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Capote

Herausragendes Porträt des legendären Truman Capote, der den Mordfall untersucht, der ihn zum Verfassen von "Kaltblütig", dem ersten True-Crime-Roman der Geschichte, bringt.

Capote Großansicht
(Bild: Sony Pictures)
Verleih Sony Pictures
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2005
Regie Bennett Miller
Darsteller Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr.
Kinostart 02.03.2006
Einspielergebnis D € 1.336.931
Bes. (EDI) 216.591
Bes. (FFA) 239.105
Charthistory
Boxoffice USA $ 28.337.516
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 05.04.2010 (ZDF)

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1953 wird Truman Capote vom "The New Yorker" damit beauftragt, einen umfassenden Artikel über einen Mordfall in einer amerikanischen Kleinstadt zu verfassen. Begleitet von der Schriftstellerin Harper Lee, wird der exzentrische, offen zu seiner Homosexualität stehende Capote nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Als die beiden Mörder geschnappt werden, vertieft sich Capotes Interesse an dem Fall. Während der Stadtsheriff auf eine schnelle Verurteilung und Hinrichtung drängt, will Capote in einer Reihe von Interviews herausfinden, wer die Mörder sind und was sie zur Bluttat getrieben hat.

Ein herausragendes Biopic, das mehr leisten will als bloßes Abhaken biographischer Eckdaten: Vielmehr lernt man den legendären Truman Capote nur in einer entscheidenden Episode seines Lebens kennen, als er den Morfall recherchierte, der ihn zum Verfassen von "Kaltblütig", dem ersten True-Crime-Roman der Geschichte, inspirierte. Insofern ist Bennett Millers ambitionierter Film auch das präzise Porträt eines Mordes und der Mörder, das letztlich stets damit zu kämpfen hat, dass Phillip Seymour Hoffmans Darstellung der Titelfigur alles andere in "Capote" haushoch überragt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Mit einer epochalen und mit einem Golden Globe gewürdigten Leistung erweckt Philip Seymour Hoffman den legendären Literaten Truman Capote zu filmischem Leben - in einem Biopic, das sich durch Präzision, Intelligenz und Spannung als einer der besten Filme des Jahres empfiehlt.

