Babel

Ensembledrama über vier Gruppen von Menschen, deren Leben vom selben Gewehrschuss für immer verändert wird, ohne dass sie einander jemals treffen.

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(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2006
Regie Alejandro González Iñárritu
Darsteller Brad Pitt, Cate Blanchett, Said Tarchani
Kinostart 21.12.2006
Einspielergebnis D € 5.684.760
Bes. (EDI) 825.365
Bes. (FFA) 857.632
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Boxoffice USA $ 34.237.104
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Zwei marokkanische Jungen spielen mit einem Gewehr, ein Schuss löst sich. Mit einem Schlag wird das Leben von vier voneinander unabhängigen Gruppen von Menschen aus drei verschiedenen Kontinenten auf den Kopf gestellt. Darunter befinden sich ein amerikanisches Paar, ein rebellischer japanischer Teenager und sein Vater sowie ein mexikanisches Kindermädchen, das zwei amerikanische Kinder über die Grenze schmuggelt. Keiner der Fremden wird sich jemals treffen, auch wenn sie sich in diesem einen Moment so nah sind, wie Menschen nur sein können.

Mit seinem dritten Spielfilm, dem Abschluss einer Trilogie, setzt Alejandro Gonzalez Inarritu den mit "Amores Perros" und "21 Gramm" eingeschlagenen Weg fort, breitet seine typischen Geschichten über Zufälle, die Menschen vereinen und trennen, aber auf einer größeren Leinwand aus als zuvor. Der Filmtitel ist Programm: In dem erneut von Inarritus beständigem Mitstreiter Guillermo Arriaga geschriebenen Szenario geht es diesmal um die Unfähigkeit des Menschen, miteinander in einer für alle verständlichen Sprache zu sprechen und wirklich zueinander zu finden. Brad Pitt und Cate Blanchett führen die Besetzungsliste an.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Ein in den Bergen von Marokko abgefeuerter Schuss ist das Bindeglied von drei scheinbar unzusammenhängenden Geschichten in drei Kontinenten, mit denen der mexikanische Filmemacher Alejandro González Inárritu seine mit "Amores perros" und "21 Gramm" begonnene Trilogie zu Ende führt.

Der sprichwörtliche Schuss, den man auf der ganzen Welt hört, bildet den Ausgang für ein weiteres Spiel von Alejandro González Inárritu mit Raum und Zeit. Spürbar weniger nervös und fragmentiert als der Vorgänger "21 Gramm" und weitaus ambitionierter als die bisherigen Arbeiten des Mexikaners, malt der in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnete Filmemacher auf der denkbar größten Leinwand, lässt die Handlung von Afrika nach Amerika und Asien und wieder zurück springen und bleibt doch ein intimes Porträt der Figuren, die er ins Visier nimmt: Zwei marokkanische Hirtenjungen spielen mit einem Gewehr, das der Vater illegal erworben hat, um seine Ziegenherde vor Angriffen von Schakalen zu schützen. Ein amerikanisches Ehepaar versucht auf einer Afrikareise nach einer Beziehungskrise wieder zueinander zu finden. Eine vom Selbstmord der Mutter traumatisierte taubstumme Japanerin versucht einen jungen Polizeibeamten zu verführen, der ihren Vater im Zusammenhang mit einem Verbrechen befragen will. Eine mexikanische Haushälterin nimmt die beiden ihr zur Aufsicht übertragenen Kinder mit zur Hochzeit ihrer Tochter. Die einzelnen Situationen spitzen sich jeweils scheinbar unabhängig voneinander zu und sind doch unausweichlich miteinander verwoben. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, dass die Handlungsfäden der einzelnen Geschichten schließlich zusammenlaufen.

