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Aufbruch zum Mond

Drama über den US-Astronauten Neil Armstrong mit dem Regie- und- Hauptdarsteller-Duo von "La La Land".

Aufbruch zum Mond Großansicht
(Bild: Universal)
Verleih Universal
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2018
Regie Damien Chazelle
Darsteller Ryan Gosling, Claire Foy, Corey Stoll
Kinostart 08.11.2018
Einspielergebnis D € 2.128.702
Bes. (EDI) 231.282
Charthistory
Boxoffice USA $ 44.833.535
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Filmtrailer Video

nach oben Inhalt & Info

1961 meldet sich Neil Armstrong erstmals für das Astronautenprogramm der NASA, wird als Zivilist jedoch abgelehnt. Erst 1962 stößt er zur zweiten Gruppe, die dafür ausgewählt wird. Es beginnt eine beschwerliche Zeit, die Armstrong und seiner Familie viel abverlangt. 1967 wird er für den dritten Apollo-Flug ausgewählt, später wird klar, dass er zum Team von Apollo 11 gehören wird. Weil die vorangegangenen Versuche scheitern, ist es tatsächlich diese Rakete, die am 20. Juli 1969 auf dem Mond landet. Armstrong setzt als erster Mensch Fuß auf den Erdtrabanten.

Zwei Jahre nach seiner Wiederbelebung des Musicalgenres mit "La La Land", der ihm als jüngsten Filmemacher überhaupt den Regie-Oscar bescherte, meldet sich Damien Chazelle mit seinem dritten und bislang erwachsensten Film zurück. Abermals spielt Ryan Gosling die Hauptrolle in dieser epischen Geschichte des größten amerikanischen Triumphs, die in Stil und Machart eher "Der Stoff, aus dem die Träume sind" erinnert als an "Apollo 13": Es ist ein Film zum Staunen und Mitfiebern, eine Feier dessen, wozu Menschen fähig sind.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Jeder weiß, Neil Armstrong hinterließ als erster Mensch einen Fußabdruck auf dem Mond. Wenn es passiert in dem ersten Film von Damien Chazelle, seit er für seinen Vorgänger "La La Land" als jüngster Regisseur aller Zeiten einen Oscar gewinnen konnte, und obwohl man weiß, dass es passieren wird, ist es ein bemerkenswerter, merkwürdig erhebender und erhabener Moment: Weil Armstrong hier nicht einfach nur einen der großen Träume der Menschheit erfüllt, sondern weil man im Kino eine mehr als zweistündige Reise hinter sich hat, die nicht minder bemerkenswert war: Jetzt ist hier auf der Oberfläche des Erdtrabanten nicht einfach der einsamste Mensch auf dem Mond, weil er der einzige ist, sondern weil er davor der einsamste Mensch auf der Welt war, angetrieben nicht nur von grenzenlosem Pflichtbewusstsein und wissenschaftlicher Neugier, sondern auch von einem traumatischen Ereignis fast zehn Jahre zuvor, das ihn sich abkapseln ließ in seine eigene Welt, seinen eigenen Schmerz und seine eigene Traumata: Das winzige Menschlein in dem ihn wie in einem Vakuum einschließenden Raumanzug ist die perfekte Beschreibung, wie Neil Armstrong sich fühlt.

Dass es Damien Chazelle und seinem großartigen "La La Land"-Hauptdarsteller Ryan Gosling in ihrer zweiten Zusammenarbeit gelingt, den Zuschauer nicht nur die außerordentliche NASA-Mission hautnah miterleben zu lassen, im Stil eines "Der Stoff, aus dem die Träume sind", mit all ihren Erfolgen und Rückschlägen, sondern diese Mission tatsächlich durch die Augen Armstrongs zu erzählen, in seinem Kopf zu sein, zu verstehen, wer dieser wortkarge, zurückgezogene Mensch ist, ist die besondere Leistung dieses Films, der so episch und doch intim und ganz privat ist. Es ist ein impressionistisches Home-Movie über den größten Triumph der Menschheit. Und erfüllt das von Chazelle gegebene Versprechen, hautnah mitzuerleben, wie es sich angefühlt haben muss, nicht nur dabei, sondern mitten drin zu sein. Schon die erste Szene gibt einen Vorgeschmack, was passieren wird. Mit der Hauptfigur wird man durchgerüttelt in einem Düsenjet, mit dem neue Geschwindigkeits- und Höhenrekorde aufgestellt werden. Man fühlt sich nicht wie in einem perfekten High-Tech-Gerät, sondern wie in einem knarzenden, ächzenden, quietschenden Blechsarg, dessen dünne Metallhaut die einzige Trennwand zwischen Leben und Tod ist. Aber auch diese Nahtoderfahrungen zu Beginn der Sechzigerjahre können ihn nicht darauf vorbereiten, was es bedeutet, ein Kind zu verlieren. Armstrong ist 31 Jahre alt, als seine zweijährige Tochter Karen 1962 an einem Hirntumor stirbt, ein Ereignis, das er nie völlig verkraftet hat. Trauer und Schmerz lassen ihn in sich kehren und zum Einzelgänger werden, was das Familienleben mit seiner Frau Janet und den beiden Söhnen schwer belastet, aber sie verleihen ihm auch eine Todesverachtung und Entschlossenheit, dass keine noch so schwere Mission nicht zu meistern ist. Und so sehen wir zu, wie die Erlebnisse als Astronaut und die Vorbereitung auf die Mondmission im Grunde doch immer nur Spiegel für das Innenleben dieses Mannes sind, dem Damien Chazelle nicht von ungefähr immer wieder tief in die traurigen und so wachen Augen blickt. Das Ergebnis ist ein Film, der einen packt. Weil er technisch herausragend gut geworden ist, weil all die großen Szenen noch größer aussehen, als man es sich ausgemalt ist. Und weil er einem so nahe geht, weil das Heldentum hier nichts mit dem Hissen von Fahnen oder Nationalismus zu tun hat, sondern weil selbst im Moment der größten Leistung immer mitschwingt, wie hoch der Preis war, den man dafür zahlen musste. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Szene