"Capote" begibt sich nie auf das Glatteis, auf dem typische Biopics zumeist ins Schlingern geraten. Bennett Millers beachtliches Regiedebüt ist zu keinem Moment daran interessiert, Eckpunkte der Biographie seines Sujets abzuhaken und durch die Jahrzehnte zu hecheln, nur um dann festzustellen, dass einem die Person, um die es geht, immer noch genauso fremd ist wie zuvor. Ausgehend von einem brillant pointierten Drehbuch von Dan Futterman, engt der Regisseur den Fokus vielmehr ein, so sehr tatsächlich, dass die Psyche des legendären Truman Capote hier wie im Brennglas unter die Lupe genommen und seziert wird: Verhandelt werden die wenigen Jahre, von 1959 bis 1966, in denen der gefeierte Autor von "Frühstück bei Tiffany" und Mittelpunkt jeder High-Society-Party, der in den USA bekannt war wie ein bunter Hund, an "Kaltblütig" arbeitete, jenes epochale Werk der Literatur, der das Genre des Tatsachenromans begründete. In der New York Times liest Capote von einem Mord an einer ganzen Familie in einer Kleinstadt in Kansas. Mit seiner besten Freudnin Nelle Harper Lee macht sich der kleine, untersetzte Mann mit den femininen Gesten und der unverkennbar säuselnd-lispelnden Kinderstimme auf den Weg vor Ort, um für den New Yorker darüber zu berichten. Die Ankunft Capotes im amerikanischen Hinterland ist wie die Landung eines Außerirdischen, und Miller nutzt diese Szenen des Aufeinanderpralls gänzlich konträrer Welten und Weltanschauungen einerseits für humorvolle Auflockerung, andererseits aber auch als Einführung in die Arbeitsweise Capotes, der seine offenkundige Andersartigkeit nutzt, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Das zahlt sich aus im Herzstück des Films: Wenn sich der Artikel zusehends zur Obsession, zur Sysiphus-Arbeit auswächst, weil Capote zu einem der beiden mittlerweile gefassten Killer eine enge Freundschaft schließt und ihm sogar einen Anwalt beschafft, um endlich die dringend benötigte Information über den Mord aus erster Hand zu bekommen, dann ist man als Zuschauer hin- und hergerissen: Sind Capotes Absichten integer - oder spielt er mit den zum Tode Verurteilten nur ein Spiel, weil er sonst den Roman nicht beenden kann? Um nicht weniger und nicht mehr als den Preis, den man für Ruhm und kreative Befriedigung zahlen muss, geht es hier, in dieser eindringlichen und zunehmend elektrisierenden Studie der Einsamkeit eines Genies, das vor den Augen des Zuschauers an sich selbst zerbricht. Streng sind die Bilderkompositionen, die Miller und seinem Kamermann Adam Kimmel gelingen und den Seelenzustand der Protagonisten widerspiegeln. Vor allem bereiten sie aber Philip Seymour Hoffman die Bühne für eine der monumentalsten One-Man-Shows, die es seit langem im Kino zu sehen gab: Wie dieser unverkennbare Charakterschädel förmlich in seiner Figur zu verschwinden scheint, bis nur noch Truman Capote übrig ist, das ist jeden Award dieser Welt wert. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Sony Pictures
O-Titel Capote
Land / Jahr USA 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen United Artists/A-Line Pictures/InfinityMedia/Baron Pictures u.a.
Drehort Winnipeg
Drehzeit 25.10.2004
Kinostart 02.03.2006
Laufzeit 114
FSK ab 12 Jahre
Einspielergebnis D € 1.336.931
Bes. (EDI) 216.591
Bes. (FFA) 239.105
Charthistory
USA-Start 30.09.2005, bei Sony Classics
Boxoffice USA $ 28.337.516
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.capote.de
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Produzenten Caroline Baron, William Vince, Michael Ohoven, Philip Seymour Hoffman
Ausf. Produzenten Dan Futterman, Philip Seymour Hoffman, Kerry Rock, Danny Rosett
Regie Bennett Miller
Drehbuch Dan Futterman
Buchvorlage Gerald Clarke
Darsteller Philip Seymour Hoffman (Truman Capote), Catherine Keener (Nelle Harper Lee), Clifton Collins Jr. (Perry Smith), Chris Cooper (Alvin Dewey), Bruce Greenwood (Jack Dunphy), Bob Balaban (William Shawn), Amy Ryan (Marie Dewey), Mark Pellegrino (Richard Hickock), Allie Mickelson (Laura Kinney), Marshall Bell (Warden Marshall Krutch), Araby Lockhart (Dorothy Sanderson), C. Ernst Harth (Lowell Lee Andrews), Michelle Harrison (Babe Paley), Adam Kimmel (Richard Avedon), Bess Meyer (Linda Murchak), Robert Huculak (Reporter), R.D. Reid (Roy Church), Robert McLaughlin (Harold Nye), Harry Nelken (Sheriff Sanderson), Kjartan Hewitt (als Kerr Hewitt: Danny Burke), John MacLaren (Richter Tate), Jeremy Dangerfield (Juri-Vorsitzender), Kwesi Ameyaw (Gerichtsdiener), Jim Shepard (Kaplan), John B. Destry (Pete Holt)
Kamera Adam Kimmel
Schnitt Christopher Tellefsen
Musik Mychael Danna
Produktionsdesign Jess Gonchor
Ton Leon Johnson, Noah Timan, Daniel Monahan
Kostüme Kasia Walicka-Maimone
Herstellungsleitung Jacques Méthé
Casting Avy Kaufman, Coreen Mayrs
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
78. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2005, Los Angeles, 05.03.2006 Bester Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman
63. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2006, Los Angeles, 16.01.2006 Bester Darsteller (Drama) Philip Seymour Hoffman
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Capote
Nicht lieferbar
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE) DVD, ab 12, 110 Min. Kauf
Capote
Nicht lieferbar
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE) DVD, ab 12, 110 Min. Kauf
Capote Sony Pictures Home Entertainment (SPHE) DVD, ab 12, 110 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

USA 1959. Truman Capote befindet sich dank seines Romans "Frühstück bei Tiffany" auf der Höhe seines Ruhms. Da liest er eine Notiz in der New York Times: Eine Farmerfamilie ist im ruralen Kansas ermordet worden. Die Geschichte fasziniert den Schriftsteller augenblicklich, er beschließt, das Material zur ersten Non-fiction novel zu machen, die Gattung des Tatsachen-Romans zu begründen. Mit seiner Jugendfreundin Nelle Harper Lee, Autorin des Bestsellers "Wen die Nachtigall stört", macht er sich auf ins konservative amerikanische Herzland.

Gleich mit seinem Regiedebüt gelingt Bennett Miller der große Wurf. Denn sein Porträt über den legendären Bestseller-Autoren ist mehr als ein bloßes Abhaken biografischer Eckdaten. Stattdessen wird das Innenleben des exzentrischen Literaten nach außen gekehrt. Stellenweise durchaus humorvoll prallen hier Welten und Weltanschauungen aufeinander, in perfekten, kalt kadrierten Bildern eingefangen. Und über allem thront Philip Seymour Hoffman, der dafür zu recht den Oscar erhielt. Eine Kino-Perle, beileibe nicht nur für Leseratten.

Quelle: mediabiz.de

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