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12 Years a Slave

Intensives Drama von "Shame"-Regisseur Steve McQueen nach Literaturvorlage über einen 30-jährigen Schwarzen, der 1840 versklavt wird und zwölf Jahre lang nie die Hoffnung verliert, wieder befreit zu werden.

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(Bild: Tobis)
Verleih Tobis
Kategorie/Land/Jahr Spielfilm, USA 2013
Regie Steve McQueen
Darsteller Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Lupita Nyong'o
Kinostart 16.01.2014
Einspielergebnis D € 5.448.455
Bes. (EDI) 692.115
Bes. (FFA) 739.541
Charthistory
Boxoffice USA $ 56.567.844
Charthistory
Filmtrailer Video

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Solomon Northup ist 30 Jahre alt und ein angesehener Bürger, als er von zwei Männern, die sich als fahrendes Zirkusvolk ausgeben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Haus im Staat New York nach Washington gelockt und unter Drogen gesetzt wird. Als er wieder erwacht, befindet sich Northup, bislang ein freier Mann, in der Gewalt von Sklaventreibern, die ihn mit anderen Leidensgenossen in den Süden verschleppen. Eine zwölfjährige Tortur in den Händen weißen Plantagenbesitzer beginnt.

Nach den 1853 erschienenen Aufzeichnungen von Solomon Northup über seine Erlebnisse als Sklave realisierte Turner-Prize-Gewinner Steve McQueen seinen dritten Film, in dem nach "Hunger" und "Shame" abermals ein Mann in Ketten im Mittelpunkt steht. Es ist ein unerbittliches Epos über eines der finstersten Kapitel der amerikanischen Geschichte, bisweilen hart an der Schmerzgrenze, aber doch erträglich gemacht von der Darstellung von Chiwetel Ejiofor, der als Solomon das Leid, aber auch dessen nicht zu brechende Hoffnung einfängt.

Quelle: Blickpunkt:Film

nach oben Ausführliche Besprechung

Unerbittliche und doch zutiefst menschliche Verfilmung von Solomon Northups Autobiographie aus dem Jahr 1853, der zwölf Jahre in Sklaverei überlebt hat.

Solomon Northup ist 30 Jahre alt und ein angesehener Bürger, als er von zwei Männern, die sich als fahrendes Zirkusvolk ausgeben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Haus im Staat New York nach Washington gelockt und unter Drogen gesetzt wird. Als er wieder erwacht, befindet sich Northup, bislang ein freier Mann, in der Gewalt von Sklaventreibern, die ihn mit anderen Leidensgenossen in den Süden verschleppen. Seine zwölfjährige Tortur in den Händen weißen Plantagenbesitzer, einer schlimmer und abstoßender als der andere, bildete den Inhalt seiner 1853 erschienenen Autobiographie "12 Years a Slave", eines der ersten Bücher über Sklaverei, das entscheidenden Anteil daran hatte, dass die Bemühungen um deren Abschaffung schließlich von Erfolg gekrönt waren.

Die Adaption des britischen Künstlers und Turner-Prize-Gewinners Steve McQueen ist so unerbittlich und kompromisslos, wie es ein Film über Sklaverei sein muss. Und er hat in Chiwetel Ejiofor einen so erschütternd guten Hauptdarsteller, dass kein Auspeitschen, keine Prügel, keine noch so inhumane Strafe dem Film seine Menschlichkeit austreiben kann. Das Motiv vom Mann in Ketten mag die Brücke zu McQueens vorangegangenen Filmen "Hunger" und "Shame" schlagen, und doch gibt es in diesem amerikanischen Überlebensepos kaum einen Moment, in dem sich der Regisseur in den Vordergrund spielt, um zu zeigen, was er drauf hat: Mit Ausnahme einiger virtuoser Sprünge zwischen den Zeitebenen und einer quälend langen, in einer Einstellung gedrehten Szene, in der Northup von seinem "Master" gezwungen wird, eine andere Sklavin auszupeitschen, verschwindet McQueen komplett hinter der Geschichte, die John Ridley mit beneidenswerter Geradlinigkeit zu Papier gebracht hat. Da gibt es kein Vertun oder eingebaute Meta-Ebenen: Hier geht es um eine Leidensgeschichte, in der Solomon Northup herumgereicht wird wie ein Vieh, wiederholt den Besitzer wechselt und immer hilflos einem Schicksal ausgeliefert ist, über das er keinerlei Kontrolle hat.

