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Ad Astra - Zu den Sternen

Science-Fiction-Drama um einen Armeeingenieur, der nach seinem Vater sucht, der auf einer Mission zum Neptun verschwunden ist.

Ad Astra - Zu den Sternen Großansicht
(Bild: Fox)
Verleih Fox
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA, Brasilien 2019
Regie James Gray
Darsteller Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga
Kinostart 19.09.2019

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Astronaut Roy McBride wird für eine ungewöhnliche Aufgabe ausgewählt: In den Fernen des Universums soll er nach seinem Vater fahnden, der vor Jahren auf eine Weltraum-Mission geschickt wurde und seither als vermisst als gilt. Nun gibt es nicht nur einfach Lebenszeichen: McBride Senior soll eine Verkettung von Umständen ausgelöst haben, die das Ende der Erde nach sich ziehen könnten. Und Roy soll richten, was zu richten ist.

Mit seinem ersten Science-Fiction-Film realisiert James Gray, einer der führenden Vertreter des ernstzunehmenden amerikanischen Arthousekinos, seinen bislang ambitioniertesten und doch auch kommerziellsten Film: Die Bilder seiner Variation von "Solaris" sind atemberaubend. Und mit Brad Pitt weiß Gray einen Star an seiner Seite, der nach "Once Upon a Time in... Hollywood" gerade wieder obenauf ist. Großes Kino mit Schauwerten, das gleichermaßen für Bauch und Kopf ist.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Den längst überfälligen ersten Science-Fiction-Film von James Gray mit Brad Pitt in der Hauptrolle hatte man eigentlich schon für Cannes erwartet, doch dessen aufwändige Effektarbeit zog sich so lange hin, dass nun eben Venedig 25 Jahre nach Grays Debüt "Little Odessa" zum zweiten Mal einen Film des für seine eigenwillig-obsessiven Arbeiten bekannten Regisseurs zeigen konnte. Sicherlich ist es der bislang aufwändigste, aber auch kommerziellste Film Grays, der hier in einigen Szenen daran erinnert, dass er längst nicht nur der sperrige Arthouse-Regisseur ist, als den man ihn feiert, sondern schon in seinem Copmovie "Helden der Nacht - We Own the Night" mit einer aufregenden Autoverfolgungsjagd darauf hingewiesen hat, dass er ein formidabler Actionregisseur sein kann.

Natürlich sind in seinem neuen Film Vergleiche mit "Solaris" und "2001: Odysse im Weltraum" statthaft (Trademark für Science-Fiction mit Köpfchen), aber es ist doch auch immer ein unverkennbar amerikanischer Film, ein sehr körperlicher und aufregender Film, der wie schon in Grays Vorgänger "Die versunkene Stadt Z" in gewisser Weise ein "Apocalypse Now"- bzw. "Herz der Finsternis"-Szenario nutzt, um sich mit grundlegenden Fragen zur menschlichen Existenz zu befassen. Dabei funktioniert eine simple Prämisse: Was wäre, wenn General Kurtz der eigene Vater wäre? Mit dieser Erkenntnis wird Roy McBride konfrontiert, der beste Astronaut, den das Militär vorzuweisen hat in "naher Zukunft", dessen Herzschlag auch in größten Krisensituationen nie die 80 überschreitet - ein nicht nur cooler, sondern kalter Typ, der unberührt von den Dingen durch sein Leben schreitet und auch nicht emotional wird, nachdem ihn die Frau seines Lebens (30-Sekunden-Auftritt von Liv Tyler) verlassen hat: Fast 30 Jahre sind vergangen, seitdem Roys legendärer Vater Clifford zu einer gewagten Raummission zum Neptun aufbrach, um nach intelligentem Leben zu suchen, und die Familie auf der Erde zurückließ. Nun künden verheerende Umweltkatastrophen auf der Erde davon, dass Clifford immer noch am Leben und Auslöser für eine Kette von Ereignissen sein könnte, die das Ende alles Lebens auf der Erde bedeuten könnte. In einer Geheimmission soll der Sohn nun auf den Mars gebracht werden, um von dort Botschaften an den Vater zu schicken und ihn zum Einlenken zu bewegen.

Der Weg dahin ist beschwerlich. Auf dem Mond gibt es einen Zusammenstoß mit Piraten, der zur vermutlich ersten Autoverfolgungsjagd der Filmgeschichte auf dem Erdtrabanten führt. Noch furioser ist eine folgende Sequenz im Weltall, in der das Notsignal eines norwegischen Raumschiffs zu einem Moment führt, der auch aus einem "Alien"-Film stammen könnte, aber in etwa so intensiv ist, als steckten die letzten drei Filme von Ridley Scotts Reihe in dieser fünfminütigen Szene. Die Action ist hier, so visuell bestechend und elektrisierend sie auch sein mag, nie Selbstzweck, sondern führt den Helden des Films dazu, immer tiefer in sich selbst zu blicken und zu realisieren, wie tief die Wunden doch sind, die durch die Abwesenheit des Vaters geschlagen wurden - die Reise an den äußersten Punkt des Sonnensystems ist natürlich auch eine Reise ins Ich, die Herzen der Finsternis kollidieren. "Ad Astra" wäre nur halb so gut, wenn Brad Pitt, unterstützt von den nicht minder überzeugenden Tommy Lee Jones und Donald Sutherland (zwei "Space Cowboys" wiedervereint) sowie Ruth Negga, in der Hauptrolle nicht so großartig wäre. Offenkundig ist das auch James Gray bewusst, der immer wieder Pitts Gesicht in Großaufnahme in den Mittelpunkt der Leinwand rückt. Wirkte der Star früher immer ein bisschen bemüht in ernsten Rollen, hat er mittlerweile eine Reife erreicht, wohl auch gespeist von diversen Härten und Erlebnissen im eigenen Leben, die ihn optimal macht für diese Rolle, die so radikal anders ist als Pitts Part in "Once Upon a Time... in Hollywood", dass man bisweilen nicht wahrhaben will, dass es sich um denselben Schauspieler handelt: Wie er hier mit minimalem Wechsel der Mimik ganze Welten an Emotion andeutet, das ist wirklich, als würde man eine Reise zu den Sternen antreten. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Fox
O-Titel Ad Astra
Land / Jahr USA/Brasilien 2019
Kategorie Spielfilm
Genre Science Fiction / Drama
Kinostart 19.09.2019
Laufzeit 123
FSK ab 12 Jahre
USA-Start 20.09.2019, bei 20th Century Fox
Web-Link http://www.fox.de/ad-astra, https://www.youtube.com/watch?v=WQtNkK8FOmo
nach oben Cast & Crew
Produzenten Dede Gardner, James Gray, Anthony Katagas, Jeremy Kleiner, Brad Pitt, Rodrigo Teixeira
Koproduzenten Doug Torres
Ausf. Produzenten Marc Butan, Jeffrey Chan, Paul Conway, Sophie Mas, Anthony Mosawi, Lourenco Sant'Anna, Yu Dong
Regie James Gray
Drehbuch James Gray, Ethan Gross
Darsteller Brad Pitt (Roy McBride), Tommy Lee Jones (Clifford McBride), Ruth Negga, Donald Sutherland, Jamie Kennedy, John Ortiz, Greg Bryk, Loren Dean, Kimberly Elise, John Finn
Kamera Hoyte van Hoytema
Schnitt John Axelrad, Lee Haugen
Musik Max Richter
Produktionsdesign Kevin Thompson
Kostüme Albert Wolsky
Casting Douglas Aibel
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