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Boyhood

Wunderbar leicht und lässig über zwölf Jahre hinweg erzählte Geschichte einer Kindheit und Jugend in den USA.

Boyhood Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2014
Regie Richard Linklater
Darsteller Ellar Coltrane, Patricia Arquette, Ethan Hawke
Kinostart 22.01.2015
Einspielergebnis D € 2.460.088
Bes. (EDI) 294.139
Bes. (FFA) 315.140
Charthistory
Boxoffice USA $ 25.255.075
Charthistory
Filmtrailer Video
Erstausstrahlung 14.04.2017 (ZDF)

nach oben Inhalt & Info

Der sechsjährige Mason lebt mit seiner nervigen Schwester Samantha und seiner alleinerziehenden Mutter Olivia in Texas. Der Vater hofft immer noch auf eine Karriere als Musiker und kümmert sich wenn dann nur an den Wochenenden um die Kiddies. Olivia zieht mit ihnen zu ihrer Mutter, um ein Studium zu beginnen, dass ihr einen besseren Job ermöglichen soll. Bald heiratet sie ihren Professor, zieht mit ihm und dessen zwei Kindern zusammen. Das bedeutet, dass Mason und Samantha erneut die Schule wechseln müssen und bringt bald schwerwiegendere Probleme mit sich.

Unter dem Arbeitstitel "The Twelve Year Project" arbeitete Richard Linklater seit 2002 an diesem einmaligen Spielfilmprojekt, bei dem er Jahr für Jahr Patricia Arquette und Ethan Hawke als Elternpaar vor der Kamera zusammenspannte und mit Ellar Coltrane den idealen Darsteller für den in Realzeit heranwachsenden Mason fand. Von kleinen und großen Sehnsüchte und Sorgen, von den Bedürfnissen und Ängsten eines Buben und Teenagers erzählt dieses spannende Experiment, das zugleich ein prototypischen Panorama einer US-Kindheit und -Jugend entwirft.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Mit einer wunderbar leicht und lässig erzählten Geschichte einer Kindheit und Jugend reüssierte Richard Linklater bei den Festivals in Sundance und Berlin und sollte es auch beim breiten Publikum tun.

Dabei war die Produktion alles andere als leicht und ein Wagnis. Zwölf Jahre lang hat der Independentfilmer immer wieder mit seiner Hauptdarstellern, dem jungen Ellar Coltrane, seiner Tochter Lorelei, Patricia Arquette und Ethan Hawke, Star seiner drei "Before Sunrise"-Filme, gedreht. Sein einzigartiges Konzept für einen Spielfilm, das man sonst nur aus Dokus kennt, ging auf.

Unglaublich frisch und authentisch wirkt der Film. Das liegt nicht nur an den jungen Gesichtern. Es ist spannend, nicht nur der Veränderung des Kindes zum jungen Mann zu zu sehen, sondern auch dem Älterwerden seiner getrennt lebenden Eltern. Die Übergänge zwischen den Drehblöcken fallen dabei überhaupt nicht ins Auge, alles erscheint in einem Guss, in den hellen, warmen Farben des sonnigen Texas getaucht. Linklater gelingt das Kunststück, nicht nur typische Erfahrungen aus dem Alltag von Kids, Schülern und Studenten so treffend zu schildern, dass sich jeder darin wiederfinden kann, sondern auch die Entwicklung in Politik und Popkultur in den USA genau und augenzwinkernd zu betrachten. In einer herrlichen Szene etwa stiftet Hawke, der vom verplanten Möchtegernmusiker irgendwann doch noch zum verantwortungsbewussten Familienvater wird, seine beiden Kinder an, Obama-Plakate in die Vorgärten der Nachbarschaft zu pflanzen. Es wird "Harry Potter" vorgelesen und über "Star Wars" diskutiert.