 
nach oben Film-/Kino-Daten
Verleih Universal
O-Titel First Man
Land / Jahr USA 2018
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Abenteuer
Kinostart 08.11.2018
Laufzeit 142
FSK ab 12 Jahre
FBW-Prädikat Besonders wertvoll
Bildformat Imax
Einspielergebnis D € 2.128.702
Bes. (EDI) 231.282
Charthistory
USA-Start 12.10.2018, bei Universal
Boxoffice USA $ 44.833.535
Filmtrailer Video
Web-Link http://upig.de/micro/aufbruch-zum-mond
nach oben Cast & Crew
Produzenten Marty Bowen, Damien Chazelle, Wyck Godfrey, Isaac Klausner
Koproduzenten James R. Hansen, Jeffrey Harlacker
Ausf. Produzenten Adam J. Merims, Josh Singer, Steven Spielberg
Ausf. Co-Producer. Kevin Elam
Regie Damien Chazelle
Drehbuch Josh Singer
Buchvorlage James R. Hansen
Darsteller Ryan Gosling (Neil Armstrong), Claire Foy (Janet Armstrong), Corey Stoll (Buzz Aldrin), Jason Clarke, Kyle Chandler, Patrick Fugit, Christopher Abbott, Ciarán Hinds, Olivia Hamilton, Pablo Schreiber, Shea Whigham, Lukas Haas, Ethan Embry, Brian D'Arcy James, Cory Michael Smith
Kamera Linus Sandgren
Schnitt Tom Cross
Musik Justin Hurwitz
Produktionsdesign Nathan Crowley
Kostüme Mary Zophres
Casting Francine Maisler
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
Aufbruch zum Mond Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 136 Min. Leih
Aufbruch zum Mond Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 142 Min. Leih
nach oben FBW-Gutachten

Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

AUFBRUCH ZUM MOND erzählt die Geschichte der Apollo-11-Mission aus der Perspektive Neil Armstrongs, der mit dem Krebstod seiner dreijährigen Tochter den schlimmsten Schicksalsschlag seines Lebens überwinden musste.
Am 21. Juli 1969 betrat zum ersten Mal ein Mensch den Mond und sprach die Worte, die in die Geschichte eingehen sollten: "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit!" Neil Armstrong war der Mensch, der diese Worte sprach. Und der damit ein Teil der amerikanischen Weltraumgeschichte wurde. In AUFBRUCH ZUM MOND erzählt Damien Chazelle (LALA LAND) die Geschichte des Mondflugs der Apollo-11-Mission und bleibt dabei ganz bei der Perspektive Neil Armstrongs. Neben der detailgenauen und sorgfältig aufbereiteten Rekonstruktion der fast körperlich spürbaren Mission ist der Film ein auffällig leises und berührendes Drama, das die Beziehung von Neil und seiner Frau Janet in den Vordergrund stellt. Eine Beziehung, die schon früh am Krebstod der erst dreijährigen Tochter Karen zu zerbrechen droht. Ryan Gosling spielt Armstrong mit jener emotionalen Zurückhaltung, die viele seiner Rollen auszeichnet und die die Figur dennoch dem Zuschauer nahebringt. Claire Foy zeigt Janet als eine starke Ehefrau, die über ein unglaubliches Maß an innerer Kraft verfügt und ihren Mann, der sich mehr und mehr in sich selbst zurückzieht, immer wieder wachrüttelt, um sich dem Leben und seiner Familie, die ihn braucht, zu stellen. Chazelle inszeniert die Szenen der beiden intensiv und zum Schluss sogar ohne Dialog. Diesen braucht man auch nicht, um zu verstehen, was Neil und Janet miteinander durchgemacht haben. Generell zeichnet AUFBRUCH ZUM MOND ein kluges und klar konzipiertes Sound-Design aus, mit einer genauen Balance zwischen lauten Momenten der Überwältigung und ganz leisen Momenten der Zurückgenommenheit. Dazu kommen ein starker Cast, eine exzellente Kamera sowie eine beeindruckend authentische Ausstattung. Überwältigendes Kino in seiner stärksten Form.

