Brothers Grimm

Terry Gilliams Märchenabenteuer über das Leben der legendären Erzähler als geläuterte Gauner.

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(Bild: Concorde)
Verleih Concorde
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, Tschechien u.a. 2005
Regie Terry Gilliam
Darsteller Matt Damon, Heath Ledger, Monica Bellucci
Kinostart 06.10.2005
Einspielergebnis D € 3.594.972
Bes. (EDI) 590.371
Bes. (FFA) 589.866
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Boxoffice USA $ 37.735.300
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Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 14.04.2008 (ZDF)

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Sie inszenieren Spuk, nur um ihn dann gegen Bezahlung theatralisch zu eliminieren. So gaunern sich Will und Jake Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts durchs Leben. Doch als ein General der französischen Besatzungsmacht die deutschen Brüder zwingt, das Verschwinden mehrerer Mädchen zu klären, erwartet sie ein Schock. Werwölfe und Zauberwald gibt es wirklich und mittendrin eine vergreiste Königin, die mit frischem Blut nach Jugend sucht.

7 Jahre nach "Fear and Loathing in Vegas" verbindet Terry Gilliams neuer Film Humor und Abenteuer mit einem Zitatenstreifzug durch bekannte Märchen. Bewusst theatralisch angelegt, stellt "Brothers Grimm" aufgeklärtes Denken und Mythenmacht gegenüber, versteht sich mehr als skurrile Farce als ein dramatisches Schauermärchen. Das ergibt keinen Klassiker, wohl aber kommerzielles Kino mit Widerhaken.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Wenn Terry Gilliam den Fluch, der schon viele seiner Projekte platzen ließ, einmal überwinden und einen neuen Film ins Kino bringen kann, gleicht das einem Märchen. "Brothers Grimm" ist nun selbst eines, fabuliert mit großem Ausstattungs-Aufwand darüber, was die legendären Mythensammler aus Hanau tatsächlich zu ihren Geschichten inspirierte. Gilliams Märchen-Medley gefällt mit magischer Optik, einem schaurig-schrulligen Atmosphäre-Mix und einigen vital inszenierten Fantasysequenzen, auch wenn die Brüder, verglichen mit den Bildern, etwas farblos bleiben.

Hauptgrund dafür ist, dass die Grimms hier keine charmanten Funboys sein dürfen, die sich als Dämonen-Crasher erfolgreich durchs Leben schwindeln. Stattdessen sind die Brüder überschaubar charismatisch, oft verstritten und müssen das zentrale Thema des Films, das Aufeinanderprallen von Mythen und Aufklärung, in ihren Persönlichkeiten spiegeln. Anfang des 18.Jahrhunderts repräsentiert der realistische Will (Matt Damon) den Aufbruch in ein neues Zeitalter, während Jake (Heath Ledger) in der Welt der Träume und magischen Geschichten lebt. Beide ergänzen sich, wenn sie für gutgläubige Landhirne mit billigen Schaustellertricks Spuk inszenieren, nur um dann Hexen und anderes Teufelszeug theatralisch zu exorzieren. "Ghostbusters" vermischt sich mit "Sleepy Hollow" und "Die Zeit der Wölfe" mit einem Touch "Dragonheart" - so könnte Terry Gilliam den Brothers Weinstein von Miramax das Drehbuch von Ehren Kruger schmackhaft gemacht haben, das zum großen Teil im Prager Studio und an einigen tschechischen Originalschauplätzen realisiert wurde. Ein amüsanter Prolog führt die Brüder als Hochstapler mit ihrer erprobten Arbeitsweise ein, konfrontiert sie dann aber mit der für sie erschreckenden Vorstellung, dass es Orte gibt, an denen der Spuk tatsächlich Realität sein könnte. Ein französischer Besatzungsoffizier zwingt die Dämonenprofis, das Geheimnis eines Dorfes zu klären, in dem bereits eine Reihe kleiner Mädchen spurlos verschwunden sind. Matt Damons pathetische Heldenansprache ironisiert Gilliam musikalisch, schickt dann mit dem Italiener Cavaldi den Brüdern einen Aufpasser zur Seite, der die Gewalt, noch mehr aber seine theatralischen Auftritte genießt. Peter Stormare ist das komische Highlight des Films, eine lustvolle Studie in Overacting, die von zu vielen Peter -Sellers- oder Terry-Thomas-Filmen animiert wurde. Mit Cavaldi und einer kriegerischen Dorfamazone im Schlepptau stoßen die Brüder in den Wald vor, zu einem verwunschenen Turm, in dem der Geist einer 500-jährigen intriganten Königin (Monica Bellucci) spukt, die keine Opfer scheut, um in der Blüte ihrer Schönheit wiedergeboren zu werden. Gilliam inszeniert sein überraschungsarmes Schwindlermärchen, in dem der Grimmsche Katalog in kurzen Zitaten eingebunden ist (Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen etc), als skurrile Farce, zeigt aber auch in einigen vital visualisierten Waldsequenzen mit Werwolf und wandernden, zupackenden Bäumen das Schauerpotenzial dieser Geschichte. Auch wenn die Brüder eher Reizfiguren als Sympathieträger sind und Gilliam gelegentlich zu dick aufträgt (Raben werden im 10-Minuten-Rhythmus aufgescheucht), wird "Brothers Grimm" den Normalzuschauer, der sich nicht an Spitzenwerten wie "Twelve Monkeys" oder "Brazil" orientiert, gut unterhalten können. kob.

