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Crazy Heart

Charmantes Porträt eines ausgebrannten Country-Music-Stars, der sich unerwartet verliebt und seinen selbstzerstörerischen Lebenskurs verlässt.

Crazy Heart Großansicht
(Bild: Fox)
Verleih Fox
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2009
Regie Scott Cooper
Darsteller Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, James Keane
Kinostart 04.03.2010
Einspielergebnis D € 591.760
Bes. (EDI) 90.949
Bes. (FFA) 104.750
Charthistory
Boxoffice USA $ 39.397.065
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 12.08.2014 (RTL Nitro)

nach oben Inhalt & Info

Bad Blake hat nicht nur vier Ehen, sondern bald auch sein Leben hinter sich, das unaufhaltsam in die Selbstzerstörung treibt. Alkohol und Frauen sind die einzige Konstanten, wenn der ehemalige Country-Music-Star gelangweilt durch den amerikanischen Südwesten tingelt. Als er aber Jean, Journalistin und allein erziehende Mutter, kennen lernt, verdrängt Romantik plötzlich die Routine, erlebt der Endfünfziger spätes Familienglück. Doch wie schon früher bleibt er selbst das größte Hindernis, wenn das Mögliche dauerhaft Realität werden soll.

Die Stärken von Scott Coopers Regiedebüt liegen nicht im Plot, der den Spuren des Dramas "Tender Mercies" (1982) folgt, dabei aber Konflikte nur andeutet und nicht vertieft. "Crazy Heart" problematisiert nicht, streift humorvoll, gelegentlich auch melancholisch durch das Leben seiner Hauptfigur. Als zarte Romanze funktioniert der Film, als Musikfilm auch. Bridges singt selbst, wie auch Colin Farrell in einer Nebenrolle. Und das so überzeugend, dass seine Interpretation dieser stets sympathisch bleibenden Figur mit dem Oscar prämiert wurde.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Jeff Bridges' mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnete Darstellung ist die beste Empfehlung für Scott Coopers Porträt eines ausgebrannten Country-Music-Stars.

Bad Blake ist als Künstlername des Protagonisten eher ein behauptetes als ein verdientes Etikett, denn so viele Frauen und Whiskeyflaschen der 57-Jährige auch auf seinen Touren genossen und zurückgelassen hat, ist Bad doch im Kern gut: ein attraktiv verwitterter Oldie, der auch Alkoholismus noch halbwegs sympathisch verkaufen kann. Mit ihm sind auch seine Groupies in die Jahre gekommen bei seinen Gigs in den Kneipen und Bowling-Zentren des amerikanischen Südwestens, in denen er sich nur noch selten verbeugen, immer öfter aber übergeben muss. Aus dem lästigen Interview mit Jean, Journalistin und allein erziehende Mutter, entwickelt sich eine zärtliche Beziehung, seine vielleicht letzte Chance auf eine Familie, die er bisher an sich vorbeiziehen ließ. Nach vielen Jahren auf Tour findet er unerwartet einen Grund zur Rückkehr - zu Jean (sanft und verletzlich: Maggie Gyllenhaal), zu seinen lange vernachlässigten Tugenden als Songwriter und zu seinem Protegé Tommy, der längst aus seinem Schatten herausgewachsen und ein Star geworden ist.

Plot, ohnehin nicht mehr als ein Update von Bruce Beresfords Drama "Tender Mercies", gehört nicht zu den Stärken des Regiedebüts von Scott Cooper, der bisher in kleinen Rollen vor allem vor der Kamera gestanden hat. Die Vergangenheit der Hauptfigur bleibt weitgehend ausgeblendet, das angedeutete Spannungsverhältnis zum Vater genauso wie die belastete Freundschaft zu Ex-Schützling Tommy (Colin Farrell). Auch wenn sich die Story kurzfristig dramatisch zuspitzt, streift "Crazy Heart" seine Konflikte nur, wird selbst der Entzug eines schweren Alkoholikers in der Lightversion präsentiert. Viel mehr als ein realistisches Drama über Absturz und Aufstehen ist "Crazy Heart" ein optimistisches, oft humorvolles Porträt eines kauzigen Typen, dem man seines Charmes wegen vieles vergeben kann - und natürlich eine Liebeserklärung an die Country Musik, die sich hier in ausgedehnten Auftrittssequenzen eher rockig als schmalzig präsentieren darf. Wie Colin Farrell singt auch Jeff Bridges selbst - und das so überzeugend, wie er seine Rolle spielt, in der man den Dude aus "The Big Lebowski", vielleicht auch Anleihen bei Nick Nolte und Kris Kristofferson entdecken kann. Eine Figur, so sympathisch wie der Film, der dem Leinwandveteranen, wie schon Robert Duvall in "Tender Mercies", tatsächlich einen Oscar eingebracht hat. "Fallin & Flyin", das mitreißende Duett von Bridges und Farrell, wird damit im Aufzeigen möglicher emotionaler Optionen geradezu prophetisch. kob.