Gutachten:

Es hätte auch eines von diesen für das amerikanische Kino typische Heldenepos werden können: Neil Armstrong, der erste Mensch, der einen Fußabdruck auf dem Mond hinterließ, eignet sich ideal für solch eine Geschichte vom tapferen und klugen Tatmenschen, der den amerikanischen Traum verwirklicht und zugleich selbstlos bereit ist, sich für seine Mission zu opfern. Aber Damien Chazelle, der vor zwei Jahren mit LA LA LAND als jüngster Regisseur aller Zeiten einen Oscar gewann, war nicht interessiert an dieser Art von Film. Tatsächlich beschwerten sich nach der Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig einige darüber, dass in dem Film nicht gezeigt wird, wie Armstrong die amerikanische Flagge auf dem Mondboden aufstellt. Ein republikanischer Senator warf ihm sogar "Antiamerikanismus" vor. Dabei war Chazelles Entscheidung, die Geschichte subjektiv aus der Perspektive von Armstrong und in einigen Sequenzen auch seiner Ehefrau zu erzählen, richtig. Denn den ultimativen Astronautenfilm, der die Geschichte des amerikanischen Raumfahrtprogramms in grandiosen Panoramaeinstellungen erzählt, gibt es mit THE RIGHT STUFF von Philip Kaufmann aus dem Jahr 1983 schon. Statt also wie dort die Raketenstarts als große Spektakel von außen zu zeigen, geht Chazelle lieber mit Armstrong in die Kapseln hinein und zeigt, welchen Strapazen sein Körper bei den Beschleunigungen ausgesetzt sind und dass es nicht viel mehr als dünne Blechbüchsen sind, mit denen Armstrong zuerst ins All und dann auf den Mond geflogen ist. Einige dramatische Szenen, in denen Armstrong sowohl körperlich wie auch psychisch an die Grenzen seiner Belastbarkeit gelangt, werden minutenlang, wie in Echtzeit ausgedehnt, sodass der Eindruck davon, welchen Kräften ein Astronaut damals ausgesetzt war, intensiv vermittelt wird. Das Drehbuch basiert auf der von Armstrong autorisierten Biografie von James R. Hansen und folgt der Karriere von Armstrongs Anfängen als Testpilot über seine Arbeit als Astronaut beim "Gemini"-Programm bis zu seiner historischen Mondlandung im Mai 1969. Die Entwicklung des amerikanischen Raumfahrtprogramms, das Wettrennen mit der Sowjetunion, die zum Teil tragischen Rückschläge - all das wird eher en passant erzählt, denn der Film bleibt immer nah an Armstrong und seiner Familie. Er zeigt, wie der frühe Tod seiner ersten Tochter einen nachdenklichen, schweigsamen Mann aus ihm machte und welche Belastung seine oft lebensgefährlichen Missionen für seine Frau (Claire Foy in einer oscarwürdigen Leistung) bedeuteten. Der Film ist sehr authentisch ausgestattet und es gelingt Chazelle, die Bilder von der Mondlandung, die ja jeder im Original kennt, zugleich überzeugend nachzubauen und durch die andere Perspektive dann doch neu wirken zu lassen. Aber all das wird hier nicht ausgestellt, sondern fügt sich in die zugleich einfühlsam und komplex erzählte Lebensgeschichte von Armstrong ein. Dieser wird von Ryan Gosling überzeugend als ein introvertierter Einzelgänger verkörpert, der von seiner Ehefrau fast dazu gezwungen werden muss, sich vor seiner Mondfahrt von seinen verängstigen Kindern zu verabschieden. Die Landung des ersten Menschen auf dem Mond ist eine der bekanntesten Geschichten des letzten Jahrhunderts, aber sie wird hier so anders und mitreißend erzählt, dass man am Ende wirklich gespannt darauf ist, ob und wie es Armstrong gelingt, seine Mission zu erfüllen.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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