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Verleih Concorde
O-Titel The Brothers Grimm
Land / Jahr Großbritannien/Tschechien/USA 2005
Kategorie Spielfilm
Genre Fantasy/ Abenteuer
Produktionsfirmen MGM/Mosaic Media Group/Summit Ent./Reforma
Produzenten Charles Roven, Daniel Bobker
Koproduzenten Jake Myers, Michael Solinger
Ausf. Produzenten John D. Schofield, Chris Mcgurk, Bob Weinstein, Harvey Weinstein, Jonathan Gordon, Andrew Rona
Regie Terry Gilliam
Drehbuch Ehren Kruger, Terry Gilliam
Darsteller Matt Damon (Wilhelm Grimm), Heath Ledger (Jacob Grimm), Monica Bellucci (Spiegel-Königin), Peter Stormare (Cavaldi), Lena Headey (Angelika), Jonathan Pryce (General Delatombe), Tomas Hanak (Angelikas Vater), Julian Bleach (Letorc), Mackenzie Crook (Hidlick), Richard Ridings (Bunst), Barbora Lukesová (Mutter Grimm), Anna Rust (Schwester Grimm), Radim Kalvoda (Gendarme), Martin Hofmann (Gendarme), Harry Gilliam (Stallbursche), Miroslav Táborský (Alter Müller), Roger Ashton-Griffiths (Bürgermeister), Marika Sarah Procházková (Müllerstochter), Rudolf Pellar (Wachmann), Hanus Bor (Vater der Zwillinge), Ota Filip (Besitzer der Taverne), Audrey Hamm (Reisende), Annika Murjahn (Reisende), Lukas Bech (Barmann), Karel Kohlicek (Französischer Soldat), Bruce McEwan (Dax), Martin Kavan (Delatombes Diener), Denisa Vokurkova (Greta), Jan Unger (Gregor), Laura Greenwood (Sasha), Frantisek Velecky (Old Crone), Jakub Zindulka (Minister), Milan Gargula (Contemptuous Villager), Drahomira Fialkova (Großmutter), Ludek Elias (Grizzled Elder), Jana Radojcicová (Wütende Frau), Josef Vajnar (Bischof)
Kamera Newton Thomas Sigel, Nicola Pecorini
Schnitt Lesley Walker
Musik Dario Marianelli
Produktionsdesign Guy Dyas
Casting Irene Lamb
Drehort Prag
Drehzeit 30.06.2003
Kinostart 06.10.2005
Laufzeit 119
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Wertvoll
Einspielergebnis D € 3.594.972
Bes. (EDI) 590.371
Bes. (FFA) 589.866
Charthistory
USA-Start 26.08.2005, bei Dimension Films
Boxoffice USA $ 37.735.300
Filmtrailer Video
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Titel Vertrieb System Handelsform
Brothers Grimm EuroVideo Bildprogramm Blu-ray Disc, ab 12, 119 Min. Kauf
Brothers Grimm
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm HD DVD, ab 12, 119 Min. Kauf
Brothers Grimm (Limited Edition, Steelcase)
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Brothers Grimm (Special Edition, 2 DVDs) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Brothers Grimm (Einzel-DVD) EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 114 Min. Kauf
Brothers Grimm (WMV HD-DVD)
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 119 Min. Kauf
Brothers Grimm
Nicht lieferbar
EuroVideo Bildprogramm UMD, ab 12, 114 Min. Kauf
Brothers Grimm EuroVideo Bildprogramm DVD, ab 12, 114 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Brothers Grimm
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Die Vertreibung von Hexen und Dämonen aus ländlichen Spukhäusern ist für die deutschen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts ein einträgliches Geschäft - zumal sie die Geistererscheinungen mit viel Tamtam und billigen Jahrmarkttricks selbst inszenieren. Doch ein französischer Besatzungsoffizier kommt den Schwindlern auf die Schliche. Zur Strafe verdonnert er sie dazu, eine echte Hexe zu besiegen, die in einem verwunschenen Wald schon zehn junge Mädchen auf Nimmerwiedersehen entführt hat.

