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BlacKkKlansman

Krimi über einen afroamerikanischen Polizisten, dem es 1978 mit Hilfe eines weißen Kollegen gelang, den Ku Klux Klan zu infiltrieren.

BlacKkKlansman Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2018
Regie Spike Lee
Darsteller John David Washington, Adam Driver, Laura Harrier
Kinostart 23.08.2018
Einspielergebnis D € 2.574.251
Bes. (EDI) 304.952
Bes. (FFA) 298.623
Charthistory
Boxoffice USA $ 48.179.465
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Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

Mit dem Mainstream-Krimi über den wahren Fall des afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, dem es 1978 mit Hilfe eines weißen Kollegen gelang, den Ku Klux Klan zu infiltrieren, führt Indieregisseur Spike Lee auch das Zündeln von US-Präsident Trump mit den ultrarechten Kräften des Landes vor. Mit Denzel Washingtons Sohn John David Washington, Adam Driver und in einem besonders bemerkenswerten Auftritt Topher Grace als KKK-Chef hat er auch ein starkes Ensemble für seinen Film, der für Diskussionsstoff sorgt und in Cannes prämiert wurde.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Spike Lees mit Spannung erwarteter "BlacKkKlansman" mag als Film selbst zwar einiges zu wünschen übrig lassen, doch hatte dieser als Meinstream-Polizeifilm getarnte historische Exkurs in Sachen Rassismus in den USA doch das Herz auf dem rechten Fleck.

Man hätte sich vielleicht einen wilderen, subversiveren Film gewünscht, der nicht nur all das bestätigt, was man ohnehin schon weiß über die United States of AmeriKKKa, nicht zuletzt aufgrund der Filme von Spike Lee und der vielen afroamerikanischen Hiphop-Acts, die er inspiriert hat. Aber vielleicht ist auch ganz gut, dass es jetzt einen amerikanischen Film gibt, der das Zündeln des aktuellen amerikanischen Präsidenten mit den ultrarechten Kräften des Landes vorführt, aufdeckt und zumindest in Teilen der Lächerlichkeit Preis gibt. In jedem Fall kann man seinen Spaß haben in diesem Film über den wahren Fall des afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, dem es 1978 mit Hilfe eines weißen Kollegen gelang, den Ku Klux Klan zu infiltrieren. Der Film wird für viel Gesprächsstoff sorgen, weil Spike Lee den Klan rund um David Duke, gespielt in einer irren Darstellung von Topher Grace, als inkompetenten Vollidioten darstellt. Ein bisschen bemüht waren manche Kunstgriffe wie der Einstieg mit einer Szene aus "Vom Winde verweht", in der stolz die Südstaatenflagge wehen darf, oder eine Szene, in der sich die Hauptfigur privat der attraktiven Präsidentin der Black-Power-Bewegung der lokalen Uni nähert, indem man sich gegenseitig über die Geschichte des Blaxploitationkinos aushorcht. Das sind doch alles eher Themen, wie man sie zu Beginn der Neunziger untergebracht hätte, und die anno 2018 ein bisschen schal wirken. Dafür funktioniert die Energie des Films mit Denzel Washingtons Sohn John David Washington und Adam Driver als sein Kompagnon, der Labsal für die Seele ist, aber doch auch in einer Weise gemacht wurde, dass man sichergehen kann, dass sicher niemand für die Argumente des Films gewonnen werden kann, der nicht ohnehin schon von ihnen überzeugt war. Wie Lee am Ende des Films ein brennendes Kreuz des Klans in die schrecklichsten Momente des Neonazi-Aufmarschs vom 12. August 2017 in Charlottesville überblendet und mit den Entschuldigungen Trumps kombiniert, mag man ihm als Agitprop-Stunt vorhalten, ist aber jetzt ein Statement für die vitale und revolutionäre Kraft des Kinos, wie sie im Mai 2018, immer noch von ihm ausgehen kann. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel BlacKkKlansman
Land / Jahr USA 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Satire
Produktionsfirmen Blumhouse
Kinostart 23.08.2018
Laufzeit 136
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Einspielergebnis D € 2.574.251
Bes. (EDI) 304.952
Bes. (FFA) 298.623
Charthistory
USA-Start 10.08.2018, bei Focus Features
Boxoffice USA $ 48.179.465
Filmtrailer Video
Web-Link http://upig.de/micro/blackkklansman
nach oben Cast & Crew
Produzenten Jason Blum, Spike Lee, Raymond Mansfield, Sean McKittrick, Jordan Peele, Shaun Redick
Koproduzenten David Rabinowitz, Charlie Wachtel
Ausf. Produzenten Marcei A. Brown, Matthew A. Cherry, Edward H. Hamm Jr., Win Rosenfeld
Regie Spike Lee
Drehbuch Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott, Spike Lee
Buchvorlage Ron Stallworth
Darsteller John David Washington (Ron Stallworth), Adam Driver (Flip Zimmerman), Laura Harrier (Patrice), Topher Grace, Alec Baldwin, Ryan Eggold, Robert John Burke, Paul Walter Hauser, Michael Buscemi, Ashlie Atkinson
Kamera Chayse Irvin
Schnitt Barry Alexander Brown
Musik Terence Blanchard
Produktionsdesign Curt Beech
Kostüme Marci Rodgers
Casting Kim Coleman
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
71. Internationales Filmfestival in Locarno
Internationales Filmfestival in Locarno Großansicht
2018, Locarno, 11.08.2018 UBS-Publikumspreis Spike Lee
71. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2018, Cannes, 19.05.2018 Großer Preis der Jury  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
BlacKkKlansman Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 131 Min. Kauf
BlacKkKlansman Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 136 Min. Kauf
BlacKkKlansman Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 131 Min. Leih
BlacKkKlansman Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 136 Min. Leih
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Der afroamerikanische Cop Ron Stallworth hat einen schweren Stand in seinem Polizeirevier in Colorado Springs, in dem viele Kollegen aus ihrem Rassismus keinen Hehl machen. Eher zufällig nimmt er telefonisch Kontakt mit dem Ortsverband des Ku Klux Klan auf, wo man ihm abnimmt, dass er selbst Weißer sei. Um die Charade aufrecht zu erhalten, hilft ihm sein weißer (und jüdischer) Kollege Zimmerman. Alsbald haben sie die Chance, Anschläge zu verhindern und dem Grand Wizard David Duke persönlich gegenüber zu treten.