Quelle: Blickpunkt:Film

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  • Szene aus Bei den DreharbeitenSzene aus Bei den Dreharbeiten
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  • Szene aus Einblicke in die Produktion des Films "Crazy Heart"Szene aus Einblicke in die Produktion des Films "Crazy Heart"
 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Fox
O-Titel Crazy Heart
Land / Jahr USA 2009
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Butcher's Run Films/Informant Media
Kinostart 04.03.2010
Laufzeit 112
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 591.760
Bes. (EDI) 90.949
Bes. (FFA) 104.750
Charthistory
USA-Start 16.12.2009, bei Fox Searchlight
Boxoffice USA $ 39.397.065
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.fox.de/cinema/crazy_heart/12704
nach oben Cast & Crew
Produzenten T-Bone Burnett, Judy Cairo, Rob Carliner, Robert Duvall
Ausf. Produzenten Eric Brenner, Jeff Bridges, Michael A. Simpson, Leslie Belzberg
Regie Scott Cooper
Drehbuch Scott Cooper
Buchvorlage Thomas Cobb
Darsteller Jeff Bridges (Bad Blake), Maggie Gyllenhaal (Jean Craddock), James Keane (Manager), Anna Felix (Barfrau), Paul Herman (Jack Greene), Tom Bower (Bill Wilson), Ryan Bingham (Tony), Beth Grant (Jo Ann), Rick Dial (Wesley Barnes), Robert Duvall (Wayne), Colin Farrell (Tommy Sweet)
Kamera Barry Markowitz
Schnitt John Axelrad
Musik T-Bone Burnett, Steven Bruton, Ryan Bingham
Produktionsdesign Waldemar Kalinowski
Kostüme Douglas Hall
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
82. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2009, Los Angeles, 07.03.2010 Bester Hauptdarsteller Jeff Bridges
82. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2009, Los Angeles, 07.03.2010 Bester Song T-Bone Burnett, Ryan Bingham
67. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2010, Los Angeles, 17.01.2010 Bester Darsteller (Drama)  
67. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2010, Los Angeles, 17.01.2010 Bester Song ("The Weary Kind") T-Bone Burnett
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 6, 112 Min. Kauf
Crazy Heart (Music Collection) Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 6, 108 Min. Kauf
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 6, 112 Min. Kauf
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 6, 108 Min. Kauf
Crazy Heart
Nicht lieferbar
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 6, 108 Min. Kauf
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 6, 112 Min. Kauf
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany DVD, ab 6, 108 Min. Leih
Crazy Heart Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany Blu-ray Disc, ab 6, 112 Min. Leih
Enthalten in:
Fox Searchlight Pictures - 20 Jahre Jubiläums-Collection (21 Discs)
Nicht lieferbar
Fox Searchlight Pictures - 20 Jahre Jubiläums-Collection (21 Discs)
Twentieth Century Fox Home Enterta
Twentieth Century Fox Home Enterta
Blu-ray Disc, ab 16
DVD, ab 16
Kauf
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Original Score Diverse Crazy Heart Nicht lieferbar
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Bad Blake hat nicht nur vier Ehen, sondern bald auch sein Leben hinter sich, das unaufhaltsam in die Selbstzerstörung treibt. Alkohol und Frauen sind die einzigen Konstanten, wenn der ehemalige Country-Music-Star gelangweilt durch den amerikanischen Südwesten tingelt. Als er aber Jean, Journalistin und allein erziehende Mutter, kennen lernt, verdrängt Romantik plötzlich die Routine, erlebt der Endfünfziger spätes Familienglück. Doch wie schon früher bleibt er selbst das größte Hindernis, wenn das Mögliche dauerhaft Realität werden soll.

