem Tagebuch zitiert. Stilistisch wird der Film im weiteren Verlauf etwas konventioneller, auch wenn Kamerafrau Bella Halben immer wieder sinnliche Bilder schafft. Der Naziterror und die Angst entdeckt zu werden, ist im Film zwar ständig präsent, doch im Vordergrund steht Annes ungebrochene Lust am Leben. Umso härter trifft den Zuschauer schließlich die Deportation der Familie in die Todeslager, die nur der Vater überlebt. zim.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Universal
O-Titel Das Tagebuch der Anne Frank
Alternativ-/Arbeitstitel Anne Frank (AT)
Land / Jahr Deutschland 2016
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Biographie
Produktionsfirmen Zeitsprung Pictures, AVE Publishing
Koproduktionsfirmen Universal Pictures Productions GmbH
Förderung DFFF - Deutscher Filmförderfonds (EUR 1.032.000)
Produktionsförderung Film- und Medienstiftung NRW (EUR 1.200.000),
FilmFernsehFonds Bayern (EUR 400.000),
FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 516.000),
MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH (EUR 80.000),
Medienboard Berlin-Brandenburg (EUR 200.000)
Verleihförderung FFA - Filmförderungsanstalt (EUR 250.000),
FilmFernsehFonds Bayern (EUR 75.000)
Drehort MMC Studios Köln, Amsterdam, Bayern, Brandenburg
Drehzeit 26.01.2015 - 26.03.2015
Kinostart 03.03.2016
Laufzeit 128
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.721.245
Bes. (EDI) 386.659
Bes. (FFA) 409.557
Charthistory
Filmtrailer Video
nach oben Cast & Crew
Produzenten Walid Nakschbandi, Michael Souvignier
Koproduzenten Philip Borbély (Associate Producer), Bastie Griese (Associate Producer)
Ausf. Produzenten Till Derenbach, Daniel Mann
Regie Hans Steinbichler
Drehbuch Prof. Dr. Fred Breinersdorfer
Buchvorlage Anne Frank
Darsteller Lea van Acken (Anne Frank), Martina Gedeck (Edith Frank), Ulrich Noethen (Otto Frank), Stella Kunkat (Margot Frank), André Jung (Hans van Daan), Margarita Broich (Petronella van Daan), Leonard Carow (Peter van Daan), Arthur Klemt (Albert Dussel), Gerti Drassl (Miep Gies), Stefan Merki (Viktor Kugler), Jamie Bick (Hanneli Goslar), Ella Frey (Anne Frank, jung), Maximilian Löwenstein (Jan "Henk" Gies), Michael A. Grimm (Van Maaren), Michael Kranz (Hartog), Florian Teichtmeister (Karl Silberbauer), Marcus Widmann (Jo Kleinmann), Konstanze Fischer (Bep Voskuijl)
Kamera Bella Halben
Schnitt Wolfgang Weigl
Musik Sebastian Pille
Produktionsdesign Volker Schaefer
Ton Erik Seifert
Kostüme Katharina Ost
Maske Anette Keiser, Niciy Axt, Katharina Erfmann
Produktionsleitung Peter Kreutz
Casting Franziska Aigner
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
38. Bayerischer Filmpreis
Bayerischer Filmpreis Großansicht
2016, München, 20.01.2017 Beste Nachwuchsdarstellerin Lea van Acken
6. Metropolis - Deutscher Regiepreis   2016, München, 06.11.2016 Beste Regie Kinofilm Hans Steinbichler
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Das Tagebuch der Anne Frank Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 123 Min. Kauf
Das Tagebuch der Anne Frank Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 128 Min. Kauf
Das Tagebuch der Anne Frank Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 123 Min. Leih
Das Tagebuch der Anne Frank Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 128 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Nachdem sie bereits von Frankfurt nach Amsterdam emigrierte, wird die jüdischen Familie Frank nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen auch in ihrer neuen Heimat von den Nazis verfolgt. Um einer Deportation zu entgehen, versteckt sich die Familie gemeinsam mit vier Leidensgenossen im Hinterhaus von Vater Franks Firma. Über zwei Jahre harrt Anne, die kurz vor dem Einzug ihren 13. Geburtstag feiert, dort aus und hält den Alltag, ihre Gedanken und Sehnsüchte in ihrem Tagebuch fest.