Mit dem Mainstream-Krimi über den wahren Fall des afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, dem es 1978 mit Hilfe eines weißen Kollegen gelang, den Ku Klux Klan zu infiltrieren, führt Spike Lee auch das Zündeln von US-Präsident Trump mit den ultrarechten Kräften des Landes vor. Mit Denzel Washingtons Sohn John David Washington, Adam Driver und in einem besonders bemerkenswerten Auftritt von Topher Grace als KKK-Chef hat er auch ein starkes Ensemble für seinen in Cannes mit dem Regiepreis prämierten Film.

Quelle: mediabiz.de

nach oben Zusammenfassung

Mit Hilfe eines jüdischen Kollegen gelingt es einem afroamerikanischen Polizisten 1978, den Ku Klux Klan zu infiltrieren. Bitterböse Satire von Spike Lee nach wahren Begebenheiten, die weiße Rassisten als einen Haufen dämlicher Hinterwäldler entlarvt.

nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Spike Lees neuer Film ist eine kraftvolle Mischung aus Thriller und Satire und erzählt die wahre Geschichte eines afro-amerikanischen Polizisten, der sich Ende der 70er mithilfe seiner Kollegen in den Ku-Klux-Klan einschleust.

Colorado Springs, 1978: Ron Stallworth tritt als erster afro-amerikanischer Polizist in der Stadt seinen Dienst an - und wird sofort ins Aktenarchiv versetzt. Von Tatendrang beflügelt bietet Ron sich seinen Vorgesetzten als Undercover-Agent an. Ein Wunsch, der sich nur allzu schnell erfüllt. Denn als ein Vertreter des Ku-Klux-Klans am Telefon denkt, Ron Stallworth sei ein patriotisch-rassistisch denkender Weißer, kommt dieser auf die Idee, den Klan zu infiltrieren. An sich ein guter Plan. Doch wie soll sich ein Mann mit dunkler Hautfarbe in eine Organisation einschleusen, deren Mitglieder so weiß sind wie die Kapuzen, die sie tragen? Dass sich Stallworth während seiner Untersuchungen in die Anführerin der Black-Power-Studentenbewegung verliebt, macht natürlich alles noch komplizierter. Was sich anhört wie eine überzeichnete Groteske, basiert auf Tatsachen. Spike Lee erzählt die wahre Geschichte als packenden und wortgewaltigen Thriller, der durch eine genaue Konstruktion der Ereignisse nicht nur viel über die Vorgänge innerhalb des Klans offenbart, sondern auch auf bitterböse Weise den Geist eines Teils der amerikanischen Gesellschaft offenlegt. John David Washington als Ron ist cool, lässig und seinen Gegnern, die sich auch in den eigenen Reihen der Polizei befinden, an Intelligenz und Eloquenz absolut überlegen. Und doch spürt man die Angst des jungen Mannes, der als Polizist die Gesellschaft beschützen will - und durch seine Hautfarbe von einem Teil eben jener Gesellschaft immer abgelehnt wird. Neben Washington überzeugt auch der Rest des Ensembles, allen voran Adam Driver als Rons Kollege, der sich als "Gesicht" Rons in den Klan einschleusen lässt und Topher Grace als KKK-Anführer David Duke, in dessen unfreiwillig komischen Aussagen sich die gesamte Beschränktheit des Denkens offenbart, die sich auch bei vielen Mitgliedern wiederfindet. Für die Erzählung lässt sich Lee Zeit und baut sorgsam den Spannungsbogen auf, um ihn dann gegen Ende in einem gewaltigen Showdown zu entladen. Das perfekte Setting, der kongeniale Soundtrack sowie Kamera, Licht- und Farbsetzung imitieren höchst überzeugend den Look der 1970er Jahre. Klug und reflektiert stellt Lee die aufrührerischen Reden des Klans den Protestveranstaltungen der Black-Power-Bewegung entgegen und bebildert so das mit Wut und Hass geladene Pulverfass, auf dem Amerika nicht nur damals saß. Spike Lee beendet seinen Film mit dokumentarischen Aufnahmen des Rechtenaufmarschs in Charlottesville 2017 und demonstriert, wie nah die filmische Vision der gesellschaftlichen Realität ist. Und darüber hinaus, wie kraftvoll, beeindruckend, hochaktuell und wichtig dieser Film ist.