Die Stärken von Scott Coopers Regiedebüt liegen nicht im Plot, der den Spuren des Dramas "Tender Mercies" (1982) folgt, dabei aber Konflikte nur andeutet und nicht vertieft. "Crazy Heart" problematisiert nicht, streift humorvoll, gelegentlich auch melancholisch durch das Leben seiner Hauptfigur. Als zarte Romanze funktioniert der Film, als Musikfilm auch. Bridges singt selbst, wie auch Colin Farrell in einer Nebenrolle. Und das so überzeugend, dass seine Interpretation dieser stets sympathisch bleibenden Figur mit dem Oscar prämiert wurde.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Bad Blake, einst gefeierter Countrystar, verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Auftritten in Bars und Bowlinghallen, während er Ärger, Frust und Einsamkeit im Alkohol ertränkt. Kurz vor dem physischen Zusammenbruch lernt er die attraktive Journalistin Jean kennen, die seinem Leben eine neue Richtung gibt. Der Film ist berührendes Musikerporträt und eine ungewöhnliche Romanze, der durch das ausdrucksstarke Spiel von Jeff Bridges und Maggie Gyllenhaal eindrucksvolle Tiefe und Intensität erhält. Das grandiose Spielfilmdebüt von Scott Cooper, der auf faszinierende Weise authentische Charaktere und Szenerien kreiert, fängt mit einer überragenden Kamera das Leben von Bad Blake in intimer Nähe aber auch mit respektvoller Distanz ein. CRAZY HEART ist ein Augen- und Ohrenschmaus, präzise beobachtet, erzählt in kraftvollen Bildern, voller Leidenschaft und Zärtlichkeit.

Gutachten:

Bad Blake, gealterter Countrysänger, zieht durchs Land, singt in kleinen Clubs und Bowlinghallen. Immer noch verehrt von seinen alten Fans, fühlt er sich dennoch am Ende. Ausgebrannt, vom Alkohol gezeichnet, trägt seine Stimme zwar noch, aber die tristen Absteigen und die Telefonate mit seinem Manager machen ihm seinen Abstieg vom Star zum Loser immer wieder überdeutlich. Im Interview mit einer Journalistin und Mutter eines vierjährigen Sohnes stellt sich trotz des maroden Hotelzimmers plötzlich so etwas wie Vertrautheit, Nähe, ja Intimität ein. Blake, der bestimmte Themen und persönliche Fragen nicht beantworten mag, verliebt sich in Jean und sie erwidert seine Gefühle. Das alles wird ohne Schnörkel, eher lakonisch erzählt. Die Landschaft, durch die Blake fährt, spielt dabei eine große Rolle. Wolkentürme erinnern an seine Probleme, die flirrende Luft an sein wechselvolles Leben: Vier gescheiterte Ehen und einen Sohn, den er nicht kennt. Einsamkeit auf seinen langen Fahrten von einem Auftritt zum nächsten prägen den Film. Bad Blake, nicht nur dargestellt, vielmehr verkörpert von Jeff Bridges, nimmt sein Leben mit Gelassenheit und der nötigen Ironie, aber auch mit Hilfe von viel Alkohol an. Als er Jean das erste Mal besucht und deren Sohn Bud kennenlernt, wird ihm zum ersten Mal klar, was er alles verpasst hat und das versucht er nun nachzuholen. Doch sein Sohn, den er anruft, will ihn nicht sehen und auch nicht mit ihm sprechen. Blake versteht und sieht ein, dass manche Gelegenheiten im Leben nicht wieder kommen.

Als er schließlich auf Tony Sweet, seinen Schüler und legitimen Nachfolger, vor großem Publikum trifft und zusammen mit ihm ein Konzert gibt, glaubt man, er habe seine Balance wiedergefunden, doch genau jetzt setzt die Talfahrt seines Lebens ein, die zu befürchten war. Am tiefsten Punkt angelangt, entschließt er sich, den Alkohol aus seinem Leben auszuschließen und schafft es. Und auch der Film schafft es glaubhaft, diesen Wandel zu vermitteln. Mit großer Leichtigkeit wird hier aus einem Männerleben berichtet, das so einfach und schwierig zugleich erscheint. Der Film vermittelt die Atmosphäre der abgelebten Clubs auf dem Land, der billigen Motels, der flüchtigen Begegnungen überzeugend. Er ist Romanze, Musikfilm, Roadmovie, fängt mit seinen Stimmungen ein bewegtes Leben ein. Dem Regisseur Scott Cooper ist mit seinem Erstling ein Film gelungen, der es mit seiner Menschlichkeit dem Zuschauer leicht macht, einen alten Säufer und Kettenraucher liebenswert zu finden und ihn mit Sympathie zu betrachten. Auch den Darstellern, die so selbstverständlich agieren und den Eindruck vermitteln, mitten im Leben zu stehen, ist zu verdanken, dass hier eine Facette Amerikas glaubwürdig umgesetzt wurde. Ein Film, der seine Gültigkeit und Ausstrahlung behalten wird.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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