Wie der biblische Titel bereits impliziert, geht es Inárritu, der erneut mit einem Drehbuch des Literaten Guillermo Arraga Jordan arbeitet, um die Sehnsucht des Menschen nach Kontakt und die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ob es nun das Mädchen ist, das nicht hören und deshalb nicht verstehen kann, was um sie herum vorgeht, oder die Haushälterin, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um das Anderer zu retten, aber kein Gehör bei den US-Behörden findet, oder den Amerikaner, dessen persönliche Tragödie nur politisch ausgeschlachtet wird, während er verzweifelt um das Leben seiner Frau kämpft: "Babel" zeigt die Welt als potenzielles Paradies, das nur durch menschliches Zutun, durch unsere Unfähigkeit zuzuhören und zu verstehen zur Hölle wird. Viele Szenen und Momente brennen sich in die Erinnerung ein: Wenn der Amerikaner seine schwer verletzte Frau küsst, während sie in einer kleinen Hütte auf einem Topf ihre Notdurft verrichtet. Wenn Inárritu in einem lauten Club in Tokio das Geschehen mit dem lautlosen Erleben des Mädchens gegenschneidet. Oder wenn die Haushälterin im roten Abendkleid ziellos durch die Wüste läuft. Es ist die Menschlichkeit der Erzählung, die "Babel" so intensiv macht, zu einem Meisterwerk des Weltkinos, politisch brisant und doch ganz privat: Alles ist simpel und nachvollziehbar und gerade deshalb so kompliziert - auch wenn der Regisseur sein Publikum schließlich mit einem Lichtstrahl der Hoffnung aus dem Kino entlässt. Mit Brad Pitt, Cate Blanchett und Gael Garcia Bernal an der Spitze einer weitgehend aus Laien bestehenden Besetzung ist die Chance jedenfalls groß, dass auch das Mainstream-Publikum aufhorcht, um die Echos des einen fatalen Schusses zu hören. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Tobis
O-Titel Babel
Land / Jahr USA 2006
Kategorie Spielfilm
Genre Drama
Produktionsfirmen Paramount Pictures/Anonymous Content
Drehort Marokko
Drehzeit 02.05.2005
Kinostart 21.12.2006
Laufzeit 144
FSK ab 16 Jahre
Einspielergebnis D € 5.684.760
Bes. (EDI) 825.365
Bes. (FFA) 857.632
Charthistory
USA-Start 27.10.2006, bei Paramount Vantage
Boxoffice USA $ 34.237.104
nach oben Cast & Crew
Produzenten Steve Golin, Jon Kilik
Regie Alejandro González Iñárritu
Drehbuch Guillermo Arriaga Jordan
Darsteller Brad Pitt (Richard), Cate Blanchett (Susan), Said Tarchani (Ahmed), Gael García Bernal (Santiago), Adriana Barraza (Amelia), Elle Fanning (Debbie), Nathan Gamble (Mike), Robert Esquivel (Luis), Kôji Yakusho (Yasujiro), Rinko Kikuchi (Chieko)
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Stephen Mirrione
Musik Gustavo Santaolalla
Produktionsdesign Brigitte Broch
Kostüme Michael Wilkinson
Casting Francine Maisler
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
59. Internationale Filmfestspiele in Cannes
Internationale Filmfestspiele in Cannes Großansicht
2006, Cannes, 17.05.2006 - 28.05.2006 Beste Regie Alejandro González Iñárritu
79. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2006, Los Angeles, 25.02.2007 Beste Musik Gustavo Santaolalla
60. British Academy Awards   2007, London, 11.02.2007 Beste Musik (Anthony Asquith Award) Gustavo Santaolalla
64. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2007, Los Angeles, 15.01.2007 Bester Film (Drama)  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Babel Universum Film Blu-ray Disc, ab 16, 144 Min. Kauf
Babel Universum Film DVD, ab 16, 138 Min. Kauf
Babel Universum Film DVD, ab 16, 138 Min. Kauf
Babel (Deluxe Edition, Steelbook)
Nicht lieferbar
Universum Film DVD, ab 16, 138 Min. Kauf
Babel Universum Film DVD, ab 16, 138 Min. Leih
Enthalten in:
Große Kinomomente - Gesamtausgabe (50 DVDs)
Nicht lieferbar
Große Kinomomente - Gesamtausgabe (46 DVDs)
Nicht lieferbar
Universum Film
Universum Film
DVD, nicht unter 18
DVD, ab 16
Kauf
Kauf
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse Babel
nach oben VideoMarkt-Inhalt/Kritik

Im Hinterland Marokkos fällt ein Schuss, abgefeuert von einem Hirtenjungen. Die Kugel durchschlägt die Scheibe eines Reisebusses, in dem ein kalifornisches Ehepaar sitzt. Schwer getroffen sinkt die Frau zusammen. In Mexiko schmuggelt derweilen ihre Nanny deren zwei Kinder über die Grenze, während im fernen Tokio ein stummes Teenager-Mädchen heftig gegen ihren Vater rebelliert. Der hatte einst nach Beendigung des Wüstenurlaub ein altes Gewehr an seinen einheimischen Jagdführer verschenkt.

Wie immer beim Mexikaner Alejandro González Iñárritu ("21 Gramm") sind Glück und Unglück, Freud und Leid genauso untrennbar miteinander verbunden wie Leben und Tod. Dieses Wechselspiel thematisiert er nun auch in seinem in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichneten Werk, dem Abschluss seiner Trilogie über Zufall und Schicksal, Ursache und Wirkung, Schuld und Sühne. Ein visionärer Film mit unkonventioneller Bildsprache, handverlesen besetzt und hyperrealistisch inszeniert. Ein veritables Arthouse-Juwel.

Quelle: mediabiz.de

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