Eines der berühmtesten Dokumente des Holocaust ist erstmals als deutsche Produktion verfilmt worden. Hans Steinbichlers Neuverfilmung ist alles andere als eine verstaubte Geschichtsstunde, da Annes Sprache unmittelbar und modern ist. Ein interessantes Stilmittel sind die zum Teil direkt in die Kamera gesprochenen Originalzitate. Anne Frank streitet und verliebt sich, wird als lebenslustiges Mädchen mit typischen Teenager-Nöten dargestellt, deren Ermordung umso mehr erschüttert. Absolut herausragend ist Lea van Acken ("Kreuzweg") in der Hauptrolle.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Das Mädchen Anne wird in einem Amsterdamer Dachgeschoss versteckt gehalten, um sie vor Nazis zu schützen. Verfilmung eines der wohl berühmtesten und erschütternsten Dokumente über die Gräuel der Naziverbrechen.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Anne Frank. Jeder kennt ihren Namen, ihre Geschichte, ihr Schicksal. Und doch hat über all die Jahrzehnte das Tagebuch des jungen Mädchens, dessen zu junges Leben in einem Vernichtungslager der Nationalsozialisten grausam beendet wurde, nichts von seiner Bedeutung und Wichtigkeit verloren. Der Regisseur Hans Steinbichler beginnt seine Verfilmung von Anne Franks Tagebuch in den glücklichen Urlaubstagen der Familie Frank Anfang der 1930er Jahre in den Schweizer Bergen. Es sind schöne malerische Bilder voller Unbeschwertheit, die Steinbichler als starken Kontrast gegen die spätere Tristheit im Versteck setzt. Im Jahr 1934 entschließt sich Otto Frank, mit seiner Frau Edith und seinen zwei Töchtern Anne und Margot, von Frankfurt nach Amsterdam auszuwandern. Dort glaubt sich die Familie in Sicherheit vor der Verfolgung durch die Nazis. Doch 1942, Anne und Margot sind nun Teenager, müssen die Franks sich in einem Hinterhaus verstecken, zusammen mit einer anderen Familie. Der Platz im Haus ist begrenzt, dazu müssen alle mucksmäuschenstill sein, kein Laut darf nach draußen dringen. Dem Film gelingt es auf bedrückende und sehr authentische Weise, diese Enge und Einschränkung der eigenen Bewegungsfreiheit für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen. Gerade für die lebenslustige Anne, die von dem Nachwuchstalent Lea van Acken mit einer beeindruckenden Mischung aus einer naiv lebensfrohen Unbeschwertheit eines Kindes und der nachdenklichen Ernsthaftigkeit einer heranwachsenden jungen Frau gespielt wird, eine fast unerträgliche Situation. Von Anfang an jedoch kann sie sich ihrem Tagebuch anvertrauen, in dem sie von allem berichtet. Dem Film gelingt dabei nicht nur eine authentische Darstellung der historischen Ereignisse. Er erzählt auch die Geschichte eines heranwachsenden Mädchens, mit all den Problemen, die im Teenager-Alter eine wichtige Rolle spielen. Die erste Liebe, Konflikte mit den Eltern, die Sorge um eine Zukunft. Die Tagebucheintragungen legen sich immer wieder dramaturgisch geschickt als Erzählerstimme über die Bilder, so sprechen viele Sequenzen für sich, ohne dass zusätzliche Dialoge etwas erklären müssen. Ulrich Noethen und Martina Gedeck überzeugen in ihren Rollen, ebenso wie der Rest des starken Ensembles. Dazu kommt eine akkurate Ausstattung, die an der historischen Genauigkeit keine Minute zweifeln lassen. Am 1. August 1944 schreibt Anne Frank das letzte Mal in ihr Tagebuch, in der Hoffnung, später einmal, nach dem Krieg, Schriftstellerin zu werden. Kurze Zeit später dringen die Nazis in das Versteck im Hinterhaus ein. Die Familie wird nach Auschwitz - und Anne und Margot Frank später nach Bergen-Belsen - deportiert. Als Leser des Tagebuchs verlässt man hier Anne Frank, doch Steinbichlers Film lässt Anne ihre Geschichte zu Ende erzählen. Otto Frank, der als einziger der Bewohner des Hinterhauses überlebte, setzte sich mit der Veröffentlichung des Tagebuchs zum Ziel, dass die Menschen von der Geschichte seiner Tochter erfahren. DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK entspricht diesem Wunsch auf berührende und ehrliche Weise. Ein wichtiger und bewegender Film über ein Schicksal, das bis heute berührt, mahnt und wachrüttelt. Und das heute aktueller denn je ist.