Ein Potpourri aus Märchen-Versatzstücken, Slapstick-Einlagen und Horror-Elementen kreiert Fantasy-Altmeister Terry Gilliam ("12 Monkeys") mit seinem jüngsten Filmabenteuer. Das besitzt zwar seine Längen und Holprigkeiten, sorgt aber dennoch dank der herausragenden Schauwerte und dem gutgelaunten Spiel der Hauptdarsteller Matt Damon ("Die Bourne Identität") und Heath Ledger ("Die vier Federn") für Entertainment. Mit weiteren Stars wie Monica Bellucci und Peter Stormare ("Minority Report") topbesetzte Abenteuerkost.

Quelle: mediabiz.de

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat Wertvoll Märchenerzählen heute, ohne die Wurzeln zu verleugnen. Eine bildgewaltige Hommage an die Märchen unserer Kindheit, das ist Terry Gilliams "Brothers Grimm". Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Rapunzel, Dornröschen und der Froschkönig - sie alle haben nur kleine Gastauftritte in diesem Film, der es unternimmt, die Gebrüder Grimm selber zu Märchengestalten zu machen. Als Hochstapler, die ihre Hexen, Wölfe und Zauberer arglosen Dorfbewohnern als reale Bedrohungen aufschwatzen, von denen sie selber diese dann für teuren Lohn befreien, ziehen sie durch das von Napoleon besetzte Deutschland des späten 18. Jahrhunderts. Aber dann kommen sie tatsächlich in einen magischen Wald, in dem sie gegen eine böse Königin in einem hohen Burgturm kämpfen müssen, um die zwölf von ihr verzauberten Kinder zu retten.

Der Film ist zum Bersten gefüllt mit Spezialeffekten und cineastischen Einfällen. Es gibt virtuose Kamerafahrten durch verschwenderisch ausgestattete Märchenwelten, die mit viel Liebe zum pittoresken Detail in einem Prager Filmstudio aufgebaut wurden. Manchmal scheint "Brothers Grimm" gar ein verstecktes Selbstportrait von Gilliam zu sein, wenn sich etwa einer der Brüder beklagt, für den realen Zauberwald habe es ein "viel höheres Budget" gegeben. (...)

Dieser Märchenfilm für Erwachsene funkelt wie ein Kaleidoskop von Partikeln aus dem Grimmschen Fundus, die zu immer neuen Mustern zusammengesetzt werden. Und ein Schuß Monty Python spritzt ab und zu auch aus dem Hexengebräu.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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TV-Ausstrahlungen (im deutschen Fernsehen seit Frühjahr 2005)

Sender Datum Zeit
Tele 5 03.08.2010 20:15:00
RTL2 05.06.2010 23:35:00
RTL2 04.06.2010 20:15:00
RTL2 27.12.2009 20:15:00
RTL 09.08.2009 01:40:00
RTL 08.08.2009 20:15:00
ZDF 14.04.2008 22:15:00

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