Denn was man hier - wie letztlich auch in "Django Unchained" - lernt, ist die Erkenntnis, dass Grausamkeit und Ungerechtigkeit reiner Willkür unterworfen sind: Weder Fleiß oder Anbiedern sind Garantien dafür, dass man von Gewalt verschont bleibt, noch die Strategie, den Kopf eingezogen zu halten und nicht aufzufallen. Michael Fassbender ist phänomenal als sadistischer Plantagenbesitzer, der seine eigenen Unsicherheiten und Schuldgefühle immer an denen auslebt, die ihm hilflos ausgeliefert sind, und seine Handlungen vor sich selbst stets mit dem Argument rechtfertigt, mit seinem Eigentum könne er anstellen, was er will - als würde jemand absichtlich einem Tisch oder einem Auto Schaden zufügen. Und trotzdem ist dieses innerlich zerrissene Monster nicht das schlimmste Scheusal der Geschichte. Um diesen Titel kämpfen Paul Giamattis blasierter Sklavengroßhändler und Paul Danos unberechenbarer Unter-Master, der einfach Spaß daran hat, andere Menschen leiden zu sehen. Wie er Solomon beinahe aufknüpft und dieser auch dann noch nach seiner Rettung stundenlang auf Zehenspitzen balancieren muss, um nicht erwürgt zu werden, während um ihn herum der Alltag seinen Lauf nimmt, ist einer der schrecklichsten Momente dieses Films, der nie die Augen verschließt oder verschämt wegblendet, weil er weiß, dass er seiner Hauptfigur damit schrecklich Unrecht tun würde.

Hier gibt es keinen Moment, in dem man sich in Sicherheit wiegen kann. Stets muss sich der tragische Held der Geschichte genau überlegen, wem er sich anvertraut, wen er bittet, sich seiner Sache anzunehmen: Denn helfen kann ihm nur ein Weißer, weil Flucht in den Sümpfen von Louisiana undenkbar ist. Wer dieser Hölle entrinnen will, muss Glück haben. Und als es Solomon Northup, diesem belesenen und bescheidenen Mann gelingt, weiß er doch, dass er alle anderen zurücklassen muss. Wenn er schließlich erstmals seiner Familie wieder gegenüber tritt, ist es für ihn auch ein Moment der Scham und der Schande. Dass es unmöglich ist, dies in diesem Moment als Zuschauer nicht auch zu empfinden, macht "12 Years of Slave" zu einem so nachhaltigen Filmerlebnis, dass man vielleicht nicht zweimal haben will, aber mindestens einmal gehabt haben sollte. ts.