Gutachten:

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der wichtigsten literarischen Dokumente des letzten Jahrhunderts. Und seit den 1950er Jahren gibt es viele künstlerische Adaptionen. Es wurde als Graphic Novel gestaltet, als Theaterstück inszeniert, zum Ballett, Musical und zu einer Oper umgearbeitet. Es wurden auch eine ganze Reihe filmischer Bearbeitungen produziert, sowohl dokumentarische als auch fiktive, für das Kino und für das Fernsehen. Die Neuverfilmung von Hans Steinbichler zeichnet aus, dass sie konsequent aus der Perspektive Anne Franks erzählt wird. Und "die Herzensergüsse eines 13jährigen Schulmädchens", wie Anne Frank es selber einmal nennt, wirken deshalb kaum wie ein historischer Kostümfilm, sondern eher wie eine der Coming of Age-Geschichten. So wird ein junges Publikum schnell Zugang zu der Geschichte bekommen, denn die Anne Frank des Films ist eine junge, erstaunlich modern wirkende Frau, in deren Gedanken, Hoffnungen, Ängste sich ihre heutigen Altersgenossen unmittelbar hineinversetzen können. Deshalb war es klug und entscheidend, auch jene Teile des Tagebuchs in Szene zu setzen, in denen es um die aufkeimende Sexualität von Anne Frank und die Schwierigkeiten mit ihrer Mutter geht. Diese Sequenzen, die auf Stellen im Tagebuch basieren, die ihr Vater in den ersten Ausgaben des Buches zensierte, lassen die Anne Frank des Films noch komplexer und damit lebendiger erscheinen. Und Lea van Acken spielt sie ohne einen drohenden Schatten der bevorstehenden Katastrophe sehr intensiv und natürlich. Es gelingt Steinbichler eindrucksvoll, eine Ahnung davon zu vermitteln, wie extrem und bedrohlich die Situation der in dem Amsterdamer Haus Versteckten gewesen sein muss. Er zeigt, wie es an der Substanz der Menschen zehrt, ständig in erzwungener Stille und in äußerster Vorsicht leben zu müssen, weil jedes Geräusch und jede falsche Bewegung die Entdeckung bedeuten. Dies gelingt auch, weil das hochkarätige, stimmig besetzte Darstellerensemble präzise und inspiriert spielt und weil durch Ausstattung, Szenenbild und die Arbeit der Kamera die klaustrophobische Enge der Räume intensiv vermittelt wird. Steinbichler hat für DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK eine künstlerisch überzeugende und zeitgemäße Umsetzung des Stoffes gefunden. Denn weil er ihre Geschichte nicht als eine Geschichtsstunde, sondern als ein bewegendes, menschliches Drama gestaltet, gibt er ihr neben der gerade heute so wichtigen Aufklärung über Antisemitismus und Holocaust noch eine weitere, zugleich universelle und tagesaktuelle Bedeutung. Wenn in ihm von Verfolgung, Flucht, Mut, Angst, Diskriminierung und Vernichtung erzählt wird, sind die Parallelen zur Flüchtlingsproblematik nicht zu übersehen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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11.02.2016 - 21.02.2016 Berlin 66. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale
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