In der über 160 Minuten langen, von populären Songs begleiteten Coming-of-Age-Geschichte steckt auch Linklaters (Werk-)Geschichte, wie sein Gespür für das Lebensgefühl der Jugend, das er etwa in "Dazed and Confused" demonstrierte, oder die ausgefeilt-verspielten Dialoge aus den "Before Sunrise"-Filmen, die vor allem in den späteren Szenen zum Tragen kommen. Bei aller Leichtigkeit schlägt der Film auch ernste Töne an, muss sich Arquettes Olivia als alleinerziehende Mutter durchschlagen und sich und ihre Kinder vor einem vom Alkohol aggressiv gewordenen Mann in Sicherheit bringen. Linklaters individuelles ebenso wie gesellschaftliche Panorama der Jahre 2002 bis 2013 ist US-Independentkino von seiner besten Seite, verbindet Arthouse- mit Popcorn-Kino, Anspruch mit Unterhaltung. hai.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel Boyhood
Land / Jahr USA 2014
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Kinostart 22.01.2015
Erster Start 05.06.2014
Laufzeit 166
FSK ab 6 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.460.088
Bes. (EDI) 294.139
Bes. (FFA) 315.140
Charthistory
USA-Start 11.07.2014, bei IFC Films
Boxoffice USA $ 25.255.075
Filmtrailer Video
Web-Link http://movies.universalpictures.ch/Boyhood
nach oben Cast & Crew
Produzenten Richard Linklater, Cathleen Sutherland
Ausf. Produzenten John Sloss, Jonathan Sehring
Regie Richard Linklater
Drehbuch Richard Linklater
Darsteller Ellar Coltrane (Mason), Patricia Arquette (Olivia, Masons Mutter), Ethan Hawke (Masons Vater), Lorelei Linklater (Samantha), Tamara Jolaine (Tammy), Nick Krause (Charlie), Jordan Howard (Tony), Shane Graham (Stanley), Evie Thompson (Jill), Sam Dillon (Nick), Cambell Westmoreland (Kenny), Lauren Lee (Klassenkameradin)
Kamera Lee Daniel, Shane Kelly
Schnitt Sandra Adair
Produktionsdesign Rodney Becker
Ton Benjamin Lowry
Kostüme Kari Perkins
Maske Darylin Nagy
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
64. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2014, Berlin, 06.02.2014 - 16.02.2014 Leserpreis der "Berliner Morgenpost"  
64. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2014, Berlin, 06.02.2014 - 16.02.2014 Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater  
64. Internationale Filmfestspiele in Berlin
Internationale Filmfestspiele in Berlin
2014, Berlin, 06.02.2014 - 16.02.2014 Silberner Bär, beste Regie Richard Linklater
87. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2014, Los Angeles, 22.02.2015 Beste Nebendarstellerin Patricia Arquette
68. British Academy Awards   2015, London, 08.02.2015 Beste Regie Richard Linklater
68. British Academy Awards   2015, London, 08.02.2015 Bester Film  
72. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2015, Los Angeles, 11.01.2015 Beste Nebendarstellerin Patricia Arquette
72. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2015, Los Angeles, 11.01.2015 Beste Regie Richard Linklater
72. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2015, Los Angeles, 11.01.2015 Bester Film (Drama)  
Gilde-Filmpreis   2014, Leipzig, 17.09.2014 Internationaler Film  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Boyhood Universal Pictures Germany DVD, ab 6, 159 Min. Kauf
Boyhood Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 6, 166 Min. Kauf
Boyhood Universal Pictures Germany DVD, ab 6, 159 Min. Leih
Boyhood Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 6, 166 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Boyhood
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der sechsjährige Mason lebt mit seiner Schwester Samantha und seiner allein erziehenden Mutter Olivia in Texas. Der Vater hofft immer noch auf eine Karriere als Musiker und kümmert sich bisweilen an den Wochenenden um seine Kinder. Olivia zieht mit ihnen zu ihrer Mutter, um ein Studium zu beginnen, das ihr einen besseren Job ermöglichen soll. Bald heiratet sie ihren Professor, zieht mit ihm und dessen zwei Kindern zusammen. Der entpuppt sich als gewalttätiger Alkoholiker, der der ganzen Familie das Leben schwer macht.