Quelle: Blickpunkt:Film

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Verleih Tobis
O-Titel 12 Years a Slave
Alternativ-/Arbeitstitel Twelve Years a Slave
Land / Jahr USA 2013
Kategorie Spielfilm
Genre Drama / Biographie
Produktionsfirmen Plan B Entertainment/River Road Entertainment
Kinostart 16.01.2014
Laufzeit 135
FSK ab 12 Jahre
Einspielergebnis D € 5.448.455
Bes. (EDI) 692.115
Bes. (FFA) 739.541
Charthistory
USA-Start 18.10.2013, bei Fox Searchlight
Boxoffice USA $ 56.567.844
Filmtrailer Video
Web-Link http://www.12yearsaslave.de
nach oben Cast & Crew
Produzenten Brad Pitt, Arnon Milchan, Jeremy Kleiner, Anthony Katagas, Dede Gardner, William Pohlad, Steve McQueen
Ausf. Produzenten Tessa Ross, John Ridley
Regie Steve McQueen
Drehbuch John Ridley
Buchvorlage Solomon Northup
Darsteller Chiwetel Ejiofor (Solomon Northup), Michael Fassbender (Edwin Epps), Lupita Nyong'o (Patsey), Brad Pitt (Samuel Bass), Paul Giamatti (Theophilus Freeman), Benedict Cumberbatch (William Ford), Paul Dano (John Tibeats), Sarah Paulson (Mary Epps), Alfre Woodard (Harriet Shaw), Adepero Oduye (Eliza), Garret Dillahunt (Armsby), Scoot McNairy (Brown), Michael K. Williams (Robert), Chris Chalk (Clemens), Taran Killam (Hamilton), Bill Camp (Radburn)
Sprecher D Torben Liebrecht (Solomon Northup), Norman Matt (Edwin Epps), Rubina Kuraoka (Patsey), Tobias Meister (Samuel Bass), Lutz Schnell (Theophilus Freeman), Sascha Rotermund (William Ford), Timmo Niesner (John Tibeats), Claudia Lössl (Mary Epps), Sabina Trooger (Harriet Shaw), Sanam Afrashteh (Eliza)
Kamera Sean Bobbitt
Schnitt Joe Walker
Musik Hans Zimmer
Produktionsdesign Adam Stockhausen
Ton Kirk Francis, Leslie Shatz (Sound Design)
Kostüme Patricia Norris
Casting Francine Maisler
nach oben Filmpreise
Preis / Veranstaltung Jahr, Ort, am - von/bis Kategorie Person
86. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2013, Los Angeles, 02.03.2014 Beste Nebendarstellerin Lupita Nyong'o
86. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2013, Los Angeles, 02.03.2014 Bester Film  
86. Oscar-Verleihung - Academy Awards
Oscar-Verleihung - Academy Awards Großansicht
2013, Los Angeles, 02.03.2014 Bestes adaptiertes Drehbuch John Ridley
67. British Academy Film Award   2014, London, 16.02.2014 Bester Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor
Cinema for Peace   2014, Berlin, 10.02.2014 Wertvollster Film des Jahres  
71. Golden Globe
Golden Globe Großansicht
2014, Los Angeles, 12.01.2014 Bester Film (Drama)  
nach oben Video/DVD-Fassungen des Films
Titel Vertrieb System Handelsform
12 Years a Slave Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 130 Min. Kauf
12 Years a Slave Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 135 Min. Kauf
12 Years a Slave Universal Pictures Germany DVD, ab 12, 130 Min. Leih
12 Years a Slave Universal Pictures Germany Blu-ray Disc, ab 12, 135 Min. Leih
nach oben Soundtrack
Art Interpret Komponist Titel
Soundtrack/Songtrack Diverse 12 Years A Slave
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Solomon Northup ist 30 Jahre alt und ein angesehener Bürger, als er von zwei Männern, die sich als fahrendes Zirkusvolk ausgeben, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus seinem Haus im Staat New York nach Washington gelockt und unter Drogen gesetzt wird. Als er wieder erwacht, befindet sich Northup, bislang ein freier Mann, in der Gewalt von Sklaventreibern, die ihn mit anderen Leidensgenossen in den Süden verschleppen. Eine zwölfjährige Tortur in den Händen weißen Plantagenbesitzer beginnt.

Nach den 1853 erschienenen Aufzeichnungen von Solomon Northup über seine Erlebnisse als Sklave realisierte Steve McQueen seinen dritten Film, in dem nach "Hunger" und "Shame" abermals ein Mann in Ketten im Mittelpunkt steht. Es ist ein unerbittliches Epos über eines der finstersten Kapitel der amerikanischen Geschichte, hart an der Schmerzgrenze, aber doch erträglich gemacht von der Darstellung von Chiwetel Ejiofor, der als Solomon dessen nicht zu brechende Hoffnung einfängt. Oscar für den besten Film des Jahres 2013.

Quelle: mediabiz.de

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Ein 30-jähriger Schwarzer wird 1840 zum Sklaven und verliert zwölf Jahre lang nie die Hoffnung, wieder befreit zu werden. Intensives Drama von "Shame"-Regisseur Steve McQueen nach Literaturvorlage - Oscar als bester Film!

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