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Baby Driver

Komödie um einen jungen Fluchtfahrer vom Team von "Shaun of the Dead".

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(Bild: Sony Pictures)
Verleih Sony Pictures
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, Großbritannien, USA 2017
Regie Edgar Wright
Darsteller Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James
Kinostart 27.07.2017
Filmtrailer Video

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Seit dem Unfalltod seiner Eltern ist Baby, der als Junge auf dem Rücksitz Zeuge der Tragödie war, schwer traumatisiert. Mittlerweile gibt es keinen besseren, todesmutigeren Autofahrer als ihn. Gangsterboss Doc setzt ihn mit Vorliebe bei den verwegensten Raubzügen ein. Baby steht bei Doc in der Kreide und macht gleichgültig mit. Bis er sich in die Schnellimbisskellnerin Debora verliebt und raus will aus dem schmutzigen Geschäft. Einen letzten Auftrag soll Baby noch durchführen, doch bei dem geht alles gehörig schief.

Noch nie hat Edgar Wright seine Philosophie vom puren Kino so berauschend umgesetzt wie bei diesem von lauter Rockmusik angetriebenen Actionfilm, eine Mischung aus "Drive" und "La La Land", in der Teenstar Ansel Elgort an der Seite von Schwergewichten wie Kevin Spacey, Jamie Fox, Lily James und Jon Hamm eine gute Figur ab. Im Grunde eine Variation von Wrights Videoclip zu "Blue Song" von Mint Royale aus dem Jahr 2003, erzählt "Baby Driver" eine der ältesten Geschichten des Kinos mit Bildern, wie man sie noch nie gesehen hat.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Berauschender Actionfilm im Rhythmus dröhnender Rockmusik, in dem sich ein begnadeter Fahrer von Fluchtfahrzeugen zu einem letzten Ding überreden lässt.

Sieben Jahre sind vergangen, seitdem der Brite Edgar Wright mit seinem ambitionierten, aber künstlerisch wie kommerziell gescheiterten "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" erstmals versucht hatte, Hollywood im Sturm zu erobern. Mit "Baby Driver" sollte es dem 43-Jährigen jetzt gelingen - auch in Deutschland, wo man Wright immer noch am besten kennt für sein britisches Spielfilmdebüt "Shaun of the Dead" und dessen beiden Quasifortsetzungen der "Cornetto-Trilogie", "Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis" und "World's End". Das ist gut so, denn noch kein Wright-Film hat seine Vorstellung von purem Kino so konsequent und virtuos umgesetzt wie dieser Heist-PS-Actionfilm, dessen Stunts mehr als fast furios sind und der in Wahrheit doch ein Musical ist, ein "La La Land" der quietschenden Reifen und aufjaulenden Motoren und bellenden Knarren. Die Geschichte hat man zwar schon hundertmal gesehen, aber noch nie so wie hier - man könnte sie sich nicht anders vorstellen als als Kinofilm. Das ist Wrights Anspruch und sein Versprechen gleich in der ersten Szene, die man auch als Ouvertüre begreifen kann.

Fünf Minuten siebzehn dauert "Bellbottoms", mit dem die Jon Spencer Blues Explosion 1993 einen kleinen Alternative-Rock-Hit gefeiert hatte. Jetzt liefert dieses herrlich schräge Stück räudigen Raunch'n'Rolls den Soundtrack zum Auftakt des Films, der perfekt auf die brachialen Beats und Riffs geschnitten ist - wie es Wright schon 2003 in seinem Musikvideo für den Song "Blue Song" von Mint Royale gemacht hatte, offenkundig die Keimzelle für das, was der Regisseur in "Baby Driver" auf Filmlänge gestreckt und perfektioniert hat. Baby, gespielt von Teenliebling Ansel Elgort aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", ist ein pausbäckiger Milchbubi, der als Junge auf dem Rücksitz miterleben musste, wie seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen und seither seinen fortwährenden Tinnitus damit bekämpft, immer Kopfhörerstöpsel in den Ohren zu tragen, die er mit Musik aus geklauten iPods befeuert, während er seinen Traumata Paroli bietet, indem er in Autos Vollgas gibt. Keiner macht ihm was vor am Steuer eines Boliden, weshalb ihn Gangsterboss Doc bevorzugt bei brenzligen Raubzügen einsetzt. Die "Bellbottoms"-Sequenz ist atemberaubend, vergleichbar mit "Another Day of Sun" zu Beginn von "La La Land", nur dass es eben another day of guns ist, was Wright im Lauf seines zunehmend intensiver und brutaler werdenden Films interessiert. Wie so oft in der Geschichte des Films geht es um einen letzten Auftrag, um eine erste Liebe und um die bösen Kräfte, die den Helden davon abhalten, sich seine Träume erfüllen zu können.

Sehnsuchtskino im Spannungsfeld zwischen "Drive" und "Straßen in Flammen", das (fast) immer den richtigen Song bereithält, um "Baby Driver" einen, nun ja, Drive zu verpassen, ein Tempo, eine Energie, dass man nie so richtig Zeit hat, um sich darüber klar zu werden, dass hier zwar Kino in Reinkultur zelebriert wird, diese perfekt geölte Maschine im Inneren aber eine Leere aufweist, in der ein ganzer Kinosaal bequem Platz hätte. Vielleicht ist das aber auch gut so. Während "Neat Neat Neat" von den Damned, "Hocus Pocus" von Focus oder "Brighton Rock" von Queen aus den Boxen dröhnen, ist man als Zuschauer eins mit sich und dem Moment, ist man unmittelbar an der Seite von Elgort, wie er um das Herz von Lily James kämpft und einen Weg finden muss, grimmige Schlimmfinger wie Jamie Foxx, Jon Bernthal und - der Böseste von allen - Jon Hamm auszutricksen, um das sein zu können, was alle jungen Helden in der Geschichte des Kinos jemals wollten: frei. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Sony Pictures
O-Titel Baby Driver
Land / Jahr Großbritannien/USA 2017
Kategorie Spielfilm
Genre Action / Komödie
Produktionsfirmen Working Title, Big Talk, MRC
Drehort Atlanta
Kinostart 27.07.2017
USA-Start 28.06.2017, bei Sony Pictures Releasing
Filmtrailer Video
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Produzenten Tim Bevan, Eric Fellner, Nira Park
Ausf. Produzenten James Biddle, Liza Chasin, Adam J. Merims, Rachael Prior, Leo Thompson, Edgar Wright, Michelle Wright
Regie Edgar Wright
Drehbuch Edgar Wright
Darsteller Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Eiza González, Jon Hamm, Jamie Foxx, Jon Bernthal, Sky Ferreira, Hudson Meek, Flea, Lanny Joon
Kamera Bill Pope
Schnitt Jonathan Amos, Paul Machliss
Musik Steven Price
Produktionsdesign Marcus Rowland
Kostüme Courtney Hoffman
Casting Francine Maisler
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