Seit 2002 arbeitete Richard Linklater an diesem einmaligen Spielfilmprojekt, bei dem er Jahr für Jahr Patricia Arquette und Ethan Hawke als Elternpaar vor der Kamera zusammenspannte und mit Ellar Coltrane den idealen Darsteller für den in Realzeit von 6 zu 18 Jahren heranwachsenden Mason fand. Von kleinen und großen Sehnsüchte und Sorgen, von den Bedürfnissen und Ängsten eines Buben und Teenagers erzählt dieses spannende Experiment, das als singuläres Ereignis seinen Platz in der Kinogeschichte sicher hat.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Der sechsjährige Mason lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter und erlebt im Verlauf der Jahre Triumphe und Enttäuschungen. Wunderbar leicht über zwölf Jahre hinweg erzählte Geschichte einer Kindheit und Jugend in den USA.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Mason ist ein kleiner Junge mit ganz normalen Problemen. Seine Schwester Samantha ist nervig, seine alleinerziehende Mutter hat einfach kein Glück bei ihrer Partnerwahl, seinen Vater sieht er nur unregelmäßig. Vor zwölf Jahren konzipierte Richard Linklater den Spielfilm über das Leben einer Familie in den USA aus der Perspektive des Sohnes. Jedes Jahr kam er mit seinem Filmteam zusammen und filmte die Darsteller in ihren Rollen. Keine Rolle wurde dabei umbesetzt. So sieht der Zuschauer immer wieder Ausschnitte aus einem fiktiven Leben und begegnet den Figuren, die so echt und authentisch in Szene gesetzt werden, dass ein fast dokumentarischer Eindruck entsteht. Patricia Arquette und Ethan Hawke als Mutter und Vater verkörpern glaubhaft ihre Konflikte und Sehnsüchte, kein Dialog wirkt überzogen, Probleme werden glaubhaft vermittelt. Dass der Film so berührt und begeistert, liegt vor allen Dingen an den jungen Darstellern, allen voran Ellar Coltrane als Mason. Man sieht ihn vor der Kamera aufwachsen, schließt ihn ins Herz und begleitet ihn als Kind, Teenager sowie bei den ersten Schritten ins erwachsene Leben, einschließlich Berufswahl und Liebesnöten. Coltranes differenziert wirkendes Spiel ist ein Glückstreffer der Besetzung, und schon als kleiner Junge nimmt seine große Leinwandpräsenz den Zuschauer gefangen. Durch eine ausgeklügelte Montage werden die einzelnen Szenen so stimmig miteinander verbunden, dass man glaubt, die Geschichte an einem Stück zu verfolgen. Nie verliert der Film die innere Spannung, immer führen Entwicklungen den Zuschauer durch die Geschichte. Durch die enge und exzellente Kameraführung ist man mitten drin in der Familie und wird förmlich ein Teil von ihr. Und durch den Soundtrack und die popkulturellen Referenzen ist der Film auch eine Milieustudie der USA in den vergangenen Jahren. Er dokumentiert Zeitgeschichte, Politik und gesellschaftliches Klima. So ist BOYHOOD als gelungenes filmisches Experiment ein großer Film über eine Gesellschaft im Wandel. Gleichzeitig aber auch ein kleiner und zärtlicher Film über eine Familie und einen kleinen Jungen, der erwachsen wird. Ihm dabei zuzusehen, ist eine einmalige und lohnende Erfahrung. Ein gelungener Versuch, für den der Regisseur auf der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie belohnt wurde.

Gutachten:

Dieser bereits mit mehreren Preisen unter anderem auf den 64. Internationalen Filmfestspielen in Berlin mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnete Film von Richard Linklater verdient höchste Anerkennung.
Die Jury befand als markantes Zeichen seiner Qualität, dass der Film mit der Länge von164 Minuten, der den Zuschauer vom Beginn bis zum Abspann fasziniert und in Atem hält, echte Magie entfaltet.
Es war ganz sicher ein cineastisches Wagnis, einen Zeitraum von zwölf Jahren in einem Spielfilm umzusetzen, immer wieder mit den gleichen Hauptdarstellern unter anderem mit der eigenen Tochter Lorelei Linklater zu arbeiten. Auch in der Postproduktion wurde Hervorragendes geleistet, so dass ein Film aus einem Guss entstanden ist. Denn nicht nur die filmische Technik hat sich in dem langen Zeitraum verändert. Mit großer Leichtigkeit werden auch gesellschaftliche Prozesse und Ereignisse einbezogen. Nichts wirkt aufgesetzt. Als ein Beispiel sei die Sequenz angeführt, in der der junge Mason mit seinem Vater Wahlwerbung für Obama macht. Nur zwei Nebendarsteller wurden dazu geholt. Das genügt, um den ganzen Spannungsbogen, hier die Demokraten und da der Republikaner, aufzubauen.
Der Zuschauer begegnet Amerikanern unterschiedlicher Generationen und Anschauungen, ihren Haltungen zum Irak-Krieg, wird an die Begeisterung für die Star Wars-Filme erinnert, erlebt den Enthusiasmus für Harry Potter oder verschiedene Musikstile mit. Dies alles bildet ein sich bewegendes filmisches Kaleidoskop, das man sich, zugleich gern zuhörend, mit Vergnügen, Interesse und Spannung anschaut. Man lacht mit den Protagonisten und hat Angst um sie. Die Jury erkennt insbesondere auch die herausragende handwerkliche Leistung des gesamten Filmteams an: die Kamera, den Schnitt, den Ton, die Ausstattung und Maske.
Am Ende des Films, als Sohn und Tochter ihren eigenen Weg gehen werden, resümiert Masons Mutter: Ich bin ein paar Ehemänner los geworden und will nun auch noch das Haus los werden. Dieser Gedanke umreißt die Vielfalt und Dramatik des inzwischen Geschehenen. Das beinhaltet die verschiedenen Väter und ihren Einfluss auf die Entwicklung Masons, seiner Schwester und auch der Mutter, den mehrfachen Wechsel der Umgebung, die Zeit und Probleme der Pubertät, der Adoleszenz, das Suchen und Finden, das Sich- Binden und Loslassen und gipfelt im Sinne des Wortes in dem wunderbaren Schluss.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Datum Stadt Festivalname
06.02.2014 - 16.02.2014 Berlin 64. Internationale Filmfestspiele Berlin - Berlinale

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