Gutachten:

Der Film BLACKKKLANSMAN basiert auf dem Buch "Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime", das 2014 von Ron Stallworth veröffentlicht wurde. Stallworth leitete 1978 als Polizist tatsächlich eine Undercover-Ermittlung gegen den Ku Klux Klan in die Wege und wurde dafür selbst zu einem Mitglied. Möglich war die Verschleierung seiner Hautfarbe, indem er sich bei Treffen mit anderen Mitgliedern des Klans durch einen weißen Polizeikollegen vertreten ließ.
Ron Stallworth (John David Washington) arbeitet im Jahr 1978 als einziger farbiger Polizist in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado. Als der Ku-Klux-Klan (KKK) dort immer einflussreicher wird, beschließt der Cop, die rassistische Vereinigung trotz des Gegenwindes in den eigenen Reihen zum Ziel einer Undercover-Untersuchung zu machen und diese zu infiltrieren. Es gelingt ihm, eine Mitgliedschaft zu erlangen, ohne dabei in persönlichen Kontakt mit den Klan-Mitgliedern treten zu müssen, und bald steigt er in der Hierarchie so weit auf, dass er sogar für die Stelle vorgeschlagen wird, die lokale Niederlassung in Colorado Springs zu leiten. Auf diese Weise gelingt es ihm, in letzter Minute einen rechtsextremistischen Anschlag zu verhindern.
Der Film BLACKKKLANSMAN folgt nicht nur einer Logik im Werk von Spike Lee in seiner konsequenten Beschäftigung mit der Black Power-Bewegung, sondern kommt zweifellos zur richtigen Zeit angesichts der weltweit erstarkten rechten und rassistischen Tendenzen. Der Film ist über weite Teile ein latenter Kommentar zur negativen Auswirkung der Politik von Donald Trump und nimmt am Ende mit dokumentarischen Mitteln explizit Stellung zu gegenwärtigen Strömungen in den USA. Er vermittelt auch noch einmal, dass David Duke das Credo 'America First!' als Klan-Phrase etablierte, bevor der gegenwärtige Präsident sie skandierte.
Der Film ist zweifellos politisch agitativ, er bietet jedoch zahlreiche Differenzierungen in der Figurenzeichnung und der Montage, um das Publikum nicht zu 'entmündigen'. Dass er einige Veränderungen gegenüber der historischen Vorlage vornimmt, ist für die filmische Verdichtung legitim (so war Stallworth selbst nicht mit einer Black Power-Aktivistin liiert).
Die Inszenierung lässt sich viel Zeit in den Tanzszenen, beim Kennenlernen, in den Momenten kollegialer Gemeinschaft und bei der Beobachtung der Polizeiarbeit. Er bedient sich bei der generischen Tradition des Buddy-Cop-Films ebenso wie bei den Procedural-Movies, in denen die Ermittlung selbst im Zentrum steht. Sein Stil ist am Paranoia-Kino des New Hollywood und am Blaxploitation-Film (SHAFT, SUPER FLY, COFFY, FOXY BROWN) geschult, seine Erzählweise ruft Erinnerungen an David Finchers ZODIAC wach. Zugleich bezieht er sich auf den latenten Rassismus Hollywoods: Szenen aus VOM WINDE VERWEHT (1939) und GEBURT EINER NATION (1915) werden unter diesen Aspekten deutlich dekonstruiert. Zudem scheut Lee nicht vor einer beachtlichen Ambivalenzmontage zurück, die White Power- und Black Power-Versammlungen in Relation stellen.
Ganz beiläufig bietet der Film auch eine überzeugende Rekonstruktion der 1970er Jahre und mit seinem erstklassigen Casting bis in kleinste Rollen hinein kann Spike Lees neues Werk begeistern. Die Jury ist von dem Film auf allen Ebenen überzeugt und sieht ihn auch geeignet als Diskussionsbasis für Schulen und Weiterbildungsveranstaltungen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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